Die BMW-Aktie befindet sich seit Jahresbeginn in einem ausgeprägten Abwärtstrend. Notierte sie zu Jahresbeginn noch bei rund 95 €, steht sie am Donnerstag aktuell bei etwa 61 €. Trotz der schwachen Quartalszahlen blieb ein erneuter Kursrutsch aus. Für Anleger stellt sich daher die Frage: Hat die Aktie bereits einen stabilen Boden gefunden?
Chinageschäft bricht weiter ein
China bleibt einer der wichtigsten Absatzmärkte für BMW. Wie bereits in den vergangenen Quartalen ging der Absatz dort erneut deutlich zurück und belastete damit auch die Zahlen für das zweite Quartal.
Der weltweite Fahrzeugabsatz verringerte sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 4,9% auf rund 591.000 Einheiten. Dabei entwickelten sich die Regionen sehr unterschiedlich. In Europa stieg der Absatz um 7,6%, in den USA sogar um 11,9%. Der Rückgang in China konnte dadurch jedoch nicht vollständig ausgeglichen werden.
Der Konzernumsatz sank um 8% auf 31,3 Milliarden €. Im Vorquartal lag er bei 31 Milliarden €.
Noch stärker verschlechterte sich die Ertragslage. Das operative EBIT ging um 39% auf 1,63 Milliarden € zurück. Die für den Kapitalmarkt besonders wichtige operative EBIT-Marge im Automobilgeschäft fiel von 5,4% auf nur noch 2,3%. Damit lag sie allerdings etwas über den Markterwartungen. Der Nettogewinn reduzierte sich um mehr als ein Drittel auf 1,2 Milliarden €.
Ein positiver Aspekt ist die Entwicklung der neuen Modellgeneration. Die Bestellungen für die Fahrzeuge der „Neuen Klasse“ legten in Europa um rund ein Drittel zu. Dies zeigt, dass BMW trotz der aktuellen Belastungen bei der Erneuerung seiner Modellpalette Fortschritte macht.
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BMW steht vor einer tiefgreifenden Transformation
Die Probleme bei BMW sind kein kurzfristiges Phänomen. Der Konzern befindet sich wie die Wettbewerber Mercedes-Benz und Volkswagen in einem umfangreichen Transformationsprozess.
Neben dem zunehmenden Wettbewerbsdruck aus China belasten hohe regulatorische Anforderungen, geopolitische Unsicherheiten und die Kosten der Umstellung auf neue Antriebstechnologien das Geschäft.
Vorstandschef Milan Nedeljković sieht die Automobilindustrie daher vor erheblichen Veränderungen. Organisation und Prozesse sollen schlanker und effizienter werden, um das Unternehmen an die verschärften Rahmenbedingungen anzupassen.
Um die Kosten zu reduzieren, plant BMW einen umfangreichen Stellenabbau. Medienberichten zufolge könnten dabei etwa 8.000 Arbeitsplätze wegfallen.
Jahresprognose bereits deutlich gesenkt
Die schwache Entwicklung kommt allerdings nicht völlig überraschend. BMW hatte seine Jahresprognose bereits im Juni nach unten angepasst.
Für das Gesamtjahr wird nun mit rückläufigen Fahrzeugauslieferungen gerechnet. Gleichzeitig soll die EBIT-Marge im Automobilsegment lediglich zwischen 1 und 3% liegen. Zuvor hatte BMW noch 4 bis 6% erwartet.
Damit dürfte 2026 für BMW ein weiteres schwieriges Übergangsjahr werden.
Bewertung
Dass die Aktie trotz des deutlichen Ergebniseinbruchs relativ stabil bleibt, ist nachvollziehbar. Ein großer Teil der negativen Entwicklung war durch die vorangegangene Prognosesenkung bereits bekannt.
Positiv ist, dass BMW mit einem umfangreichen Sparprogramm gegensteuert. Der geplante Personalabbau und die Vereinfachung von Strukturen sind aus meiner Sicht wichtige Voraussetzungen, um die Kostenbasis an die veränderten Marktbedingungen anzupassen.
Allerdings dürfte der Konzernumbau längere Zeit in Anspruch nehmen. Bis sich die Maßnahmen nachhaltig in einer höheren Profitabilität niederschlagen, ist daher Geduld erforderlich.
Die Aktie bleibt entsprechend anfällig für weitere Rückschläge. Für langfristige Anleger spricht allerdings die weiterhin attraktive Dividendenrendite. Selbst bei einer möglichen Kürzung dürfte BMW im Vergleich zu vielen anderen DAX-Werten ein interessanter Ausschüttungswert bleiben.
Fundamental befindet sich BMW weiterhin in einer schwierigen Phase. Die schwache Marge im Automobilgeschäft und die notwendige Restrukturierung sprechen gegen eine schnelle Erholung.
Dass die Aktie trotz der schwachen Zahlen relativ stabil bleibt, ist zwar ein positives Signal. Von einer bestätigten Bodenbildung kann jedoch noch nicht gesprochen werden.
Aus meiner Sicht sollten Anleger daher vorerst abwarten.
Ergänzend dazu: Manche Dividenden-Titel werden derzeit vom Markt unterschätzt und bieten dadurch attraktive Einstiegschancen. Hier findest Du zehn konkrete Kandidaten, die sowohl durch Ausschüttungen als auch durch Kurspotenzial überzeugen könnten.
BMW in Kürze
- Die BMW AG (WKN: 519000) baut Automobile und Motorräder im Premiumbereich. Neben der Stammmarke BMW gehören auch die Marken Mini und Rolls-Royce zum Autokonzern aus München.
- Mit rund 2,5 Millionen abgesetzten Fahrzeugen (2025) zählt BMW zu den 15 größten Autoherstellern der Welt.
- BMW ist Mitglied im deutschen Leitindex DAX und im europäischen Leitindex EuroStoxx 50. Das Unternehmen wird aktuell mit 37 Milliarden € bewertet.
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