
Die Aktie von Bristol-Myers Squibb (BMY) fällt heute Morgen und gibt damit ihre vorbörslichen Gewinne wieder ab, während sich die Wall Street mit brisanten Berichten über eine mögliche transatlantische Fusion mit AstraZeneca (AZN) auseinandersetzt.
Medienberichten zufolge hat der britische Gesundheitskonzern in Vorbesprechungen mit BMY über eine mögliche Megafusion gesprochen, die den zusammengeschlossenen Konzern auf rund 400 Milliarden USD (ca. 348,9 Milliarden €) bewerten könnte.
Es gibt jedoch Gründe, skeptisch zu bleiben, ob der erste Dialog in eine verbindliche Vereinbarung münden kann – weshalb Vorsicht geboten ist, wenn man dem Momentum der Bristol-Myers-Aktie heute hinterherläuft.
Warum die Bristol-Myers-Aktie bereits zurückgeht?
Aus analytischer Sicht ist die größte Hürde für eine mögliche Fusion von Bristol-Myers mit AZN das anspruchsvolle regulatorische Umfeld.
Beide Unternehmen haben dominante Marktanteile in der Onkologie und bei kardiovaskulären Therapeutika – zwei Bereiche, die von Kartellbehörden wie der FTC und der Europäischen Kommission intensiv geprüft werden.
Die Zusammenführung von BMYs Blockbuster-Therapeutika wie Opdivo und Eliquis mit AstraZenecas umfangreichem Krebs- und kardiovaskulärem Portfolio würde Konzentrationsprobleme schaffen, die die Regulierungsbehörden ohne umfangreiche Veräußerungen wahrscheinlich nicht genehmigen würden.
Angesichts des jüngsten globalen politischen Gegenwinds gegen Konsolidierung im Gesundheitswesen würden Kartellbehörden auf beiden Seiten des Atlantiks ein derartiges Abkommen voraussichtlich energisch anfechten.
Deshalb haben BMY-Aktien zum Zeitpunkt der Niederschrift bereits begonnen, ihre vorbörslichen Gewinne abzubauen.
Beim Hinterherlaufen des Momentum der BMY-Aktie ist Vorsicht geboten
Neben kartellrechtlichen Gegenwinden stoßen die finanziellen Dynamiken einer solchen Transaktion sofort auf Widerstand bei institutionellen Anlegern.
Die Nachricht traf die AstraZeneca-Aktien in der Londoner Sitzung heute hart, was die heftigen Anlegerbedenken hinsichtlich Verwässerung und Verschuldung unterstreicht.
Bristol-Myers trägt massive Schulden aus früheren Übernahmen; diese zu übernehmen würde die Bilanz von AZN belasten, gerade in einer Phase, in der Kapitaldisziplin oberste Priorität hat.
Zudem stehen beide Pharmariesen später in diesem Jahrzehnt vor drohenden Patentklippen bei wichtigen Umsatzträgern.
Die Fusion zweier Konzerne, die sich im Portfolioübergang befinden, bringt erhebliche operative Risiken mit sich – weshalb der Vorstand von AstraZeneca voraussichtlich äußerst zurückhaltend wäre, über explorative Gespräche hinauszugehen.
Wie sollten Anleger Bristol-Myers auf dem aktuellen Niveau handeln?
Obwohl ein Aufkauf mit Prämie für BMY-Aktionäre ein großer Gewinn wäre, rät Lucy Coutts, Investmentdirektorin bei JM Finn, aufgrund der Marktrealität davon ab, dem Momentum der Pharmaaktie nachzulaufen.
Da regulatorische Zustimmungen und Vorstandsgenehmigungen für diese Fusion höchst unwahrscheinlich sind und AZN-Investoren bereits Widerstand leisten, ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Deal zustande kommt, außerordentlich gering.
Sobald die anfängliche Aufregung nachlässt und die Übernahmegerüchte abkühlen, könnten die temporären Gewinne der BMY-Aktie recht schnell wieder verloren gehen.
Kurz gesagt: Anleger, die die Aktie halten, sollten die heutige Kursrallye nutzen, um Gewinne zu sichern und Aktien zu verkaufen, bevor der Markt sich wieder an den Fundamentaldaten orientiert.
Anleger sollten außerdem beachten, dass die Wall Street Bristol-Myers Squibb derzeit mit einer moderaten Kaufempfehlung bewertet, wenn auch mit einem mittleren Kursziel von $63, was das Abwärtsrisiko gegenüber dem aktuellen Niveau unterstreicht.
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