Die Plug Power-Aktie setzte ihren starken Abverkauf diese Woche fort und fiel auf ihr niedrigstes Niveau seit April 2. Die Papiere sind seit ihrem Jahreshoch um 45% gefallen und sind unter den 200-Tage-Durchschnitt gerutscht, während das Short-Interest trotz der laufenden Turnaround-Bemühungen des Unternehmens hoch bleibt.

Steigendes Short-Interest trotz Turnaround-Maßnahmen

Plug Power, ein führender Akteur in der Wasserstoffenergiebranche, erlebte dieses Jahr eine Achterbahnfahrt. Anfangs kletterte die Aktie im Mai auf ein mehrmonatiges Hoch von $4.32, als Anleger die Turnaround-Bemühungen bejubelten, dann wurden die meisten dieser Gewinne wieder ausgelöscht, und die Lage verschlechtert sich. 

Der anhaltende Abverkauf fiel mit dem anstiegenden Short-Interest zusammen. Daten von Benzinga zeigen, dass das Short-Interest auf 27,4% gestiegen ist, ein Hinweis darauf, dass viele Investoren weiterhin erwarten, dass die Aktie kurzfristig weiter fällt.

Das Unternehmen hat dieses Jahr einige bedeutende Veränderungen vorgenommen; das Management deutet an, dass ein Weg zur Profitabilität besteht. Zudem verzeichnete es in den vergangenen Monaten einige Kundengewinne. Beispielsweise sicherte es sich einen neuen Auftrag über 50 MW Elektrolyzer aus Australien, der von Orica, einem führenden Anbieter für Bergbau- und Infrastrukturlösungen, entwickelt wird.

Zuvor hatte das Unternehmen die Inbetriebnahme eines 5-MW-Elektrolyzersystems in der Power-to-X-(PtX)-Anlage von Måde in Esbjerg, Dänemark, abgeschlossen. 

Die Finanzberichte von Plug Power zeigten ebenfalls Fortschritte im Geschäft. Die Zahlen wiesen einen Umsatzanstieg von 22% im ersten Quartal auf $163 Millionen aus, gestützt durch das Material-Handling- und das Elektrolyzer-Geschäft. Das Unternehmen führte dieses Wachstum auf die Beziehungen zu Amazon und Walmart zurück, die seine Lösungen in ihren Lagerhäusern einsetzen.

Steigende Bruttomargen

Gleichzeitig gab das Unternehmen an, dass sich die Bruttomarge von minus 55% im Vorjahreszeitraum auf minus 13% verbessert habe, eine Steigerung um 71%. Es führte das Margenwachstum auf Maßnahmen zur Verbesserung der Serviceausführung, Umsatzwachstum und Effizienzgewinne bei der Kraftstoffbeschaffung zurück.

Plug Power wies zudem darauf hin, dass bereits 320 MW Elektrolyzer weltweit im Einsatz sind und dass ein Pipeline-Volumen von $8 billionen über Sektoren wie Industrie und Energie besteht. Außerdem stiegen die Wasserstoff-Kraftstoffverkäufe um 22%, begünstigt durch Kundenzuwachs, höhere Preise und geringere Kosten aus Warrants. Die Marge im Wasserstoff-Kraftstoffgeschäft stieg um 54%.

Wall-Street-Analysten sind gegenüber Plug Power optimistisch: Der durchschnittliche Schätzwert für den Jahresumsatz dieses Jahres liegt bei $813 million, ein Anstieg von 14,5% im Jahresvergleich. Zudem erwarten sie, dass der Umsatz im nächsten Jahr auf $964 million steigen wird.

Die Aktie fällt daher, da Investoren den Fokus auf die Bilanz richten. Zum Quartalsende verfügte das Unternehmen über $802 million an Barmitteln, davon sind $223 million frei verfügbar. Der Rest liegt als eingeschränktes Bargeld vor, das mit $50 million pro Quartal in den nächsten Jahren freigegeben wird. Da der Cash-Burn weiterhin anhält, ist es wahrscheinlich, dass erneut Kapital aufgenommen wird.

Technische Analyse des Plug Power-Aktienkurses

Plug Power stock

PLUG-Aktienchart | Quelle: TradingView

Das Tageschart zeigt, dass sich der PLUG-Aktienkurs in den vergangenen Wochen in einem starken Abwärtstrend befand, nachdem die jüngste Momentum-Bewegung ins Stocken geraten war. Die Aktie fiel unter die 50- und 200-Tage-Exponentiellen Gleitenden Durchschnitte (EMA).

Die Aktie fiel unter das wichtige Unterstützungsniveau von $2.66, ihrem Höchststand im Januar dieses Jahres. Gleichzeitig ist der Relative-Stärke-Index (RSI) gefallen und nähert sich dem überverkauften Niveau von 30. 

Daher ist das wahrscheinlichste Szenario, dass sie weiter fällt, während Investoren auf mehr Klarheit zum Geschäft warten, wenn die Quartalszahlen veröffentlicht werden, möglicherweise am August 10.

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