
Der Aktienkurs von Qualcomm setzte diese Woche seinen starken Abwärtstrend fort und erreichte den niedrigsten Stand seit April 30. QCOM ist seit seinem Höchststand in diesem Jahr um über 37% gefallen, wobei die Marktkapitalisierung von $265 billion auf $171 billion gesunken ist.
Der Einbruch bei Qualcomm fiel mit dem anhaltenden Ausverkauf bei anderen Halbleiterunternehmen zusammen. Der VanEck Semiconductor (SMH) ETF ist von $671 auf $529 gefallen, während der iShares PHLX SOX Semiconductor Sector ETF (SOXX) sich von einem Hoch von $655 auf heute $490 zurückgezogen hat.
Qualcomm-Aktie fällt vor den Zahlen
QCOM liegt in den vergangenen Monaten in einem ausgeprägten Abwärtstrend, da Halbleiter- und Speicherunternehmen unter Druck gerieten. Nvidia, der größte Name der Branche, liegt weiterhin mehr als 17% unter seinem Spitzenwert. Andere Firmen wie Intel und AMD sind in diesem Zeitraum ebenfalls stark eingebrochen.
Analysten erwarten, dass die bevorstehenden Ergebnisse zeigen, dass der Umsatz im letzten Quartal um 6.68% auf $9.6 billion gesunken ist. Außerdem dürfte der Gewinn je Aktie (EPS) von $2.77 auf $2.22 zurückgehen.
Qualcomm plant, der Umsatzschwäche durch Preiserhöhungen zu begegnen. Medienberichte deuten darauf hin, dass das Unternehmen plant, die Preise für alle Chips, die im September ausgeliefert werden, anzuheben. Das ist wichtig, da seine Produkte die meisten Geräte wie Smartphones, Tablets und einige Laptops antreiben.
Laut Bloomberg erklärt das Unternehmen, die Preiserhöhungen seien notwendig, da es seine Fähigkeit erschöpft habe, Kosten von seinen Zulieferern zu absorbieren. Zudem habe es Schwierigkeiten gehabt, alternative Zulieferer zu finden, um seine Kosten zu senken.
Die Preiserhöhungen sollten die Aktie mittelfristig stützen, da Analysten prognostizieren, dass der Jahresumsatz niedriger ausfallen wird als im Vorjahr. Analysten erwarten, dass der Umsatz in diesem Jahr um 3.50% auf $42.6 billion sinkt, gefolgt von $44.18 billion im nächsten Jahr.
Das Risiko besteht jedoch darin, dass stark steigende Preise die Nachfrage nach Smartphones und anderen Geräten dämpfen könnten.
QLCOM ist günstig geworden, da der Optionsmarkt auf eine Erholung hindeutet
Daten von Drittanbietern zeigen, dass das Unternehmen günstig bewertet ist. Es weist ein erwartetes Kurs-Gewinn-Verhältnis (forward P/E) von 15 auf, niedriger als der Sektor-Median von 23. Der iShares Semiconductor ETF (SOXX), der die größten Halbleiterunternehmen abbildet, hat ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 67.
Qualcomm hat außerdem ein erwartetes Kurs‑zu‑Cashflow‑Verhältnis von 12.90, ebenfalls unter dem Sektor‑Median von 18.7.
Der Optionsmarkt erwartet starke Schwankungen: die implizite Volatilität stieg auf 123%. Das Put/Call-Open-Interest hat sich auf 0.55 verschoben, ein Zeichen dafür, dass mehr Investoren mit steigenden Kursen rechnen.
Technische Analyse des QCOM-Aktienkurses

Qualcomm-Aktienchart | Quelle: TradingView
Der Aktienkurs von Qualcomm ist von einem Hoch von $260 im Mai auf aktuell $162 gefallen. Technische Indikatoren deuten auf weiteres Abwärtspotenzial hin. Beispielsweise fällt der Percentage Price Oscillator (PPO) weiter. Auch der Relative Strength Index (RSI) sinkt und nähert sich dem überverkauften Niveau von 30. Der RSI deutet darauf hin, dass noch Abwärtsraum besteht, bevor er als überverkauft gilt.
Positiv zu vermerken ist, dass die Aktie ein fallendes Keilmuster (falling wedge) ausgebildet hat, das aus zwei fallenden und konvergierenden Trendlinien besteht. Dieses Muster führt häufig zu einem Aufwärtsausbruch.
Dementsprechend deuten diese technischen Signale darauf hin, dass die Aktie nach der Veröffentlichung der Quartalszahlen sehr volatil sein wird. Die wichtigen Marken, die es zu beobachten gilt, liegen bei $150 und $180.
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