Start einer SpaceX-Rakete

Die SpaceX-Aktie (SPCX) gab am späten Dienstag im nachbörslichen Handel nach, nachdem die Wall Street ein verhaltenes Urteil zu dem ersten Quartalsbericht des Unternehmens gefällt hatte.

In ihrem ersten öffentlichen Ergebnisupdate seit dem rekordverdächtigen Börsengang am 12. Juni meldete SpaceX für das zweite Quartal einen Umsatz von 7,81 Mrd. USD, womit die Analystenschätzungen von 6,93 Mrd. USD übertroffen wurden und ein Anstieg um 92 % gegenüber 4,1 Mrd. USD im Vorjahreszeitraum verzeichnet wurde.

Das Unternehmen meldete einen Nettoverlust von 9 Cent je Aktie und übertraf damit ebenfalls die Konsenserwartungen.

Trotzdem bleibt die Anlegerstimmung fragil; seit dem Debüt bei 150 USD je Aktie im Juni hat die SPCX-Aktie bis Dienstagsschluss mehr als 16 % verloren, wodurch Hunderte Milliarden an Marktkapitalisierung ausgelöscht wurden.

Warum fällt die SpaceX-Aktie im nachbörslichen Handel?

Der Kursrückgang nach den Ergebnissen unterstreicht tief verwurzelte Anlegerängste hinsichtlich der unermüdlichen Investitionsausgaben (Capex) und der massiven Betriebsverluste des Unternehmens.

Obwohl die Umsatzzahlen die Schätzungen übertrafen, konzentrierten sich Anleger auf den zugrunde liegenden Barmittelverbrauch, der durch den aggressiven Vorstoß des Unternehmens in Infrastruktur für künstliche Intelligenz (KI) angetrieben wird.

Nach der Fusion im Februar mit xAI verpflichtete sich SpaceX zum Aufbau hochdichter orbitaler Rechenzentren — ein Moonshot‑Projekt, das die Jahresverluste im vergangenen Jahr auf 4,9 Mrd. USD anhob.

Zusätzlichen Druck im nachbörslichen Handel erzeugt das bevorstehende Ende der Lock‑up‑Periode, durch das 912 Millionen Insider‑ und Mitarbeiteraktien für den öffentlichen Handel freigegeben werden.

Die Wall Street bleibt besorgt, dass Insiderverkäufe den Markt überschwemmen könnten, während die Kernaktivitäten rund um Raketenstarts weiterhin unrentabel sind.

Wie sich die SpaceX-Geschäftsbereiche im zweiten Quartal entwickelten

Ein genauerer Blick auf die Segmentergebnisse zeigt eine deutliche Divergenz zwischen den Geschäftsbereichen von SpaceX.

Das Connectivity‑Segment des Unternehmens, getragen vom Satelliten‑Internetnetzwerk Starlink, erzielte einen Umsatz von 4,29 Mrd. USD gegenüber den von StreetAccount erwarteten 3,83 Mrd. USD.

Starlink bleibt die einzige Profitquelle von SPCX und verzeichnete ein operatives Quartalsergebnis von 1,66 Mrd. USD.

Dagegen erzielte das klassische Startgeschäft der Raumfahrt 962 Mio. USD (gegenüber den erwarteten 835 Mio. USD), verzeichnete trotz lukrativer NASA‑Verträge jedoch einen operativen Verlust von 542 Mio. USD.

Unterdessen erzielte die noch junge KI‑Sparte einen Umsatz von 2,56 Mrd. USD und übertraf damit die erwarteten 2,18 Mrd. USD, erlitt jedoch aufgrund von Server‑ und Konstellationsaufbauten einen hohen operativen Verlust von 1,26 Mrd. USD.

Sollten Sie den Kursrückgang nach den Quartalszahlen bei SPCX-Aktien kaufen?

Für Wachstumsinvestoren stellt die SPCX‑Aktie ein klassisches Hochrisiko‑/Hochrendite‑Szenario dar.

Einerseits zeigt das Direktkundengeschäft und das Regierungs‑Enterprise‑Modell von Starlink, dass SpaceX weltweit hochgradig Barmittel generierende Geschäftsmodelle aufbauen kann.

Andererseits lässt die hohe Bewertung des Unternehmens kaum Spielraum für Ausführungsfehler bei seinen Ambitionen für orbitales KI‑Computing.

Wertorientierte Händler könnten es vorziehen, die unmittelbare Lock‑up‑Periode nach dem IPO auszusitzen, um die Marktvolatilität abkühlen zu lassen.

Langfristig orientierte Anhänger von Elon Musks multi‑planetarem und KI‑Ökosystem könnten die derzeitige Kursschwäche nahe den historischen Tiefständen nach dem Börsengang als überzeugenden mehrjährigen Einstiegszeitpunkt sehen, bevor das orbitale KI‑Computing echte kommerzielle Skalierung erreicht.

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