Die Adobe-Aktie hat eine starke Erholung hingelegt, da Anleger nach dem Ausverkauf vor einigen Monaten wieder in Softwareunternehmen rotieren. ADBE notiert auf dem höchsten Stand seit June 2nd this year, nachdem sie vom diesjährigen Tiefpunkt um 42% gestiegen ist. Diese Erholung könnte sich durch die anhaltenden Übernahmegerüchte um Workday weiter fortsetzen.

Adobes Geschäft läuft vergleichsweise gut trotz der SaaSpocalypse-Befürchtungen

ADBE, der Entwickler beliebter Anwendungen wie Photoshop, Illustrator, Lightroom und InDesign, war eines der Hauptopfer der anhaltenden SaaSpocalypse-Befürchtungen unter Investoren. Die Aktie fiel Anfang dieses Jahres bis auf $190, deutlich unter dem Allzeithoch von $698. 

Hauptgrund für den Ausverkauf ist die Sorge, dass die laufende KI‑Revolution einige seiner Produkte obsolet machen könnte. Beispielsweise kann heute jeder KI nutzen, um Fotos zu bearbeiten und Produkte wie Logos und Karten zu gestalten. 

Der Absturz machte Adobe zu einem stark unterbewerteten Unternehmen, wobei sein erwartetes Kurs-Gewinn-Verhältnis auf 10 sank. Das Forward-Multiple liegt damit deutlich unter dem Median des Technologiesektors von 24 und dem Fünfjahresdurchschnitt von 26. Der S&P 500 Index, der die größten Unternehmen in den USA abbildet, weist ein Multiple von 20 auf.

Fundamental hat sich Adobes Geschäft in den letzten Jahren verlangsamt, was zu einigen Fehlentscheidungen geführt hat. Zum Beispiel halten wir die $1.9 billion-Übernahme von Semrush für einen Fehler, da sich die Branche der Suchmaschinenoptimierung (SEO) im Zuge des KI‑Booms verändert. 

Die jüngsten Zahlen zeigten, dass Adobes Umsatz im zweiten Quartal im Jahresvergleich um 13% auf $6.62 billion stieg. Das annualisierte wiederkehrende Umsatzvolumen (ARR) kletterte auf $27 billion, wobei Semrush $480 million dazu beitrug. Zum Quartalsende beliefen sich die verbleibenden Leistungsverpflichtungen (RPO) auf $22 billion. 

Analysten erwarten, dass Adobes Geschäft in den kommenden Jahren moderat wachsen wird. Der Jahresumsatz soll in diesem Jahr um 11% auf $26.52 billion steigen, gefolgt von $28 billion im nächsten Jahr. 

Adobe könnte vom Workday-Kauf profitieren

Ein möglicher Katalysator für die Adobe-Aktie sind Gerüchte, dass Silver Lake kurz davorsteht, Workday zu übernehmen, ein führendes Unternehmen der Softwarebranche. Sollte dieser Kauf stattfinden, wäre es einer der größten Take‑private‑Deals der Branche, da Workday eine Marktkapitalisierung von über $50 billion hat. 

Der Kauf würde jedoch auch anderen Softwareunternehmen zugutekommen, die in den letzten Monaten stark gefallen sind. Denn er würde die Wahrscheinlichkeit weiterer Fusionen und Übernahmen in der Branche erhöhen. 

Mit einer Marktkapitalisierung von $107 billion wäre Adobe schwer zu übernehmen. Daher könnte das Management beschließen, sein Aktienrückkaufprogramm auszuweiten, da es das Unternehmen für deutlich unterbewertet hält. Im letzten Quartal wurden 8,5 Millionen Aktien zurückgekauft. Dadurch ist die Anzahl der ausstehenden Aktien von 486 Millionen im Jahr 2020 auf 399 Millionen gesunken.

Technische Analyse der Adobe-Aktie

Adobe-Aktie

Chart der Adobe-Aktie | Quelle: TradingView

Die ADBE-Aktie ist in den vergangenen Monaten deutlich gestiegen und bewegte sich von $190 auf $270. Sie hat bereits den 200-Tage-gewichteten gleitenden Durchschnitt (WMA) überschritten, ein Zeichen dafür, dass die Bullen weiterhin das Ruder halten. Der Average Directional Index (ADX) sprang auf 22.8, den höchsten Stand seit July 1, was auf anhaltende Aufwärtsdynamik hindeutet. 

Es gibt Anzeichen dafür, dass die Aktie eine umgekehrte Kopf‑Schulter‑Formation ausgebildet hat, ein typisches bullisches Umkehrsignal. Daher ist der Weg des geringsten Widerstands für die Aktie nach oben, wobei das nächste wichtige Ziel die psychologische Marke von $300 ist. 

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