
Die US-Verbraucherinflation stieg im Juli moderat und entsprach damit den Erwartungen der Ökonomen. Dadurch könnte der Druck auf die Federal Reserve sinken, die Zinsen nächsten Monat anzuheben, da die Währungshüter zwischen nachlassenden Preisdrücken und einem sich abschwächenden Arbeitsmarkt abwägen.
Der Verbraucherpreisindex stieg im Juli gegenüber dem Vormonat um 0,1%, wie am Mittwoch vom Bureau of Labor Statistics veröffentlichte Daten zeigten.
Der Kern-CPI, der volatile Nahrungs- und Energiepreise ausschließt, erhöhte sich um 0,2%.
Beide Werte entsprachen den Schätzungen.
Auf Jahresbasis stieg die Gesamtinflation um 3,4%, die Kerninflation um 2,5%.
Die Zahlen lagen damit ebenfalls im Rahmen der Prognosen, blieben jedoch beide deutlich über dem Inflationsziel der Federal Reserve von 2%.
Energy prices provide relief
Die jüngsten Zahlen deuten darauf hin, dass einige der zu Jahresbeginn beobachteten Preisdrücke an Dynamik verlieren könnten.
Der Energieindex fiel im Juli um 1,5% nach einem Rückgang um 5,7% im Juni.
Die Kraftstoffpreise waren ein wesentlicher Treiber: Der Benzinindex sank im Monat um 2,9%.
Vor saisonaler Bereinigung sanken die Benzinpreise um 2,1%.
Trotz der jüngsten monatlichen Rückgänge blieben die Energiepreise deutlich höher als vor einem Jahr.
Der Energieindex lag über die letzten 12 Monate um 14,7% höher, die Benzinpreise stiegen im gleichen Zeitraum um 24,6%.
Daten der US Energy Information Administration zeigten, dass die durchschnittlichen Benzinpreise im Juli auf $4,064 pro Gallone fielen, nach $4,184 im Juni.
Im Mai hatten die Preise im Mittel $4,609 pro Gallone betragen.
Die Kombination aus sinkenden Energiepreisen und einer erneut vergleichsweise gedämpften monatlichen Kernrate könnte den Fed-Verantwortlichen zusätzliche Zeit verschaffen, um zu beurteilen, ob die Inflation tatsächlich auf das Ziel der Zentralbank zusteuert.
Markets see limited policy shock
Die US-Futures für Aktien legten nach dem Inflationsbericht zu.
Die S&P-500-Futures stiegen um etwa 0,5%, Dow-Jones-Futures gewannen 0,25%. Nasdaq-Futures legten rund 1% zu, was eine stärkere Stimmung gegenüber Wachstums- und Technologiewerten widerspiegelt.
Der Trading-Desk von JPMorgan hatte vor der Veröffentlichung mehrere mögliche Marktreaktionen skizziert; ein Kerninflationswert zwischen 0,2% und 0,25% wurde als wahrscheinlichstes Szenario angesehen.
Ein solches Ergebnis würde erwartungsgemäß den S&P 500 um etwa 0,25% bis 0,75% anheben.
Steve Ryder, Senior Fixed-Income-Portfolio-Manager bei Aviva Investors, sagte, der Bericht werde voraussichtlich keine unmittelbare geldpolitische Wende auslösen.
‚Der Bericht dürfte die Entscheidungsträger beruhigen, dass die starke negative Überraschung im Juni weder vollständig Rauschen noch der Beginn eines deutlich schnelleren Disinflationsprozesses war‘, sagte er.
Ryder sagte, die Daten sollten die Erwartungen an eine Zinserhöhung im September lebendig halten, würden der Fed aber wenig Dringlichkeit geben, sofort zu handeln.
Jobs data remains key
Der Inflationsbericht erscheint nur wenige Tage nach einem schwachen US-Arbeitsmarktbericht, der zeigte, dass im Juli unerwartet Stellen abgebaut wurden und Anleger ihre Erwartungen an kurzfristige geldpolitische Straffungen zurücknahmen.
Die Federal Reserve hielt die Zinsen auf ihrer Juli-Sitzung unverändert, obwohl drei der zwölf Politikmitglieder für eine Anhebung stimmten.
Seitdem schwanken die Märkte zwischen Anzeichen für anhaltende Inflation und Hinweisen auf eine nachlassende Dynamik am Arbeitsmarkt.
Gemäß dem FedWatch-Indikator der CME sehen Händler grob eine 50:50-Chance für eine Zinserhöhung bei der Fed-Sitzung im September.
Oktober und Dezember werden zunehmend als wahrscheinliche Zeitfenster für zusätzliche Straffungen angesehen, falls die Inflation hoch bleibt.
Ryder sagte, Anleger könnten sich nun stärker auf die nächsten Inflations- und Arbeitsmarktdaten konzentrieren, bevor sie Schlussfolgerungen über das nächste Fed-Vorgehen ziehen.
‚Die Renditen von Staatsanleihen und die Marktpreise könnten nur begrenzt reagieren, während Anleger weiter darüber debattieren, ob die Inflation auf das Ziel konvergiert oder sich auf einem Tempo stabilisiert, das weiterhin leicht darüber liegt‘, sagte er.
Die aktuellen CPI-Zahlen lassen der Fed damit Raum zum Abwarten und halten den geldpolitischen Ausblick fein austariert, während die Verantwortlichen beurteilen, ob das Preiswachstum ausreichend nachlässt, um Geduld zu rechtfertigen, oder ob es zu hoch bleibt, um eine weitere Zinserhöhung später in diesem Jahr auszuschließen.
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