Steigende Ölpreise sind für Verbraucher keine gute Nachricht. An der Zapfsäule wird das Tanken teurer, Unternehmen kämpfen mit höheren Kosten und gleichzeitig wächst die Sorge, dass die Inflation erneut Fahrt aufnimmt und damit die Zinsen wieder stärker erhöht werden. 

Doch es gibt nicht nur Verlierer. Während viele Branchen unter steigenden Energiepreisen leiden, könnten ausgerechnet die beiden US-Ölgiganten Chevron (WKN: 852552) und Exxon Mobil (WKN: 852549) von dieser Entwicklung profitieren. 

Sie beide gehören schon länger zu den verlässlichsten Dividendenzahlern an der Börse. Zudem agieren sie in einem Markt mit nur wenig langfristiger Perspektive. Tiefe Burggräben sichern dennoch ihr Geschäftsmodell.

In diesem Umfeld finde ich eine Dividendenrendite von bis zu 3,7 % äußerst spannend. Zumal niemand ernsthaft mehr viel Geld in diese Branche investiert. Aber lasst uns zunächst mal schauen, warum gerade diese beiden Aktien so stark profitieren und auch mittelfristig zu den Gewinnern zählen könnten.

Rückenwind für Chevron und Exxon Mobil

Ein steigender Ölpreis wirkt auf die Wirtschaft wie eine zusätzliche Steuer. Produktionskosten steigen, Transporte verteuern sich und die Kaufkraft der Verbraucher gerät unter Druck. Für integrierte Energiekonzerne wie Chevron und Exxon Mobil sieht die Rechnung dagegen ganz anders aus.

Beide Unternehmen gehören zu den größten Öl- und Gasproduzenten der Welt, den sogenannten Oil Majors. Höhere Rohstoffpreise führen bei ihnen unmittelbar zu steigenden Umsätzen und Gewinnen.

Zwar hängen die Margen im Raffineriegeschäft von den Crack Spreads, also der Differenz zwischen Rohöl- und Produktpreisen, ab. Unter Umständen können sie aber auch in einem starken Marktumfeld den Cashflow zusätzlich verbessern.

Genau dieser starke Cashflow ist einer der größten Argumente für Investoren. Er schafft finanziellen Spielraum für milliardenschwere Aktienrückkäufe, Investitionen in neue Förderprojekte und vor allem für verlässliche Dividendenausschüttungen.

Ergänzend kommt hinzu, dass beide US-Energiekonzerne ihre Kostenbasis seit der Pandemiekrise 2020 durch strikte Sparprogramme, Stellenabbau und Digitalisierung radikal gesenkt haben. So wurden beispielsweise unrentable Fördergebiete abgestoßen, Milliardeninvestitionen konsequent auf hochprofitable Kernregionen – wie das texanische Permian-Becken und die Tiefsee-Vorkommen in Guyana – konzentriert.

In Summe senkten sie ihren operativen Breakeven-Preis auf teils unter 50 US-Dollar pro Barrel. Heute arbeiten beide Öl-Riesen mit einer historisch schlanken Kostenstruktur und einer deutlich höheren Marge als in früheren Marktzyklen.

Durch diesen gestiegenen operativen Hebel führt jeder Preisanstieg am globalen Rohölmarkt also zu einer unmittelbaren, überproportional schnellen Explosion der Nettogewinne und des freien Cashflows.

Inflation bleibt ein Risiko – diese Öl-Aktien könnten dennoch profitieren

Inflation belastet Verbraucher und Unternehmen. Für große Ölkonzerne ist sie jedoch in Verbindung mit höheren Energiepreisen jedoch ein Gewinnmotor. Chevron und Exxon Mobil sind dabei die Leuchttürme der Branche.

Sie genießen Größenvorteile, haben in den vergangenen Jahrzehnten  eindrucksvoll gezeigt, dass sie selbst in noch so volatilen Marktphasen hohe freie Cashflows erwirtschaften und ihre Aktionäre zuverlässig am Unternehmenserfolg beteiligen können. 

Genau deshalb gehören beide Konzerne für mich derzeit zu den interessantesten Dividendenwerten im Energiesektor. Wer jetzt also davon ausgeht, dass der Ölpreis mittelfristig hoch bleibt, sollte diese beiden Aktien zumindest auf der Watchlist haben. Denn was für viele Unternehmen zur Belastung wird, könnte sich gerade für Chevron und Exxon Mobil als Gewinnbeschleuniger erweisen.

Der Artikel Ölpreis-Schock und Inflation? Ausgerechnet diese 2 Aktien profitieren und bieten 3,7 % Dividende! ist zuerst erschienen auf Aktienwelt360.