Die Aktie von PayPal zählt weiterhin zu den interessantesten Werten im Technologiesektor. Trotz solider Geschäftszahlen, anhaltenden Wachstums und einer im Branchenvergleich niedrigen Bewertung begegnet der Markt dem Zahlungsdienstleister weiterhin mit großer Zurückhaltung.
PayPal präsentiert sich operativ weiterhin in robuster Verfassung. Während viele Technologieunternehmen mit einem verlangsamten Wachstum kämpfen, konnte der Konzern im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026 den Umsatz um 7,2 Prozent auf 8,35 Milliarden US-Dollar steigern. Gleichzeitig wird die Aktie nach wie vor mit niedrigen Bewertungskennzahlen gehandelt. Auch mit Blick auf die anstehenden Quartalszahlen am 28. Juli rechnen Analysten mit weiter steigenden Erlösen, obwohl sich die Gewinnentwicklung zunächst etwas abschwächen dürfte.
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Nutzerbasis und Zahlungsvolumen wachsen kontinuierlich
Die operative Entwicklung zeigt, dass das Kerngeschäft weiter an Dynamik gewinnt. Zum Quartalsende verfügte PayPal über 439 Millionen aktive Konten und erreichte damit erneut den höchsten Stand der Unternehmensgeschichte. Im Vorjahresquartal waren es noch 436 Millionen.
Auch die Zahl der monatlich aktiven Nutzer legte leicht auf 225 Millionen zu. Besonders deutlich fiel das Wachstum beim Transaktionsvolumen aus. Insgesamt wurden im ersten Quartal 6,48 Milliarden Zahlungsvorgänge abgewickelt. Das entspricht einem Anstieg von 7,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert. Bereinigt um Transaktionen mit geringem Wert stieg die Zahl sogar um 7,3 Prozent. Gleichzeitig erhöhte sich die durchschnittliche Zahl der Transaktionen je aktivem Konto von 35,2 auf 37,2.
Diese Entwicklung spiegelte sich unmittelbar im gesamten Zahlungsvolumen wider. Mit 463,96 Milliarden US-Dollar erreichte PayPal das zweithöchste Quartalsvolumen seiner Unternehmensgeschichte. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Wachstum von 11,2 Prozent. Sowohl in den USA als auch auf den internationalen Märkten entwickelte sich das Geschäft dynamisch.
Venmo bleibt wichtiger Wachstumstreiber
Besonders stark entwickelte sich erneut die Zahlungsplattform Venmo. Das abgewickelte Zahlungsvolumen stieg im ersten Quartal auf 86,21 Milliarden US-Dollar und lag damit 13,5 Prozent über dem Vorjahreswert. Damit verzeichnete Venmo bereits das sechste Quartal in Folge mit einem zweistelligen Wachstum.
Parallel arbeitet PayPal daran, die Plattform stärker zu monetarisieren und zusätzliche Erlösquellen zu erschließen. Darüber hinaus investiert das Unternehmen verstärkt in Zahlungsdienstleistungen und Kryptowährungsangebote. Nach Einschätzung des Managements umfasst dieser adressierbare Markt rund 260 Milliarden US-Dollar, wobei PayPal bislang weniger als ein Prozent Marktanteil erreicht. Wachstumspotenzial ergibt sich insbesondere durch integrierte Zahlungslösungen, zusätzliche Mehrwertdienste sowie die zunehmende Digitalisierung des weltweiten Zahlungsverkehrs.
Große Chancen in mehreren Milliardenmärkten
Noch größer schätzt PayPal das Potenzial im Bereich digitaler Bezahlvorgänge während des Kaufabschlusses ein. Dieses Marktsegment beziffert das Unternehmen auf rund 390 Milliarden US-Dollar, bei einer bisherigen Marktdurchdringung von weniger als fünf Prozent.
Investitionen in flexible Bezahlmodelle wie „Buy Now, Pay Later“ sowie die Expansion in neue Branchen außerhalb des klassischen Einzelhandels sollen zusätzliches Wachstum ermöglichen. Gleichzeitig gewinnen digitale Geldbörsen mit komfortablen Zahlungsfunktionen, Bonusprogrammen und hoher Sicherheit weiter an Bedeutung.
Auch im Bereich digitaler Finanzdienstleistungen sieht PayPal erhebliche Chancen. Das Management beziffert dieses Marktpotenzial auf rund 210 Milliarden US-Dollar. Hierzu zählen digitale Bankdienstleistungen ebenso wie Angebote zum Bezahlen, Sparen, Investieren oder Aufnehmen von Krediten. Gerade Venmo soll in diesem Bereich künftig eine zentrale Rolle übernehmen.
Gewinnentwicklung gerät vorübergehend unter Druck
Während Umsatz und Geschäftsvolumen weiter steigen, entwickelte sich die Profitabilität zuletzt schwächer. Der Nettogewinn sank im Jahresvergleich von 1,29 Milliarden auf 1,11 Milliarden US-Dollar. Auch der bereinigte Gewinn ging von 1,33 Milliarden auf 1,23 Milliarden US-Dollar zurück.
Als Ursachen nennt das Unternehmen höhere Transaktionskosten infolge des gestiegenen Zahlungsvolumens sowie Abschreibungen auf einzelne strategische Beteiligungen. Auch andere Kennzahlen entwickelten sich rückläufig. Der operative Cashflow verringerte sich leicht von 1,16 Milliarden auf 1,13 Milliarden US-Dollar. Bereinigt um Veränderungen im Working Capital sank dieser von 1,84 Milliarden auf 1,69 Milliarden US-Dollar. Das EBITDA reduzierte sich von 1,82 Milliarden auf 1,74 Milliarden US-Dollar.
Aktienrückkäufe unterstreichen Vertrauen des Managements
Für das Gesamtjahr rechnet PayPal mit einem bereinigten Gewinn je Aktie, der leicht unter oder bestenfalls leicht über dem Vorjahresniveau liegen dürfte. Trotz dieser Entwicklung setzt das Management den umfangreichen Rückkauf eigener Aktien konsequent fort.
Allein im ersten Quartal investierte das Unternehmen 1,51 Milliarden US-Dollar in den Erwerb von 33,7 Millionen Aktien. Im Vorjahresquartal wurde derselbe Betrag eingesetzt, allerdings konnten aufgrund des damals höheren Aktienkurses lediglich 19,4 Millionen Aktien zurückgekauft werden. Für das Gesamtjahr sind Rückkäufe im Umfang von rund sechs Milliarden US-Dollar vorgesehen. Zusätzlich zahlte PayPal im Berichtsquartal Dividenden in Höhe von 130 Millionen US-Dollar aus.
Gerade angesichts der niedrigen Bewertung erscheinen die Aktienrückkäufe nachvollziehbar. Im Vergleich mit anderen großen Unternehmen der Branche wird PayPal anhand von Kurs-Gewinn-Verhältnis, Verhältnis von Unternehmenswert zu EBITDA sowie Bewertung auf Basis des operativen Cashflows besonders günstig gehandelt.
Analysten erwarten weiteres Umsatzwachstum
Vor der Veröffentlichung der nächsten Quartalszahlen rechnen Analysten überwiegend mit einer Fortsetzung des Umsatzwachstums. Die Konsensschätzungen gehen von einem Anstieg der Erlöse von 8,29 Milliarden auf 8,47 Milliarden US-Dollar aus.
Beim Gewinn wird dagegen ein leichter Rückgang erwartet. Der Nettogewinn könnte von 1,26 Milliarden auf 1,21 Milliarden US-Dollar sinken, während der bereinigte Gewinn von 1,37 Milliarden auf 1,25 Milliarden US-Dollar zurückgehen dürfte. Sollte sich diese Entwicklung bestätigen, dürfte auch der Cashflow vorübergehend unter Druck bleiben. Aufgrund der aktuell niedrigen Bewertung erscheint dieses Risiko jedoch bereits weitgehend im Aktienkurs berücksichtigt.
PayPal überzeugt weiterhin mit steigenden Umsätzen, wachsendem Zahlungsvolumen und attraktiven Expansionsmöglichkeiten in mehreren Milliardenmärkten. Zwar belastet die rückläufige Profitabilität kurzfristig das Gesamtbild, die niedrige Bewertung macht die Aktie jedoch weiterhin zu einer interessanten Option für langfristig orientierte Anleger.
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PayPal in Kürze
- PayPal (WKN: A14R7U) betreibt den weltweit bekanntesten Online-Bezahldienst. Im letzten Quartal nutzten über 420 Millionen Verbraucher weltweit den Service für Online-Überweisungen und die Bezahlung von Rechnungen im Internet.
- Das Unternehmen mit Sitz in San José im US-Bundestaat Kalifornien ist Teil des Nasdaq 100 und des S&P 500 Index.
- PayPal ist aktuell an der Börse mit rund 40 Milliarden US$ bewertet.
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