Nicht wenige Anleger wünschen sich so etwas wie eine Dividendenrente, die Monat für Monat zusätzliches Kapital auf ihr Konto spült. Und an dieser Stelle kommt gleich die gute Nachricht: Dafür braucht es weder ein sechsstelliges Startkapital noch außergewöhnlich hohe Sparraten. Oft sind es die kleinen, konsequent investierten Beträge, welche über die Jahre hinweg eine erstaunliche Wirkung entfalten können.
Wer beispielsweise täglich 10 Euro zurücklegt und in qualitativ hochwertige Dividendenaktien investiert, kann sich so Schritt für Schritt ein beachtliches passives Einkommen aufbauen. Ein wichtiger Meilenstein auf diesem Weg könnten in meinen Augen 1.000 Euro an monatlichen Dividendeneinnahmen sein. Wie das gelingen könnte, zeigt der folgende Beispielplan.
Nicht die aktuelle Dividendenrendite entscheidet
Ein Denkfehler bei diesem Plan besteht darin, zu glauben, man müsste zunächst ein Depot von mehreren Hunderttausend Euro aufbauen, um monatlich 1.000 Euro Dividende zu erhalten. Dabei wird häufig ein entscheidender Punkt übersehen: Entscheidend ist eben nicht allein die aktuelle Dividendenrendite einer Aktie, sondern vor allem die persönliche Dividendenrendite auf das ursprünglich investierte Kapital. Setzt man nämlich auf Unternehmen, die ihre Ausschüttungen Jahr für Jahr steigern, erhöht sich auch die Rendite auf den eigenen Einstandskurs selbstverständlich immer weiter.
Wer heute in dividendenstarke Qualitätsunternehmen investiert und ihnen ausreichend Zeit gibt, kann dadurch nach vielen Jahren auf eine persönliche Dividendenrendite kommen, die deutlich über der anfänglichen Ausschüttungsrendite liegt. Theoretisch wäre es so sogar möglich, bereits mit rund 73.000 Euro investiertem Kapital – verteilt auf 20 Jahre mit einer Sparrate von 10 Euro täglich – Dividendeneinnahmen von etwa 1.000 Euro pro Monat zu erzielen. Voraussetzung ist allerdings, dass hinter den ausgewählten Aktien Konzerne stehen, die ihre Dividenden langfristig und kontinuierlich erhöhen.
Streng genommen werden die Dividenden aber nicht jeden Monat exakt 1.000 Euro betragen. Da viele Unternehmen ihre Ausschüttungen quartalsweise oder zu unterschiedlichen Zeitpunkten vornehmen, schwanken die Zahlungseingänge im Jahresverlauf. Wer sich daraus ein regelmäßiges Zusatzeinkommen schaffen möchte, kann die Dividenden zunächst auf seinem Verrechnungskonto sammeln und sich anschließend jeden Monat einen festen Betrag auszahlen. So entsteht dann eine planbare Dividendenrente.
So könnte die Rechnung aufgehen
Betrachten wir uns nun die Angelegenheit doch einmal aus rein mathematischer Sicht. Wer tatsächlich 20 Jahre am Ball bleibt, hätte also, wie oben schon erwähnt insgesamt 73.000 Euro investiert. Um mit diesem Kapital monatliche Dividendeneinnahmen von 1.000 Euro zu erzielen (steuerliche Aspekte wurden nicht berücksichtigt), wäre eine persönliche Dividendenrendite auf das eingesetzte Kapital von rund 16,5 % erforderlich.
Dies klingt auf den ersten Blick sicherlich etwas ambitioniert. Doch bei näherem Hinsehen gibt es durchaus Unternehmen, die für dieses Unterfangen relativ gut geeignet sein könnten. Voraussetzung ist aber, dass sie ihre Dividende über Dekaden hinweg Jahr für Jahr regelmäßig erhöhen. Denn so ist es natürlich möglich im Laufe der Zeit eine deutlich höhere Ausschüttungsrendite auf den ursprünglichen Kaufpreis zu erhalten.
Im nächsten Schritt stellt sich daher die entscheidende Frage. Welche Unternehmen verfügen über die nötige Qualität und Dividendenhistorie, um eine solche Entwicklung zumindest möglich erscheinen zu lassen?
Drei Beispiele, wie Dividendenwachstum den Unterschied machen kann
Wie stark sich die persönliche Dividendenrendite über einen langen Zeitraum entwickeln kann, möchte ich heute an drei US-Unternehmen einmal aufzeigen. Und zwar geht es um die Aktien von Home Depot (WKN: 866953), NextEra Energy (WKN: A1CZ4H) und McDonald’s (WKN: 856958). Hier unterstellen wir jeweils einen fiktiven Aktienkauf vor 20 Jahren.
Danach vergleichen wir die damalige Anfangsrendite mit der heutigen persönlichen Dividendenrendite auf das eingesetzte Kapital. Dafür orientieren wir uns an der Dividende der ersten zwölf Monate nach dem Kauf, sowie der Dividendenzahlungen in den letzten zwölf Monaten. Um dies transparent darzustellen, habe ich die entsprechenden Daten in die nachfolgende Tabelle übertragen.
Da alle drei Unternehmen ihre Dividenden in US-Dollar ausschütten, beziehen sich auch die folgenden Berechnungen auf US-Dollar. Für das zugrunde liegende Prinzip spielt die Währung jedoch keine Rolle.
| Aktie | Kaufkurs | Dividende erste zwölf Monate | Anfangsrendite | Dividende letzte zwölf Monate | aktuelle persönliche Dividendenrendite |
| Home Depot | 34,02 US-Dollar | 0,83 US-Dollar | 2,44 % | 9,26 US-Dollar | 27,22 % |
| NextEra Energy | 10,65 US-Dollar | 0,39 US-Dollar | 3,66 % | 2,38 US-Dollar | 22,35 % |
| McDonald’s | 34,63 US-Dollar | 1,00 US-Dollar | 2,89 % | 7,35 US-Dollar | 21,22 % |
Quellen: www.ariva.de, www.investor.nexteraenergy.com, corporate.mcdonalds.com, ir.homedepot.com
Ich finde, dass diese drei Beispiele eindrucksvoll zeigen, welchen Einfluss langfristiges Dividendenwachstum auf die persönliche Dividendenrendite haben kann. Denn eine persönliche Dividendenrendite von über 20 % kann meines Erachtens wohl als großer Erfolg ausgelegt werden.
Noch schneller zur Dividendenrente?
Wer das Ziel von 1.000 Euro an monatlichen Dividendeneinnahmen noch schneller erreichen möchte, kann einen einfachen Hebel nutzen: die Wiederanlage der erhaltenen Dividenden. Dadurch erhöht sich die Zahl der gehaltenen Aktien kontinuierlich, was wiederum zu steigenden Dividendeneinnahmen führt. Dieser Zinseszinseffekt kann den Vermögensaufbau erheblich beschleunigen und dazu beitragen, dass die angestrebte Dividendenrente bereits vor Ablauf der angenommenen 20 Jahre in greifbare Nähe rückt.
Der Artikel Von 10 Euro täglich zu 1.000 Euro Dividende im Monat: So könnte dein Plan aussehen! ist zuerst erschienen auf Aktienwelt360.