Die Tesla-Aktie fällt seit einer Woche in den Keller. Wird dieser Absturz kommende Woche gestoppt oder geht es noch weiter nach unten?
Die Kursziele purzeln
Es kommt, wie es wohl kommen musste: Nach den insgesamt enttäuschenden Zahlen des zweiten Quartals, die vergangene Woche vorgelegt wurden und zu einem Kursverlust der Tesla-Aktie von rund -20% geführt haben, korrigieren nun immer mehr Analysten ihre Kursziele. Die Wall Street ist eben ziemlich unerbittlich, wenn sich Erwartungen nicht erfüllen, in diesem Fall insbesondere der bereinigte Gewinn je Aktie, der mit 0,33 US$ statt der angenommenen 0,50 bis 0,53 US$ berichtet wurde.
Die Schweizer Großbank UBS hat zwar ihre neutrale Bewertung beibehalten, jedoch ihr Kursziel erheblich von 442 auf 385 US$ reduziert. Analyst Joseph Spak verwies insbesondere auf die vorsichtigeren Töne des Elektroautobauers beim Robotaxi und dem humanoiden Roboter Optimus.
Die US-Bank JP Morgan hat ihre Erwartungen ebenfalls heruntergeschraubt, und zwar von 475 auf 445 US$. Die Bewertung bleibt bei neutral. Bei Mizuho ging das Kursziel von 480 auf 450 US$ herunter.
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Das sagen die Zahlen
Werfen wir nochmals einen kurzen Blick auf die jüngsten Zahlen. Der Umsatz stieg im zweiten Quartal um 26% auf 28,24 Milliarden US$, was natürlich positiv zu bewerten ist. Der bereinigte Gewinn enttäuschte dagegen stark, wie eingangs bereits erwähnt.
Was dem Markt überhaupt nicht schmecken dürfte, ist die Bruttomarge von 16,8%. Sie lag nicht nur deutlich unter den Erwartungen von 19,4%, sondern bedeutet im Effekt, dass Tesla sehr wenig an seinen ausgelieferten Fahrzeugen verdient. Das ist zwar keine große Überraschung, aber die Bestätigung einer Sorge führt dann eben zu Kursverlusten.
Zu große Hoffnungen?
Was in meinen Augen vor allem zum Vertrauensverlust vieler Anleger geführt haben dürfte, sind die Infos über das Robotaxi. Hier steckten sehr viele Erwartungen drin und waren bereits im Kurs eingepreist. Umso ernüchternder ist es dann, wenn man erfährt, dass der Dienst erst in sieben US-Metropolregionen angeboten wird, und darüber hinaus aber gar nichts darüber, wie viele Fahrzeuge überhaupt im Einsatz sind.
Wenn dann auch noch der ansonsten stets vollmundige Zampano Elon Musk plötzlich gemäßigtere Töne anschlägt, werden Investoren hellhörig. Denn es lässt sich nun nicht mehr oder zumindest schwieriger prognostizieren, ob und in wie vielen Städten die Robotaxis eingesetzt werden und welche (wiederkehrenden) Umsätze wirklich zu erzielen sind.
Zurückhaltung übt Tesla nun auch beim Roboter Optimus, ebenfalls ein großer Hoffnungsträger. Wie viele davon produziert werden sollen, blieb offen. Das Unternehmen vertröstet Anleger hier auf den weiteren Jahresverlauf.
Kein schöner Chart
Charttechnisch sieht es nun bei der Tesla-Aktie alles andere als gut aus. Kurz-, mittel- und langfristig ist der Trend fallend. Der nächste Unterstützungsbereich liegt bei 310 US$. Es riecht eher danach, dass dieser angelaufen werden könnte, als nach einer Trendwende. Der nächste Widerstand läge bei 375 US$.
In meinen Augen ist in den vergangenen Tagen das passiert, was vorher schon förmlich mit Händen zu greifen war: In der Tesla-Aktie war viel zu viel Optimismus eingepreist, nun wurde und wird wohl noch Luft abgelassen. Das passiert eben, wenn Hoffnungen auf Realismus treffen.
Die Bewertung mit einem KGV von 290 ist meiner Meinung nach immer noch abenteuerlich, um nicht zu sagen aberwitzig. Ich persönlich würde hier daher jetzt noch nicht einsteigen, wenn überhaupt.
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Tesla in Kürze
- Der 2003 gegründete US-Autohersteller mit Hauptsitz in Austin im US-Bundesstaat Texas ist derzeit der weltweit zweitgrößte Hersteller von Elektroautos. Neben Fahrzeugen stellt Tesla (WKN: A1CX3T) auch Batteriespeicher und Photovoltaikanlagen her.
- Die Fahrzeuge und teilweise auch die Batterien werden in Gigafactories genannten Großfabriken produziert. Derzeit betreibt Tesla Gigafactories in den USA, Deutschland und China.
- Tesla ist Mitglied in den US-Leitindizes Nasdaq 100 und S&P 500. Der Unternehmenswert liegt aktuell bei rund 1,2 Billionen US$.
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