Kaum ein Unternehmen profitiert so direkt vom KI-Boom wie ASML (WKN:A1J4U4). Während viele Anleger vor allem auf Chipentwickler wie Nvidia oder AMD schauen, arbeitet der niederländische Konzern im Hintergrund. Genau dort entsteht die Grundlage für die nächste Generation moderner Halbleiter.

Vor den am 15. Juli anstehenden Quartalszahlen stellt sich für Anleger die Frage: Beginnt jetzt die nächste Wachstumsphase des Unternehmens?

Die Antwort wiegt schwerer als jede kurzfristige Kursbewegung. Denn ohne die Maschinen von ASML lassen sich die leistungsfähigsten KI-Chips überhaupt nicht herstellen.

Höhere EUV-Auslieferungen zeigen die starke Nachfrage

ASML ist der weltweit einzige Anbieter von EUV-Lithografiesystemen. Seine Anlagen ermöglichen die Produktion extrem leistungsfähiger und energieeffizienter Halbleiter – genau jener Chips, die moderne Smartphones, Rechenzentren und KI-Anwendungen antreiben.

Ein Blick auf die Ziele zeigt die hohe Dynamik: Das Management rechnet bei den Low-NA-EUV-Systemen mit deutlich höheren Kapazitäten. Für das laufende Jahr plant ASML den Ausstoß von mindestens 60 dieser komplexen Anlagen, im kommenden Jahr soll die Kapazität auf mindestens 80 Systeme steigen. Treiber ist die anhaltend starke Nachfrage großer Kunden aus den Bereichen Logikchips und Speicher.

Da eine einzelne Anlage mehrere hundert Millionen Euro kostet und oft Quartale im Voraus bestellt werden muss, zeigt der Kapazitätsausbau: Die Halbleiterbranche stellt sich langfristig auf eine anhaltend hohe Nachfrage ein.

Gleichzeitig gewinnt die EUV-Technologie weiter an Bedeutung, da immer mehr Fertigungsverfahren auf sie setzen. Dadurch wächst nicht nur der Bedarf an Neugeräten. Auch das Servicegeschäft – also Wartung, Software-Upgrades und Leistungsverbesserungen der installierten Basis – gewinnt an Gewicht. Das sichert ASML hochprofitable, wiederkehrende Umsätze und stabilisiert das Geschäftsmodell.

Zwar bergen die strengen Exportbeschränkungen für China und geopolitische Spannungen anhaltende Risiken. Bislang kompensiert die enorme Nachfrage aus anderen Regionen diese potenziellen Ausfälle jedoch problemlos. Auch deshalb hat ASML seinen Umsatzausblick für das Gesamtjahr zuletzt auf 36 bis 40 Mrd. Euro angehoben.

ASML bleibt einer der wichtigsten Profiteure des KI-Zeitalters

Die steigenden EUV-Auslieferungen von ASML sind weit mehr als eine gewöhnliche Unternehmensmeldung. Sie belegen, dass die großen Halbleiterhersteller weiterhin massiv in ihre Kapazitäten investieren – ein Ausbau, der ohne die Technologie der Niederländer unmöglich wäre.

Für langfristige Anleger ist die kurzfristige Kursentwicklung der Aktie Nebensache. Entscheidend bleibt vielmehr, ob ASML seine marktbeherrschende Stellung verteidigen kann. Vieles spricht dafür: Das Unternehmen hält bei der EUV-Lithografie ein weltweites Monopol. Gleichzeitig treibt der KI-Boom den Hunger nach immer leistungsfähigeren Chips an.

Wer die Dynamik der Halbleiterindustrie begreifen will, kommt an ASML auch in Zukunft nicht vorbei.

Der Artikel ASML-Aktie bebt: Neue EUV-Auslieferungen übertreffen alle Erwartungen ist zuerst erschienen auf Aktienwelt360.