
Die in den USA gelisteten Aktien von SK Hynix stiegen am Donnerstag im vorbörslichen Handel.
Einem Bericht zufolge hat der südkoreanische Speicherchip-Hersteller die Anzahl der heimischen Aktien begrenzt, die in American Depositary Receipts (ADRs) umgewandelt werden können.
Dieser Schritt könnte dazu führen, dass die Aktie in New York weiterhin mit einer deutlichen Prämie gehandelt wird.
Das Unternehmen, das sein Nasdaq-Debüt am 10. Juli durch ein rekordverdächtiges $26.5 billion ADR-Angebot feierte, hat die Umwandlung seiner in Korea gelisteten Aktien in in den USA gehandelte ADRs auf 2,5 % der insgesamt ausstehenden Aktien begrenzt, so die Korea Securities Depository (KSD), wie Bloomberg berichtete.
Die Klarstellung beantwortet eine der größten offenen Fragen hinsichtlich des spektakulären US-Listings des Unternehmens und könnte wichtige Auswirkungen auf die Preisbildung zwischen den Aktien in Seoul und New York haben.
Die an der Nasdaq notierten Aktien des Unternehmens lagen am Donnerstag im vorbörslichen Handel über 3 % im Plus.
Umwandlungsquote bereits ausgeschöpft
Nach Angaben von KSD-CEO Rhee Yunsu wurde die gesamte 2,5%-Zuteilung bereits durch die anfängliche ADR-Ausgabe von SK Hynix verwendet.
Infolgedessen können Anleger Seoul-gelistete Aktien nicht mehr in ADRs umwandeln, es sei denn, bestehende ADR-Inhaber stornieren zuerst ihre Receipts und wandeln diese zurück in koreanische Aktien, wodurch wieder Platz innerhalb des Limits frei würde.
Die Angelegenheit wird von Arbitragehändlern seit dem US-Listing genau beobachtet.
Normalerweise nutzen Anleger Preisunterschiede zwischen den lokalen Aktien eines Unternehmens und seinen ADRs, indem sie Aktien zwischen den beiden Märkten konvertieren, was zur Angleichung der Kurse beiträgt.
Da die Schaffung neuer ADRs jedoch faktisch gestoppt ist, haben Händler weniger Möglichkeiten, Preisdisparitäten zu beseitigen.
Diese Beschränkung könnte es den in den USA gelisteten SK Hynix-Aktien erlauben, weiterhin mit einer erheblichen Prämie gegenüber ihren koreanischen Pendants zu handeln.
Prämie könnte erhöht bleiben
Seit dem Listing in New York wurden SK Hynix-ADRs mit Prämien von bis zu 51 % gegenüber den in Seoul gelisteten Aktien gehandelt.
Stand Mittwoch lag die Prämie bei rund 33 %.
Ohne die Möglichkeit, frei neue ADRs zu schaffen, erwarten Analysten, dass die Preislücke länger bestehen bleibt, als dies normalerweise der Fall wäre.
Während klassische risikofreie Arbitrage nicht mehr möglich ist, könnten Hedgefonds den Spread weiterhin handeln, basierend auf Erwartungen, wie sich die Anlegerstimmung entwickelt.
Auch eine breitere Nachfrage nach Halbleiteraktien könnte die Prämie beeinflussen.
Die anhaltende Rally bei Halbleiterwerten, ablesbar an Gewinnen im Philadelphia Semiconductor Index, hat das Anlegerinteresse an KI-bezogenen Hardwareunternehmen wie SK Hynix, einem der weltweit führenden Anbieter von High-Bandwidth-Memory-Chips für künstliche Intelligenz-Systeme, weiter angezogen.
Auch die Anlegernachfrage nach Schwellenländern könnte eine Rolle spielen, insbesondere bei US-Investoren, die zunehmend über Exchange-Traded Funds internationale Exponierung suchen, statt direkt Auslandsaktien zu kaufen.
Währung und Wettbewerb bleiben Schlüsselvariablen
Währungsbewegungen können ebenfalls den Bewertungsunterschied zwischen den beiden Listings beeinflussen.
Der südkoreanische Won hat sich in den letzten Jahren trotz des starken Leistungsbilanzüberschusses des Landes deutlich abgeschwächt.
Die Währung hat sich jedoch moderat erholt, nachdem die Bank of Korea zuletzt die Zinsen angehoben hat.
Ein stärkerer Won würde die Prämie auf in den USA gelistete ADRs naturgemäß reduzieren, sofern andere Marktbedingungen unverändert bleiben.
Ein weiterer längerfristiger Faktor könnte ein verstärkter Wettbewerb um Investitionskapital sein.
Marktspekulationen haben wiederholt nahegelegt, dass Samsung Electronics möglicherweise ebenfalls ein Listing in den USA anstreben könnte.
Sollte dies eintreten, könnte die derzeit auf SK Hynix-ADRs konzentrierte Anlegernachfrage breiter gestreut werden, was die Bewertungsprämie potenziell verringern würde.
Ergebnisse werden zum nächsten Katalysator
Die Anleger richten ihren Fokus nun auf die Quartalsergebnisse von SK Hynix für das zweite Quartal, die am 29. Juli veröffentlicht werden sollen.
Es wird erwartet, dass der ADR-Markt bis zu diesem Zeitpunkt eingeschränkt bleibt.
Citigroup, die als Depositary Bank für die ADRs fungiert, hat Anleger informiert, dass Ausgabe und Stornierung von SK Hynix-ADRs bis zum 29. Juli ausgesetzt bleiben, da neu ausgegebene koreanische Stammaktien bis zu ihrer offiziellen Listung an der Korea Exchange nicht übertragen werden können.
Die Korea Securities Depository überwacht die Ausgabe und Stornierung von Depositary Receipts, die mit südkoreanischen Unternehmen verbunden sind.
Die Struktur ähnelt derjenigen, die bei Taiwan Semiconductor Manufacturing Co. verwendet wird.
Während TSMC-Anleger ADRs stornieren und lokale Aktien erhalten können, können sie nicht frei neue ADRs aus Taiwan-gelisteten Aktien schaffen.
Dieses System hat TSMCs in den USA gelisteten Aktien historisch erlaubt, über die vergangenen fünf Jahre hinweg im Durchschnitt mit einer Prämie von etwa 12,6 % gegenüber dem Listing in Taiwan zu handeln, laut Bloomberg-Daten.
Jede SK Hynix-ADR repräsentiert ein Zehntel einer Stammaktie; Inhaber behalten die Option, ihre Receipts zu stornieren und die zugrunde liegende koreanische Aktie zu erhalten.
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