Der Aktienkurs von Rocket Lab stand diese Woche weiter unter starkem Druck und fiel auf eine wichtige technische Unterstützungsmarke. Nachdem er vor dem SpaceX-IPO auf ein Rekordhoch von $151 gestiegen war, ist die Aktie um etwa 61% auf rund $58.60 eingebrochen, da Investoren weiterhin Gewinne mitnehmen und ihre Wachstumserwartungen neu bewerten. 

Da das Unternehmen am 10. August die Quartalszahlen veröffentlicht, lautet die zentrale Frage, ob dieser heftige Abverkauf eine attraktive Kaufgelegenheit darstellt oder auf weiteres Abwärtspotenzial hindeutet. 

Rocket Lab-Aktie stürzt im Zuge von Gewinnmitnahmen ab

Die RKLB-Aktie hat in den vergangenen Tagen eine deutliche Kehrtwende erlebt. Ein Unternehmen, das kürzlich zu den größten Gewinnern an der Wall Street gehörte, ist zum Schlusslicht geworden, wobei seine Bewertung von über $86 billion auf $35 billion sank – ein Einbruch von $51 billion.

Der laufende Abverkauf bei Rocket Lab fiel zeitgleich mit dem anderer Raumfahrtunternehmen. SpaceX, der prominenteste Name der Branche, ist von einem Post‑IPO‑Hoch von $225 auf heute $112 gefallen.

Ähnlich stürzte die Planet Lab-Aktie von $51.60 auf $19.4, während Richard Bransons Aktie von $9 auf $2.45 fiel. Dieser Abverkauf ist auf Gewinnmitnahmen zurückzuführen, nachdem diese Aktien vor dem SpaceX-IPO stark gestiegen waren. 

Es ist üblich, dass stark gestiegene Aktien einbrechen, wenn Investoren Gewinne realisieren. Genau derselbe Grund hat diesen Monat zu starken Kursrückgängen bei Speicherherstellern wie Micron, SanDisk, Western Digital und Seagate geführt.

Technisch gesehen erfolgt der Abverkauf im Rahmen eines Konzepts, das als Wyckoff-Theorie bekannt ist. Diese Theorie beschreibt typischerweise vier Phasen, die Aktien durchlaufen: Akkumulation, Markup, Distribution und Markdown. 

Im Fall von Rocket Lab bewegte sich der Kurs monatelang in einer engen Spanne, ein Zeichen von Akkumulation. Kurz vor dem SpaceX-IPO ging die Aktie dann in die Distribution‑ und Markdown‑Phase über.

Fokus richtet sich auf den Quartalsbericht

Der nächste wichtige Katalysator für die Rocket Lab-Aktie wird der Gewinnbericht sein, der am 10. August erscheint. Dieser Bericht liefert mehr Informationen zum Geschäft und eine tiefere Begründung für die Iridium-Übernahme.

Auf Basis der jüngsten Guidance erwarten Analysten starke Zahlen. Der durchschnittliche Schätzwert sieht einen Umsatz von $230 million vor, $30 million mehr als im ersten Quartal. Das wäre zudem ein Anstieg von 60% gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Für das Jahr wird ein Umsatzsprung von 52% auf $918 million erwartet, gefolgt von $1.27 billion im nächsten Jahr. 

Trotz Bewertungsbedenken verfügt Rocket Lab über solide Fundamentaldaten, da die Nachfrage nach Raketenstarts steigt. Außerdem dürfte das Geschäft nach dem Start des Neutron-Projekts auf verstärkte Nachfrage stoßen. Die Übernahme von Iridium wird dem Unternehmen zudem zu einer stärkeren vertikalen Integration verhelfen.

Technische Analyse des RKLB-Kurses

rocket lab

Aktienchart von Rocket Lab | Quelle: TradingView

Der Tageschart zeigt, dass sich die Rocket Lab-Aktie in den vergangenen Monaten in einem steilen Abwärtstrend befand. Sie stürzte von einem Rekordhoch von $150 auf aktuell $58.60. Dabei fiel sie unter den 50‑Tage‑ und 200‑Tage‑Gleitenden Durchschnitt. Die Differenz zwischen diesen beiden Durchschnitten verengt sich, was zu einem Death‑Cross‑Muster führen könnte.

Der Relative‑Stärke‑Index (RSI) ist gefallen und nähert sich dem überverkauften Niveau von 30. Daher ist das wahrscheinlichste Szenario, dass die Aktie weiter fällt, möglicherweise bis auf $50, und sich dann im Laufe der Zeit wieder erholt. 

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