Die Deutz-Aktie befindet sich seit Anfang Mai in einem Abwärtstrend. Zwar kommt es immer wieder zu kräftigen Kurserholungen, doch bislang konnte sich kein nachhaltiger Aufwärtstrend etablieren. Am Donnerstag notiert die Aktie leicht im Plus bei rund 9 €. Die entscheidende Frage lautet nun: Ist bald wieder mit steigenden Kursen zu rechnen?
Ausbau des Rüstungsgeschäfts
Nach der starken Kursrally vieler Rüstungswerte infolge des Ukraine-Kriegs hat sich die Dynamik zuletzt deutlich abgeschwächt. Zeitweise rückten stattdessen KI- und Halbleiterunternehmen stärker in den Fokus der Anleger.
Deutz zählt zwar nicht zu den klassischen Rüstungsunternehmen, baut dieses Geschäftsfeld jedoch konsequent aus. Nachdem im vergangenen Jahr bereits ein Drohnen-Zulieferer übernommen wurde, folgte am 9. Juli die Ankündigung der Mehrheitsübernahme der Flensburger Fahrzeugbau Gesellschaft (FFG).
Die langfristigen Rahmenbedingungen bleiben dabei grundsätzlich günstig. Zahlreiche NATO-Staaten erhöhen ihre Verteidigungsausgaben und investieren verstärkt in militärische Fahrzeuge, Logistik und moderne Antriebstechnologien. Davon könnte auch Deutz künftig profitieren.
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Mehrheitsübernahme der FFG
Mit dem Erwerb von 70,1 % der Anteile an der Flensburger Fahrzeugbau Gesellschaft setzt Deutz einen wichtigen strategischen Schritt um. Die Gründerfamilie bleibt mit 29,9 % weiterhin beteiligt.
Der Kaufpreis beträgt rund 1,6 Milliarden €. Finanziert werden soll die Übernahme überwiegend über die Ausgabe neuer Aktien.
FFG produziert, modernisiert und wartet unter anderem Schützenpanzer, gepanzerte Transportfahrzeuge und weitere militärische Spezialfahrzeuge. Das Unternehmen beschäftigt rund 1.100 Mitarbeiter und erzielte 2025 einen Umsatz von etwa 760 Millionen €. Darüber hinaus gilt das Unternehmen als hochprofitabel.
Mit der Übernahme rückt Deutz seinen mittelfristigen Unternehmenszielen deutlich näher. Bis 2030 soll der Umsatz auf rund 4 Milliarden € steigen, gleichzeitig wird eine EBIT-Marge von 10% angestrebt.
Der Abschluss der Transaktion wird für Ende 2026 beziehungsweise Anfang 2027 erwartet.
CEO Sebastian Schulte kommentierte die Übernahme:
Zusammen mit FFG wird Deutz zu einem führenden nationalen Systemanbieter für militärische Fahrzeuge, Antriebe und Energielösungen.
Bewertung
Fundamental präsentiert sich Deutz deutlich stärker, als es der aktuelle Kursverlauf vermuten lässt. Die Restrukturierung zeigt Wirkung, die Profitabilität verbessert sich und mit dem Ausbau des Verteidigungsgeschäfts eröffnet sich ein zusätzlicher Wachstumsmarkt.
Gleichzeitig existieren jedoch auch Belastungsfaktoren. Die Finanzierung der FFG-Übernahme über neue Aktien dürfte zu einer Verwässerung der bestehenden Anteile führen. Zudem bleibt das klassische Motorengeschäft weiterhin stark von der Investitionsbereitschaft der Industrie sowie der Nutzfahrzeugbranche abhängig.
Kurzfristig wird der Aktienkurs daher vermutlich stärker von der allgemeinen Marktstimmung als von der operativen Entwicklung beeinflusst.
Strategisch entwickelt sich Deutz in die richtige Richtung. Die Übernahme von FFG könnte das Unternehmen langfristig deutlich stärken und neue Wachstumschancen eröffnen.
Kurzfristig spricht das angeschlagene Chartbild jedoch gegen einen schnellen Kursanstieg. Solange sich kein belastbarer Boden ausbildet, sind weitere Rückschläge nicht auszuschließen.
Hier sei erwähnt: Die nächste Rüstungsspirale wird durch Rohstoffe angetrieben – unser exklusiver Report „Rüstung – Megatrend im Rohstoffsektor“ identifiziert zwei Aktien, die massiv vom Trend profitieren werden.
Deutz in Kürze
- Die Deutz AG (WKN: 630500) mit Hauptsitz in Köln ist einer der weltweit führenden unabhängigen Hersteller von Antriebssystemen. Das Unternehmen entwickelt und produziert sowohl Diesel- und Gasmotoren als auch Wasserstoff- und Elektromotoren.
- Neben dem Hauptsitz in Köln gibt es weitere 4 Produktionsstandorte. Über 13 Vertriebsgesellschaften arbeitet das Unternehmen mit rund 800 Partnern in 130 Ländern zusammen.
- Deutz ist Mitglied im deutschen Small Cap Index SDAX und an der Börse knapp 1,4 Milliarde € wert.
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