Die großen Technologiekonzerne Alphabet und Amazon treiben den Ausbau ihrer Infrastruktur für künstliche Intelligenz mit enormen Investitionen voran. Zusammen könnten die beiden Unternehmen im laufenden Jahr rund 420 Milliarden US-Dollar für Sachanlagen und Infrastruktur ausgeben. Besonders profitieren dürften davon Anbieter der notwendigen Halbleitertechnologie – allen voran Nvidia und Micron.
Nvidia-Aktie
Die enorme Nachfrage nach Rechenleistung für Anwendungen rund um künstliche Intelligenz hat Nvidia
Dabei wächst das Geschäft des Chipkonzerns bereits mit außergewöhnlicher Geschwindigkeit. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 steigerte Nvidia seinen Umsatz um 85 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Angesichts einer Marktkapitalisierung von rund fünf Billionen US-Dollar ist eine derart hohe Wachstumsrate bemerkenswert.
Auch über das laufende Geschäftsjahr hinaus könnten die Aussichten günstig bleiben. Alphabet hat bereits signalisiert, dass die Investitionen in KI-Infrastruktur im Jahr 2027 deutlich über dem Niveau von 2026 liegen dürften. Diese Entwicklung spiegelt sich auch in den Erwartungen der Analysten wider: Für das kommende Geschäftsjahr wird bei Nvidia ein Umsatzwachstum von rund 43 Prozent prognostiziert.
Damit befindet sich Nvidia in einer außergewöhnlich günstigen Ausgangsposition, um von der nächsten Welle der KI-Investitionen zu profitieren. Trotz der enormen Unternehmensgröße erscheint die Aktie auf Basis des im Artikel genannten Bewertungsniveaus von rund dem 24-Fachen der erwarteten Gewinne vergleichsweise attraktiv. Für Anleger, die auf ein anhaltend hohes Wachstum des KI-Marktes setzen, könnte Nvidia damit weiterhin interessant sein.
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Micron-Aktie
Auch Micron
Hintergrund ist eine zunehmende Knappheit bei Speicherchips. Die Nachfrage übersteigt derzeit das verfügbare Angebot deutlich, was zu einem kräftigen Anstieg der Speicherpreise geführt hat. Wie stark sich diese Entwicklung auf die Branche auswirkt, zeigt das Beispiel Sandisk: Das Unternehmen erklärte zuletzt, dass rund zwei Drittel seines Umsatzwachstums auf höhere Preise zurückzuführen seien.
Solange die Nachfrage das Angebot übersteigt, könnten die Preise auf einem hohen Niveau bleiben. Microns Management geht davon aus, dass der Speichermarkt auch über das Jahr 2027 hinaus angespannt bleiben könnte. Für den Konzern würde dies eine längere Phase mit günstigen Marktbedingungen bedeuten.
Bemerkenswert ist zudem die vergleichsweise niedrige Bewertung der Aktie. Nach den im Artikel genannten Prognosen wird Micron derzeit mit lediglich rund dem 5,6-Fachen der für 2027 erwarteten Gewinne bewertet. Der Markt scheint damit erhebliche Zweifel daran einzupreisen, dass die aktuell hohen Speicherpreise und die starke Nachfrage nachhaltig sein werden.
Sollten sich die Engpässe jedoch tatsächlich bis mindestens Ende 2027 fortsetzen und gleichzeitig die Nachfrage aus Rechenzentren weiter steigen, könnte Micron über mehrere Jahre von hohen Preisen und steigenden Absatzmengen profitieren. Das macht die Aktie trotz der zyklischen Risiken des Speichermarktes zu einem interessanten Kandidaten für Anleger, die gezielt auf den KI-Infrastrukturboom setzen.
Die massiven Investitionen von Amazon und Alphabet in KI-Infrastruktur schaffen ein attraktives Umfeld für Unternehmen, die die dafür benötigte Hardware liefern. Nvidia profitiert unmittelbar von der anhaltend hohen Nachfrage nach leistungsfähigen GPUs, während Micron von der wachsenden Nachfrage nach Speicherchips und den daraus resultierenden höheren Preisen profitieren könnte.
Beide Aktien bieten damit interessante Wachstumsperspektiven, unterscheiden sich jedoch deutlich in ihrem Chancen-Risiko-Profil. Nvidia überzeugt vor allem durch seine starke Marktposition und das erwartete Umsatzwachstum, während Micron aufgrund seiner niedrigen Bewertung und des möglicherweise länger anhaltenden Speicherengpasses besonders viel Aufwärtspotenzial bieten könnte. Gleichzeitig sollten Anleger berücksichtigen, dass insbesondere der Halbleitermarkt zyklisch ist und die hohen Erwartungen an den KI-Boom bereits einen Teil der künftigen Entwicklung vorwegnehmen können.
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