Der deutsche Chemiekonzern BASF überraschte mit einem deutlich besseren Quartalsergebnis als erwartet. Die BASF-Aktie konnte davon jedoch nicht profitieren. Am Donnerstag notiert sie aktuell bei 48,20 €. Der Kursanstieg bis auf rund 54 € im Mai ist inzwischen vollständig verpufft. Damit stellt sich die Frage: Drohen weitere Rückgänge oder eröffnet das aktuelle Kursniveau wieder interessante Einstiegschancen?

Starkes zweites Quartal überrascht positiv

Nach einem verhaltenen Jahresauftakt konnte BASF im zweiten Quartal sowohl beim Umsatz als auch beim operativen Ergebnis die Erwartungen der Analysten übertreffen. Ausschlaggebend waren neben höheren Absatzmengen auch verbesserte Verkaufspreise.

Der Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahresquartal um 16% auf 17,2 Milliarden €. Auch im Vergleich zum ersten Quartal mit 16 Milliarden € ergibt sich ein deutlicher Zuwachs. Analysten hatten lediglich mit rund 16,5 Milliarden € gerechnet.

Das EBITDA vor Sondereinflüssen erhöhte sich von 1,6 auf 2,4 Milliarden € und lag damit ebenfalls klar über den Markterwartungen von rund 2,1 Milliarden €.

Unter Einbeziehung des Erlöses aus dem Verkauf des Coatings-Geschäfts in Höhe von 3,9 Milliarden € verbesserte sich das Konzernergebnis von 79 Millionen € auf 4,1 Milliarden €.

Insgesamt präsentierte BASF damit ein überraschend starkes Quartal.

Finanzvorstand Dirk Elvermann verwies darauf, dass geopolitische Unsicherheiten – insbesondere rund um die Straße von Hormus – dazu geführt hätten, dass viele Kunden ihre Lieferketten breiter aufstellen. BASF profitiere davon und verfüge weiterhin über gut gefüllte Auftragsbücher.

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Prognose für das Gesamtjahr angehoben

Nach den starken Quartalszahlen erhöhte BASF die Gewinnprognose für das Gesamtjahr.

Das EBITDA vor Sondereinflüssen soll nun zwischen 6,9 und 7,7 Milliarden € liegen. Zuvor hatte der Konzern lediglich 6,2 bis 7,0 Milliarden € erwartet.

Die Umsatzprognose von 63 bis 69 Milliarden € wurde bestätigt. Auch beim Free Cashflow bleibt BASF optimistisch. Erwartet werden 1,5 bis 2,3 Milliarden €, nachdem im Vorjahr 1,3 Milliarden € erzielt wurden.

Bewertung

Dass die Aktie trotz der starken Quartalszahlen kaum profitieren konnte, zeigt vor allem die derzeit vorsichtige Stimmung an den Aktienmärkten. Geopolitische Risiken sowie die weiterhin schwierigen Rahmenbedingungen für die Chemieindustrie belasten den gesamten Sektor.

Operativ entwickelt sich BASF jedoch besser als viele Wettbewerber. Hinzu kommt das laufende Effizienzprogramm, mit dem der Konzern seine Kosten bis 2029 deutlich senken will. Neben Prozessoptimierungen gehören dazu auch ein weltweiter Stellenabbau und weitere Strukturmaßnahmen.

Ein zusätzlicher Pluspunkt bleibt die attraktive Dividende. Auf Basis des aktuellen Kurses liegt die Dividendenrendite bei rund 4,6% und macht die Aktie insbesondere für einkommensorientierte Anleger interessant.

Fundamental spricht derzeit mehr für BASF als der Kursverlauf vermuten lässt. Die angehobene Jahresprognose, die solide Cashflow-Entwicklung und das umfangreiche Sparprogramm sprechen für eine schrittweise Verbesserung der Ertragskraft.

Kurzfristig dürfte die Aktie dennoch volatil bleiben, da die allgemeine Börsenstimmung und die Entwicklung der Chemiebranche weiterhin bremsen.

Für Trader könnte sich die zuletzt häufig beobachtete Handelsspanne zwischen 46 und 53 € weiterhin anbieten. Langfristig orientierte Anleger erhalten auf dem aktuellen Kursniveau wieder attraktivere Einstiegsmöglichkeiten – insbesondere in Verbindung mit der vergleichsweise hohen Dividendenrendite.

Passend dazu: Während viele nur auf die Dividendenrendite schauen, bieten einige Titel derzeit beides – regelmäßige Ausschüttungen und deutliches Aufwärtspotenzial. Hier findest Du zehn konkrete Kandidaten für das kommende Jahr.

ℹ BASF in Kürze

  • BASF (WKN: BASF11) ist der nach Umsatz größte Chemiekonzern der Welt. Er ist in den sechs Segmenten Chemicals, Materials, Industrial Solutions, Surface Technologies, Nutrition & Care und Agricultural Solutions tätig.
  • Neben dem Hauptwerk in Ludwigshafen am Rhein betreibt der Konzern weltweit über 230 Produktionsstandorte in mehr als 90 Ländern.
  • Der 1865 gegründete Traditionskonzern ist Mitglied im DAX und aktuell an der Börse mit knapp 43 Milliarden € bewertet.

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