Die POET Technologies-Aktie erlebte in den vergangenen Monaten eine wahre Achterbahnfahrt. Die Kursspanne reichte von rund 7 bis 21,50 US$. Am Mittwoch notiert die Aktie aktuell bei 6,80 US$. Damit stellt sich die Frage: Bietet der jüngste Kurssturz wieder eine attraktive Einstiegschance?
Nachrichtenlage bestimmt den Kurs
Der Kursverlauf von POET Technologies wird maßgeblich durch Unternehmensmeldungen beeinflusst – typisch für junge Wachstumsunternehmen.
Die Bekanntgabe einer Kooperation mit dem Technologiekonzern Marvell führte Anfang April zu einer Kursverdoppelung auf rund 15 US$. Wenige Wochen später beendete Marvell die Zusammenarbeit jedoch überraschend. Als Grund wurden vertrauliche Kauf- und Lieferdetails genannt, die nach Angaben von Marvell unzulässig veröffentlicht worden seien. Die Folge war ein Kurseinbruch von rund 47%.
Neue Fantasie brachte anschließend die Kooperation mit dem Interconnect-Spezialisten Lumilens. Das Unternehmen platzierte eine Erstbestellung für optische Engines im Wert von 50 Millionen US$. Die Umsätze fließen allerdings nur schrittweise und sind an die erfolgreiche Entwicklung, Qualifizierung und Skalierung der Produktion gekoppelt.
Darüber hinaus umfasst die Vereinbarung einen Fünfjahresrahmen, innerhalb dessen sich das Auftragsvolumen auf mehr als 500 Millionen US$ erhöhen könnte – ebenfalls unter der Voraussetzung einer erfolgreichen Produktionsausweitung. Diese Nachricht ließ den Aktienkurs zeitweise auf rund 21 US$ steigen.
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Kapitalerhöhung belastet den Kurs
Um die Produktionskapazitäten deutlich auszubauen, führte POET anschließend eine Kapitalerhöhung durch.
Dabei wurden rund 19,05 Millionen neue Aktien ausgegeben. Jede Aktie war zusätzlich mit einem Optionsschein verbunden, der den Erwerb einer weiteren Stammaktie zu einem Ausübungspreis von 26,15 US$ ermöglicht. Insgesamt flossen dem Unternehmen dadurch rund 400 Millionen US$ zu.
Für bestehende Aktionäre bedeutete die Maßnahme jedoch eine erhebliche Verwässerung, da sie von der Kapitalerhöhung ausgeschlossen waren. Sollten später auch die Optionsrechte ausgeübt werden, würde sich dieser Verwässerungseffekt nochmals verstärken. Entsprechend geriet die Aktie erneut stark unter Druck.
Kapazitäten vollständig ausgelastet
Operativ entwickelt sich das Unternehmen dagegen positiv. Nach eigenen Angaben sind die bestehenden Produktionskapazitäten vollständig ausgelastet, weshalb derzeit keine weiteren Aufträge angenommen werden.
Die Mittel aus der Kapitalerhöhung sollen deshalb vor allem in den Ausbau der Fertigung fließen. Bis Ende 2027 plant POET, jährlich bis zu eine Million optische Engines zu produzieren.
Ein weiteres Zukunftsprodukt ist der externe Kavitätslaser Blazar, dessen Serienproduktion für 2028 vorgesehen ist.
Bewertung
Die vollständige Auslastung der bestehenden Kapazitäten zeigt, dass die Produkte von POET in der KI-Infrastruktur auf großes Interesse stoßen. Der Ausbau der Produktion erscheint daher konsequent und notwendig.
Kapitalerhöhungen dieser Art sind bei jungen Technologieunternehmen nicht ungewöhnlich. Sie ermöglichen die Finanzierung des Wachstums, gehen jedoch häufig zulasten der bestehenden Aktionäre und führen kurzfristig zu erheblichen Kursschwankungen.
Auch künftig dürfte die Aktie deshalb äußerst volatil bleiben.
Fundamental verfügt POET Technologies über attraktive Zukunftsperspektiven. Kurzfristig befindet sich die Aktie jedoch weiterhin in einer schwachen technischen Verfassung. Weitere Kursrückgänge sind daher nicht auszuschließen.
Für risikobereite Anleger kann das aktuelle Kursniveau interessante Einstiegsmöglichkeiten bieten. Wer investiert, sollte sich jedoch der hohen Volatilität und der damit verbundenen Risiken bewusst sein.
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POET Technologies in Kürze
- POET Technologies (WKN: A3DWD8) mit aktuellem Sitz in Toronto ist ein Technologieunternehmen and der Schnittstelle von Elektronik und Lichtwellenleitertechnik (Photonik).
- Das Unternehmen entwickelt Lösungen, um den massiven Energieverbrauch und die Geschwindigkeitsbegrenzungen moderner KI-Rechenzentren zu überwinden.
- Das Herzstück des Tech-Unternehmens ist der POET Optical Interpose — eine Plattform, die es ermöglicht, elektronische Komponenten (wie Mikrochips) und optische Komponenten (wie Laser) auf einem einzigen Chip zu vereinen.
- Statt Daten mühsam und energieintensiv über Kupferkabel oder komplexe externe optische Module zu schicken, ermöglicht POET die Kommunikation mit Licht direkt auf der Chipebene.
- POET Technologies notiert an der Technologiebörse Nasdaq und ist ca. 1,2 Milliarden US$ wert.
The post POET Technologies-Aktie: Eine Achterbahnfahrt – Jetzt einsteigen? first appeared on sharedeals.de.