Wer als Einsteiger nach Dividendenaktien sucht, landet häufig bei bekannten Namen wie Allianz (WKN: 840400) oder BASF (WKN: 515100). Dabei gibt es auch abseits der großen DAX-Konzerne auch Unternehmen mit deutlich höheren laufenden Ausschüttungen. Freenet (WKN: A0Z2ZZ) gehört aktuell zu den auffälligsten Beispielen.
Die Aktie bietet auf Basis der zuletzt beschlossenen Dividende eine Rendite von mehr als 8 %. Für Anleger klingt das verlockend. Die Ausschüttung steigt, der freie Cashflow bleibt robust und das TV-Geschäft wächst kräftig. Doch reicht das aus, um die Aktie zu einem attraktiven Dividendeninvestment zu machen?
Der Free Cashflow ist entscheidend
Freenet verfolgt eine klare Ausschüttungspolitik: 80 % des bereinigten Free Cashflows oder mindestens zwei Euro je Aktie sollen an die Aktionäre fließen.
Das ist für Anleger interessant, denn Freenet verfügt über ein vergleichsweise kapitalarmes Geschäftsmodell. Das Unternehmen betreibt kein eigenes Mobilfunknetz und muss deshalb nicht in gleichem Umfang wie Netzbetreiber in Infrastruktur investieren. Gleichzeitig sorgen Mobilfunkverträge und TV-Abonnements für wiederkehrende Umsätze.
Auch der Cashflow entwickelt sich derzeit positiv. Im ersten Quartal 2026 stieg der bereinigte Free Cashflow um 10,4 % auf 85,7 Mio. Euro.
Für 2028 stellt das Management einen erwarteten bereinigten Free Cashflow von mindestens 340 Mio. Euro in Aussicht. So könnte am Ende eine Dividende von mindestens 2,30 Euro rauskommen.
Wachstum bei waipu.tv bietet Chancen
Ein wichtiger Wachstumstreiber könnte waipu.tv werden. Das IPTV-Geschäft steigerte sein bereinigtes EBITDA im ersten Quartal um 49 %.
Auch die Integration von mobilezone eröffnet Chancen. Eine größere Kundenbasis und mögliche Skaleneffekte könnten den Cashflow langfristig stärken.
Gelingt es Freenet, das Wachstum in nachhaltig höheren freien Cashflow umzuwandeln, wäre das eine gute Grundlage für eine weiterhin hohe oder sogar steigende Dividende.
Doch die hohe Rendite von Freenet kann auch ein Warnsignal sein
Eine Dividendenrendite von mehr als 8 % sollte Anleger nicht blind begeistern. Schließlich kann eine hohe Rendite auch ein ernstzunehmendes Warnsignal sein.
Hinzu kommt die hohe Ausschüttungsquote. Je mehr Cash Freenet als Dividende auszahlt, desto weniger Geld bleibt für Investitionen, Übernahmen oder den Schuldenabbau.
Auch der Mobilfunkmarkt bleibt wettbewerbsintensiv. Da Freenet auf die Netze anderer Anbieter angewiesen ist, können veränderte Konditionen die Margen und damit den Cashflow belasten.
Fazit zur Aktie
Freenet könnte am Ende mehr als eine reine 8-Prozent-Dividendenwette sein. Wiederkehrende Umsätze, ein robuster Free Cashflow und Wachstum bei waipu.tv sprechen für die Aktie. Gleichzeitig bleiben Wettbewerb, Netzbetreiber-Abhängigkeit und die hohe Ausschüttungsquote Risiken.
Der Artikel Vergiss Allianz und BASF: Diese deutsche Aktie zahlt jetzt über 8 % Dividende! ist zuerst erschienen auf Aktienwelt360.