Die BMW-Aktie befindet sich nach dem starken Rückgang im ersten Halbjahr inzwischen in einer Phase der Stabilisierung. Am Donnerstag notiert sie aktuell bei 59,60 €. Damit stellt sich die Frage: Ist der Abwärtstrend beendet oder drohen noch weitere Kursverluste?

Konzernumbau wird vorangetrieben

In der bisherigen Form dürfte das Geschäftsmodell angesichts des veränderten Wettbewerbsumfelds nicht dauerhaft funktionieren. BMW steht insbesondere in China und bei Elektrofahrzeugen unter Druck.

Der Münchener Konzern hat deshalb einen umfassenden Umbau eingeleitet. Ein Schwerpunkt liegt auf der Senkung der Kosten. Dazu gehört auch ein Stellenabbau. Medienberichten zufolge könnten bis 2027 rund 8.000 Stellen wegfallen.

Noch wichtiger ist allerdings die Erneuerung der Modellpalette. BMW verfolgt dabei eine zweigleisige Strategie. Einerseits werden weiterhin Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor angeboten. Gleichzeitig wird das Angebot an Elektrofahrzeugen deutlich ausgebaut.

Das zentrale Projekt ist die sogenannte „Neue Klasse“. Dabei handelt es sich nicht lediglich um einzelne neue Modelle, sondern um eine von Grund auf neu entwickelte Fahrzeuggeneration. BMW will damit technologisch wieder näher an die führenden Wettbewerber herankommen.

Laut Unternehmensangaben ist der neue BMW i3 inzwischen in Serienproduktion. Die Nachfrage nach den neuen Modellen sei bisher hoch. Bis 2027 sollen 40 neue Modelle auf den Markt kommen.

Genau hier liegt für BMW die entscheidende Chance.

Die Kostensenkungen können die Profitabilität verbessern. Eine erfolgreiche neue Modellgeneration könnte dagegen langfristig wieder für Wachstum sorgen.

Dr. Milan Nedeljković, neuer CEO des Konzerns, erklärte:

Mit der Neuen Klasse bringen wir eine Fahrzeuggeneration auf die Straße, die technologisch und emotional neue Maßstäbe setzt.

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Jahresprognose deutlich gesenkt

Dass BMW momentan unter Druck steht, zeigt sich auch an der bereits im Juni reduzierten Jahresprognose.

Für das Gesamtjahr wird inzwischen mit rückläufigen Fahrzeugauslieferungen gerechnet.

Besonders problematisch ist die Entwicklung der Profitabilität. Die operative EBIT-Marge im Automobilsegment soll lediglich zwischen 1 und 3% liegen.

Zuvor hatte BMW noch eine Marge von 4 bis 6% erwartet.

Damit dürfte 2026 für BMW ein weiteres schwieriges Übergangsjahr werden.

Ertrag bricht ein

Die schwache Ertragsentwicklung kommt daher nicht überraschend.

Eine der wichtigsten Ursachen ist das schwierige China-Geschäft. Auf diesem für BMW besonders wichtigen Absatzmarkt ging der Absatz deutlich zurück.

Das Wachstum in anderen Regionen konnte den Rückgang nicht vollständig kompensieren.

Der Konzernumsatz sank um 8% auf 31,3 Milliarden €.

Noch stärker verschlechterte sich die Ertragslage. Das operative EBIT ging um 39% auf 1,63 Milliarden € zurück. Besonders kritisch ist die Entwicklung der operativen EBIT-Marge im Automobilgeschäft. Sie fiel von 5,4 auf lediglich 2,3%.

Damit lag sie allerdings etwas über den Markterwartungen. Der Nettogewinn reduzierte sich um mehr als ein Drittel auf 1,2 Milliarden €.

Die Zahlen zeigen deutlich: BMW befindet sich noch nicht in einer operativen Erholung.

Bewertung

Fundamental ist BMW inzwischen vergleichsweise günstig bewertet.

Das Problem besteht weniger in der aktuellen Bewertung als in der Frage, wann die operative Trendwende einsetzt.

Der Konzern verfügt weiterhin über starke Marken, eine globale Präsenz und ein breit aufgestelltes Geschäftsmodell.

Gelingt es BMW, mit der Neuen Klasse technologisch wieder aufzuschließen und gleichzeitig die Kostenstruktur zu verbessern, dürfte sich die Profitabilität mittelfristig deutlich erholen.

Das wäre auch der entscheidende Impuls für die Aktie.

Die BMW-Aktie könnte aktuell tatsächlich dabei sein, einen Boden auszubilden. Eine endgültige Trendwende ist allerdings noch nicht bestätigt.

Aus meiner Sicht bietet das aktuelle Niveau von knapp 60 € daher wieder interessante Einstiegschancen für Anleger mit einem längeren Anlagehorizont.

Ein weiterer wichtiger Pluspunkt bleibt die Dividende. Selbst bei einer Kürzung der zuletzt gezahlten Dividende von 4,40 € dürfte die Dividendenrendite auf dem aktuellen Kursniveau voraussichtlich sehr attraktiv bleiben.

Ergänzend dazu: Manche Dividenden-Titel werden derzeit vom Markt unterschätzt und bieten dadurch attraktive Einstiegschancen. Hier findest Du zehn konkrete Kandidaten, die sowohl durch Ausschüttungen als auch durch Kurspotenzial überzeugen könnten.

ℹ BMW in Kürze

  • Die BMW AG (WKN: 519000) baut Automobile und Motorräder im Premiumbereich. Neben der Stammmarke BMW gehören auch die Marken Mini und Rolls-Royce zum Autokonzern aus München.
  • Mit rund 2,5 Millionen abgesetzten Fahrzeugen (2025) zählt BMW zu den 15 größten Autoherstellern der Welt.
  • BMW ist Mitglied im deutschen Leitindex DAX und im europäischen Leitindex EuroStoxx 50. Das Unternehmen wird aktuell mit 35,7 Milliarden € bewertet.

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