Die Übernahmefantasie rund um Abivax erhält neue Impulse. Nachdem zuletzt mehrere Analysten ihre Kursziele für die Aktie angehoben und auf das erhebliche Potenzial des Wirkstoffkandidaten Obefazimod verwiesen hatten, sorgt nun ein neuer Bericht des französischen Informationsdienstes La Lettre für neue Spekulationen. Demnach hat das Biotech-Unternehmen seine US-Investmentbank Centerview Partners erneut eingeschaltet, um Gespräche mit potenziellen Interessenten aus der Pharmabranche wieder aufzunehmen.

Centerview nimmt offenbar erneut Kontakt zu Interessenten auf

Laut La Lettre hat Abivax in der vergangenen Woche seine Investmentbank Centerview Partners damit beauftragt, die im vergangenen Jahr begonnenen Gespräche mit mehreren Pharmakonzernen wieder anzustoßen. Bereits 2025 sollen erste Interessensbekundungen eingegangen sein, bevor der Prozess im Zuge der jüngsten Kapitalmaßnahme vorübergehend pausierte.

Abivax hatte Anfang Juli eine Kapitalerhöhung über rund 800 Millionen Euro beziehungsweise etwa 920 Millionen US-Dollar abgeschlossen. Die deutlich gestärkte Finanzposition verschafft dem Unternehmen nun eine wesentlich bessere Verhandlungsbasis. Anders als zuvor ist Abivax nicht mehr auf einen schnellen Verkauf angewiesen und kann potenzielle Angebote aus einer Position der Stärke heraus bewerten.

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AstraZeneca und Eli Lilly bleiben laut Bericht interessiert

Wie La Lettre weiter berichtet, sollen insbesondere AstraZeneca und Eli Lilly weiterhin zu den ernsthaften Interessenten gehören. Das Interesse der beiden Pharmakonzerne reicht demnach bis Mitte 2025 zurück, als die vielversprechenden klinischen Daten des Hoffnungsträgers Obefazimod bei Colitis ulcerosa veröffentlicht wurden.

Mit einer aktuellen Börsenbewertung von über 10 Milliarden Euro ist Abivax inzwischen allerdings zu einem der teuersten Übernahmeziele im europäischen Biotech-Sektor geworden. Entsprechend kommt nur eine begrenzte Zahl globaler Pharmakonzerne als potenzielle Käufer infrage.

Auch Merck prüfte offenbar eine Transaktion

Neben AstraZeneca und Eli Lilly soll laut La Lettre zeitweise auch Merck & Co. Interesse an Abivax gezeigt haben. Allerdings soll der US-Konzern der Entwicklung von Obefazimod bei Morbus Crohn skeptischer gegenüberstehen als dem Einsatz bei Colitis ulcerosa. Deshalb sei intern sogar die Möglichkeit diskutiert worden, gemeinsam mit einem weiteren Pharmaunternehmen ein Angebot für Abivax zu prüfen.

Eine offizielle Bestätigung für diese Informationen gibt es bislang weder von Abivax noch von den genannten Pharmakonzernen.

Analysten sehen weiteres Kurspotenzial

Die neuen Informationen passen zu den zuletzt deutlich optimistischeren Einschätzungen der Analysten. Mehrere Häuser hatten zuletzt ihre Kursziele für die Abivax-Aktie angehoben und dabei sowohl das kommerzielle Potenzial von Obefazimod als auch den strategischen Wert des Unternehmens für große Pharmakonzerne hervorgehoben.

Sollten sich die Berichte über wiederaufgenommene Übernahmegespräche bestätigen, dürfte die M&A-Fantasie die Aktie zusätzlich stützen. Gleichzeitig gilt: Solange weder Abivax noch ein potenzieller Interessent konkrete Verhandlungen oder ein Angebot bestätigen, bleiben die Spekulationen unbestätigt. Anleger sollten die Meldungen daher mit der gebotenen Vorsicht einordnen.

Die Berichte von La Lettre untermauern die bereits seit Monaten kursierenden Übernahmespekulationen und sprechen dafür, dass Abivax nach der erfolgreichen Kapitalerhöhung wieder aktiv strategische Optionen auslotet. Sollte sich das Interesse von Schwergewichten wie AstraZeneca oder Eli Lilly konkretisieren, dürfte die Übernahmefantasie ein wesentlicher Kurstreiber für die Aktie bleiben.

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Interessenkonflikt: Der Autor hält Aktien des besprochenen Unternehmens Abivax in signifikantem Umfang. Somit besteht konkret und eindeutig ein Interessenkonflikt. Der Autor beabsichtigt, die Aktien – je nach Marktsituation auch kurzfristig – zu veräußern und könnte dabei von erhöhter Handelsliquidität profitieren.

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