Ein zusätzliches Einkommen durch Aktien aufzubauen? Warum auch nicht?  Es müssen ja nicht immer spekulative Wachstumswerte oder riskante Wetten sein. Gerade etablierte Unternehmen mit stabilen Geschäftsmodellen eignen sich hervorragend, um schnell und einfach regelmäßige Ausschüttungen und damit passives Einkommen zu erzielen.

Entscheidend ist jedoch nicht nur die Höhe der Dividendenrendite, sondern vor allem die Frage, ob das Unternehmen seine Gewinne und Ausschüttungen auch in Zukunft nachhaltig sichern kann.

Zwei Kandidaten aus unterschiedlichen Branchen könnten in diesem Zusammenhang interessant sein. Es sind der US-Konzern Altria (WKN: 200417) und die deutsche DWS Group (WKN: DWS100).

Altria: Hohe Dividende dank starker Marke und Preissetzungsmacht

Altria zählt seit schon Jahrzehnten zu den verlässlichsten Dividendenzahlern der Welt. 60 Jahre stetige Dividendenerhöhungen sprechen für sich. Zu verdanken ist dies auch den abhängigen Konsumenten, die auf die etablierte Markenkraft des US-Marktführers schwören.

Und obwohl die Zahl der Raucher langfristig zurückgeht, konnte das Unternehmen sinkende Absatzmengen in der Vergangenheit regelmäßig durch Preiserhöhungen ausgleichen. Dadurch blieben Umsatz und Cashflow vergleichsweise stabil.

Spannend ist auch, dass in diesem rückläufigen Markt niemand mehr groß investiert. Konkurrenten bleiben somit außen vor, Preisdruck gibt es quasi nicht, denn hier gibt es nichts mehr zu holen.

Wachstumsfantasie ergibt sich aus neuen Kategorien wie Kautabak, E-Zigaretten oder Heat-not-Burn-Produkten. Zwar kannibalisieren diese das eigene Geschäft, langfristig könnten sie jedoch die Existenz sichern, was wesentlich wertvoller sein dürfte. Die Einstiegsrendite liegt bei 6,3 %.

DWS Group: Profiteur vom langfristigen Trend zum Investieren

Die DWS Group verfolgt dagegen ein komplett anderes Geschäftsmodell. Als einer der größten Vermögensverwalter Europas verdient das Unternehmen vor allem an Gebühren für Investmentfonds, ETFs und institutionelle Anlageprodukte.

Das Geschäftsmodell ist interessant, weil immer mehr Menschen ihr Geld langfristig am Kapitalmarkt investieren. Davon profitieren Vermögensverwalter, denn mit steigendem verwaltetem Vermögen steigen auch die Einnahmen.

Allerdings herrscht auch ein chronischer Preisdruck. Die niedrigen Gebühren von ETFs setzen die ganze Branche seit Jahren unter Druck. 

Ohnehin ist der Wettbewerb in der Vermögensverwaltung hoch, die Eintrittsbarrieren sind äußerst gering. Anbieter müssen ständig mit günstigeren Produkten, neuen Technologien und steigenden regulatorischen Anforderungen umgehen.

Die DWS verfügt jedoch über eine etablierte Marke und profitiert von ihrer Verbindung zur Deutschen Bank (WKN: 514000). Besonders der Trend zu ETFs und kostengünstigen Anlageprodukten eröffnet langfristige Wachstumschancen.

Allerdings muss der Konzern auch stetig seine Kostenbasis senken. Fusionen mit anderen Anbietern sollte der Konzern auf seine Agenda setzen.

Auch gibt es weitere Risiken. So schmilzt in schwachen Börsenphasen das verwaltete Vermögen gerne mal ab, wodurch die Gebühreneinnahmen belastet werden können. Auch mögliche Reputationsrisiken spielen eine Rolle, insbesondere bei Themen wie nachhaltigen Investments und der Bewertung von Fondsstrategien. Dennoch können mit etwas Glück hier zum Einstieg über 5 % Dividende erreichbar sein.

Fazit: Zwei unterschiedliche Wege zu möglichen Dividendeneinnahmen

Die Beispiele Altria und DWS Group zeigen ganz gut, dass attraktive Dividenden aus sehr unterschiedlichen Geschäftsmodellen entstehen können. Beide Unternehmen besitzen klare Wettbewerbsvorteile, stehen aber gleichzeitig vor eigenen Herausforderungen.

Anleger sollten deshalb nicht nur auf die aktuelle Dividendenrendite achten, sondern auch prüfen, wie nachhaltig das Geschäftsmodell und die Gewinne eines Unternehmens sind.

Denn eine hohe Dividende allein macht noch keine gute Investmententscheidung. Entscheidend ist die Kombination aus Qualität, Bewertung und langfristiger Perspektive.

Der Artikel 30 Euro Dividende jeden Monat: Diese 2 Aktien könnten Anlegern regelmäßige hohe Einnahmen liefern! ist zuerst erschienen auf Aktienwelt360.