Mit einem Kursverlust von -5% ist die Sartorius-Aktie am Donnerstagmorgen eines der Schlusslichter im MDAX und TecDAX und setzt ihre schlechte Kursentwicklung der letzten Tage fort. Was steckt hinter dem Einbruch des Laborausrüsters und können Anleger hier nun ein Schnäppchen machen?

Solide Zahlen, aber keine Prognoseanhebung

Obwohl der deutsche Labor- und Pharmazulieferer heute Morgen solide Halbjahreszahlen präsentierte und seine Jahresprognose bekräftigte, greifen am Markt typische Gewinnmitnahmen und Branchensorgen, die die negative Kursreaktion der Satorius-Aktie erklären.

Sartorius erzielte in den ersten sechs Monaten des Jahres ein währungsbereinigtes Umsatzplus von +7,7% auf 1,81 Milliarden €. Obwohl die Märkte in Europa (+7,2%) und Asien/Pazifik (+12,1%) solide zulegen konnten, gab der Umsatz in der Schlüsselregion Amerika um 4,8% nach.

Das EBITDA stieg um 3,9% auf 548 Millionen €, was einer operativen Marge von 30,3% entspricht. Der bereinigte Konzerngewinn legte um 2% auf 172 Millionen € zu. Der Gewinn je Aktie erhöhte sich um 0,05 € auf 2,50 €.

Für das Gesamtjahr erwartet der Sartorius-Vorstand ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum zwischen 5 und 9%. Die EBITDA-Marge soll 2026 leicht über 30% betragen.

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Es sieht nicht gut aus

Charttechnisch sieht es derzeit nicht gut aus für die Sartorius-Aktie. Seit gut einem halben Jahr erweist sich das Kursniveau von 250 € als unüberwindbarer Widerstand.

Zudem notiert der MDAX-Wert nur noch hauchdünn über seinem Jahrestief von 205 €. Sollte es durchbrochen werden, dürfte der nächste Halt erst bei ca. 194 € liegen.

Woher soll dieses Upside kommen?

Viele Investoren hatten nach dem guten Jahresauftakt auf eine Anhebung der Ganzjahresziele gehofft. Das Ausbleiben einer Prognoseerhöhung führte bei der ambitioniert bewerteten Aktie zu Entlastungsverkäufen.

Bereits Anfang der Woche geriet die Sartorius-Aktie durch die Zahlen des US-Life-Science-Riesen Danaher unter Druck. Obwohl Danaher operativ die Erwartungen traf, fiel der Ausblick für die Bioprozesstechnik verhalten aus. Dies zog die gesamte globale Pharmazuliefererbranche, darunter auch Sartorius, nach unten.

Analysten sehen mit einem durchschnittlichen Kursziel von knapp über 250 € noch ein Upside von gut +20% für die Sartorius-Aktie. Diese optimistische Sichtweise kann ich nicht nachvollziehen.

Mit einem Forward-KGV von ca. 40 ist mir die Sartorius-Aktie für ein Unternehmen, dass kein zweistelliges Wachstum erzielt und kaum Gewinnsteigerungspotenzial besitzt, viel zu hoch bewertet.

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Die Satorius-Aktie war in den letzten fünf Jahren eine einzige Enttäuschung und sie wird es meiner Überzeugung nach auch in Zukunft sein. Das liegt an der immer noch viel zu hohen Bewertung, die angesichts der moderaten Perspektiven des Unternehmens kaum Upside zulässt. Anleger sollten die Finger von der Sartorius-Aktie lassen.

ℹ Sartorius in Kürze

  • Die Sartorius AG (WKN: 716563) ist ein international führender Labor- und Prozesstechnologie-Anbieter, der sich auf die Bereiche Biotech-, Pharma- und Nahrungsmittelindustrie konzentriert. Das Unternehmen gliedert sich in zwei Sparten, der Bioprocess Solution sowie der Sparte Lab Products & Sevices.
  • Hauptsitz des Unternehmens ist Göttingen in Niedersachsen, daneben ist der Laborkonzern in über 110 Ländern international tätig.
  • Das im MDAX und TecDAX gelistete Unternehmen wird aktuell mit ca. 14,4 Milliarden € bewertet.

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