Bank of Japan

Der USD/JPY-Wechselkurs ist auf das entscheidende Unterstützungsniveau von 155,20 gefallen, den niedrigsten Stand seit dem 6. Mai, da der japanische Yen in diesem Jahr die meisten wichtigen Währungen übertrifft. Das Paar ist seit seinem Jahreshoch um mehr als 4 % zurückgegangen und unterstreicht damit die jüngste Schwäche des Dollars. 

Dieser Artikel untersucht, warum die Trump-Administration zur Stützung des Greenbacks intervenierte und was das für das Währungspaar bedeutet.

Trump sorgt sich um den US-Anleihemarkt

Die USA intervenierten am Devisenmarkt, indem sie ihre umfangreichen Eurobestände in Dollar umschichteten. Laut FT wurde die Transaktion von der Federal Reserve Bank of New York über Morgan Stanley und Goldman Sachs abgewickelt.

Diese Intervention erfolgte einen Tag, nachdem die Bank of Japan ebenfalls eine größere Intervention im Umfang von etwa 8,45 Billionen Yen bzw. 52,8 Mrd. US-Dollar durchgeführt hatte. 

Ein Grund für das Eingreifen der Trump-Administration ist der US-Anleihemarkt und die Tatsache, dass Japan der größte Gläubiger ist. Japan hält über 1,14 Billionen US-Dollar an US-Staatsanleihen, ein Wert, der seit dem Höchststand von 1,24 Billionen US-Dollar im Februar rückläufig ist.

Daten zeigen, dass die Renditen US-Staatsanleihen in den vergangenen Monaten gestiegen sind. Die 30-jährige Rendite sprang im letzten Jahr auf einen 19-Jahres-Höchststand von 5,28 %. Auch die zehnjährige Rendite stieg auf 4,74 %.

Trumps Befürchtung ist, dass Japan weiterhin US-Treasuries verkaufen könnte, um den Yen zu stützen, was theoretisch die Renditen weiter nach oben treiben würde. Das ist bedeutsam, weil die US-Staatsverschuldung weiter wächst und sich der Marke von 40 Billionen US-Dollar nähert. Die US-Defizite steigen ebenfalls und dürften die Marke von 2 Billionen US-Dollar erreichen.

Daher hofft die Trump-Administration durch das Eingreifen, dass Japan seine US-Treasuries nicht in großem Umfang abstößt, wie es China getan hat. China hält US-Anleihen im Wert von 659 Mrd. US-Dollar, nach über 1,3 Billionen US-Dollar im Jahr 2013.

Japans Handelsüberschuss mit den USA

Präsident Trump war stets auf Handelsdefizite fokussiert, was seine Zollstrategie erklärt. Aktuelle Daten zeigen, dass Japans Handelsüberschuss mit den USA auf über 47 Mrd. US-Dollar gestiegen ist. Treiber dieser Zahl sind Fahrzeuge und wichtige Maschinen.

Ein Grund für den steigenden Überschuss ist der schwächere Yen, der dazu beiträgt, die Wirkung von Trumps Zöllen auszugleichen. Indem er auf einen stärkeren Yen drängt, hofft Trump, damit US-Exporte zu stärken.

Trump intervenierte auch, weil er – wie bei Argentinien zu sehen – eine persönliche Beziehung zu Sanae Takaichi hat. Er traf sie im Mai im Weißen Haus und lobte sie wiederholt. Die Intervention ist somit auch ein Mittel, ihr zu helfen, die Inflation zu dämpfen.

Dennoch dürfte die Wirkung dieser Interventionen wegen der Zinsdifferenziale zwischen den USA und Japan wahrscheinlich nur kurzfristig sein. Die BoJ und die Fed beließen die Zinsen vergangene Woche unverändert, und Analysten rechnen nun damit, dass die Fed dieses Jahr anheben wird. Erhöht die BoJ nicht, dürfte der Yen weiter unter Druck bleiben. 

USD/JPY: Technische Analyse

USD/JPY

USDJPY-Chart | Quelle: TradingView

Das Tageschart zeigt, dass das USD/JPY-Paar von einem Wochenhoch bei 163,97 auf ein Tief bei 155,20 gefallen ist, den niedrigsten Stand seit dem 6. Mai. Es ist unter die aufsteigende Trendlinie gefallen, die die Tiefpunkte seit Februar dieses Jahres verbindet.

Das Paar bildet eine große Doji-Formation aus, ein in der technischen Analyse häufiges Zeichen für eine bullische Umkehr. Daher besteht – wie bereits im April nach der BoJ-Intervention zu sehen war – die Möglichkeit, dass das Paar wieder anzieht und möglicherweise bis etwa 160 zurückkehrt.

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