Als Jeff Bezos am 05.07.1994 das Unternehmen Amazon.com gründete, ahnte kaum jemand, dass daraus eines der wertvollsten und einflussreichsten Unternehmen der Welt entstehen würde. Amazon begann als unscheinbarer Online-Buchhändler in einer Garage in Bellevue im US-Bundesstaat Washington.

Gut drei Jahrzehnte später ist das Unternehmen weit mehr als ein Versandhändler. Amazon ist zugleich Einzelhändler, Marktplatzbetreiber, Logistikkonzern, Cloud-Anbieter, Halbleiterentwickler, Produzent von Unterhaltung, Anbieter künstlicher Intelligenz und einer der größten Investoren in Rechenzentren weltweit.

Der Weg dorthin war keineswegs geradlinig. Amazon schrieb über viele Jahre kaum Gewinne, investierte nahezu jeden verdienten Dollar wieder in Wachstum und wurde von vielen Analysten als dauerhaft unprofitables Unternehmen verspottet. Erst im Rückblick wird deutlich, dass Jeff Bezos einer konsequenten Strategie folgte, die heute als eines der erfolgreichsten Geschäftsmodelle der modernen Wirtschaft gilt: das sogenannte Amazon Flywheel.

Dieses selbstverstärkende Geschäftsmodell verbindet niedrige Preise, große Produktauswahl, hohe Kundenzufriedenheit, steigende Nachfrage, wachsende Verkäuferzahlen und sinkende Stückkosten zu einem Kreislauf, der sich mit zunehmender Unternehmensgröße immer schneller dreht. Die Fähigkeit, Gewinne konsequent zu reinvestieren und damit neue Geschäftsfelder zu erschließen, machte Amazon letztlich zu einem Unternehmen, dessen Bedeutung weit über den Onlinehandel hinausreicht.

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