Bank of Japan

Der japanische Yen sprang am Donnerstag stark an, da Händler mit einer möglichen Intervention der Bank of Japan (BoJ) rechneten. Das USD/JPY-Paar zog sich von seinem Jahreshoch von 162.84 auf ein Tief bei 160.62 zurück. 

US: Schwache Nonfarm-Payrolls-Daten

Das USD/JPY-Paar zog sich zurück, nachdem die USA den neuesten Nonfarm-Payrolls-(NFP)-Bericht veröffentlicht hatten. Laut dem Bureau of Labor Statistics (BLS) schuf die Wirtschaft im Juni nur 57k Jobs und verfehlte damit die geschätzten 114k. Zudem wurden die im Mai geschaffenen Jobs von 172k auf 129k revidiert. 

Der Bericht zeigte, dass der verarbeitende Sektor nur 3k Jobs schuf, während die staatlichen Stellen von 32k im Mai auf 8k im Juni dieses Jahres zurückgingen. Der einzige positive Punkt im Bericht war die Arbeitslosenquote, die sich von 4.3% auf 4.2% verbesserte.

Diese Zahlen veranlassten Investoren, ihre Erwartungen an die Federal Reserve anzupassen. So fielen etwa die Chancen für eine Fed-Zinserhöhung auf Polymarket von 56% auf 49%.

Die Daten erschienen einen Tag, nachdem Kevin Warsh, der Vorsitzende der Federal Reserve, bekräftigt hatte, dass die Fed mit Nachdruck die Inflation bekämpfe, was Händler dazu veranlasste, eine Zinserhöhung später in diesem Jahr zu erwarten.

Aktuelle Daten zeigten, dass die US-Inflation im Juni weiterhin erhöht blieb, wobei der headline Consumer Price Index (CPI) und die Personal Consumption Expenditure (PCE) auf 4.2% stiegen. Beide Zahlen liegen seit mehr als fünf Jahren über dem Fed-Ziel von 2.0%.

Mögliche Intervention der BoJ

Der USD/JPY-Wechselkurs reagierte auch auf die zunehmende Möglichkeit, dass die BoJ intervenieren könnte, nachdem der japanische Yen auf sein tiefstes Niveau seit Jahrzehnten abgestürzt war.

Daten am Optionsmarkt zeigen, dass Händler mehr Volatilität beim japanischen Yen erwarten. So ist beispielsweise das einwöchige Dollar-/Yen-Risk-Reversal negativer geworden, was auf eine größere Nachfrage nach Yen-Call-Optionen im Vergleich zu Dollar-Calls hindeutet. Die einwöchigen Butterfly-Spreads haben sich ausgeweitet, ein Zeichen dafür, dass Anleger mehr für Absicherung gegen übermäßige Ausschläge in beide Richtungen bezahlen.

Es ist unklar, wie die BoJ auf den schwächeren Yen reagieren wird. Sie hat die Zinsen bereits auf 1% angehoben, den höchsten Stand seit über zwei Jahrzehnten. 

Anfang des Jahres pumpte die Bank beim Kauf der Währung über $73 billion in den Markt. Während die anfängliche Reaktion positiv war, zog die Währung anschließend zurück und fiel auf ein Mehrjahrestief.

Aktuelle Daten zeigen, dass die BoJ Spielraum hat, die Zinssätze weiter anzuheben. Die Inflation bleibt im japanischen Kontext hoch, während die Wirtschaft sich relativ gut entwickelt: Die Einkaufsmanagerindizes für Dienstleistungen und das verarbeitende Gewerbe stiegen auf 52.2 bzw. 50.5.

USD/JPY – Technische Analyse

USD/JPY

USDJPY-Chart | Quelle: TradingView

Das Tageschart zeigt, dass das USD/JPY-Paar am Donnerstag deutlich zurückgezogen ist, einen Tag nachdem es ein Doji-Kerzenmuster gebildet hatte. Ein Doji besteht aus einem sehr kleinen Körper sowie oberen und unteren Schatten.

Es zog sich zudem zurück, nachdem es die obere Begrenzung des aufsteigenden Kanals erneut getestet hatte. Gleichzeitig haben sich die beiden Linien des Percentage Price Oscillator (PPO) und des Relative Strength Index (RSI) abgeschwächt.

Daher wird das Paar voraussichtlich weiter fallen, während Händler auf eine Intervention warten. Sollte dies eintreten, ist das nächste zu beobachtende Niveau 158, die untere Begrenzung des aufsteigenden Kanals.

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