In unsicheren Börsenzeiten wirken hohe Dividenden wie ein Anker. Eine Rendite von mehr als sieben Prozent ist jedoch selten ein Geschenk, denn das Risiko einer drastischen Dividendenkürzung ist sehr hoch.

Umso wichtiger ist es, hinter die Kulissen zu blicken. Denn nur wer das Geschäftsmodell, die Wettbewerbsvorteile und die Risiken versteht, kann einschätzen, ob sich eine hohe Ausschüttung langfristig in eine attraktive Gesamtrendite übersetzt.

Hohe Dividenden brauchen starke Burggräben

Pfizer (WKN: 852009) zählt seit Jahrzehnten zu den weltweit bedeutendsten Pharmakonzernen. Das Unternehmen entwickelt, produziert und vermarktet verschreibungspflichtige Medikamente und Impfstoffe.

Seine wichtigsten Wettbewerbsvorteile sind eine umfangreiche Forschungspipeline, milliardenschwere Investitionen in Innovation und ein globales Vertriebsnetz. Patente schützen erfolgreiche Medikamente über Jahre vor Nachahmern und ermöglichen hohe Margen. Gleichzeitig verfügt Pfizer über eine solide Finanzkraft, um neue Wirkstoffe zu entwickeln oder Unternehmen zu übernehmen.

Allerdings drohen regelmäßig sogenannte Patentabläufe, wodurch die Umsätze unter Druck geraten können. So auch bei Pfizer: Von 2026 bis 2028 steht das Unternehmen vor großen Patentklippe. Allein in den kommenden Monaten könnten 15 bis 20 Mrd. US-Dollar aufgrund des verlorenen Patentschutzes verloren gehen.

Besonders kritisch ist, dass die Entwicklung neuer Medikamente nicht nur zeitintensiv ist, sondern auch teuer und mit erheblichen Risiken einhergeht. Auch Zukäufe, wie sie mit Biotech-Unternehmen wie Seagen oder Biohaven Pharmaceuticals getätigt wurden, ändern daran nur wenig. Glücklicherweise hat das Unternehmen aber mit seinen Medikamenten gegen das Coronavirus gut verdient und stark investiert, sodass ab 2028 wieder mit Wachstum gerechnet werden könnte.

Ein ganz anderes Unternehmen mit hohen Dividenden ist Höegh Autoliners (WKN: A3C8LV). Die Reederei ist Spezialist für den weltweiten Transport von Fahrzeugen und schwerem Rollmaterial.

Fokussiert hat man sich auf moderne RoRo-Schiffe, die Autos, Lastwagen, Landmaschinen oder Baumaschinen über die Weltmeere transportieren. Der Burggraben entsteht durch die spezialisierte Flotte, die langjährigen Kundenbeziehungen mit großen Automobilherstellern und die hohen Eintrittsbarrieren: Der Bau moderner Autotransporter verschlingt Milliardenbeträge und dauert Jahre. Gleichzeitig profitiert das Unternehmen vom internationalen Fahrzeughandel, die kurzfristig sehr dynamisch ausfallen können.

Allerdings bleibt das Geschäft stark zyklisch. Schwächere Autoverkäufe, sinkende Frachtraten oder geopolitische Spannungen können die Gewinne und somit auch die Dividende deutlich beeinflussen. Die hohe Ausschüttung ist deshalb eng an den Geschäftsverlauf gekoppelt, Kürzungen sind keine Seltenheit. Historisch betrachtet profitierten Anleger dennoch von hohen Dividenden und steigenden Aktienkursen gleichzeitig. Seit 2022 ist der Aktienkurs um 700 % gestiegen.

Dividendenjäger sollten genau hinschauen

Eine Dividendenrendite von mehr als sieben Prozent kann ein starkes Kaufargument sein. Sie ist jedoch keineswegs risikolos und macht tiefergehende Analysen erforderlich.

Pfizer punktet mit Innovationskraft und globaler Marktstellung, Höegh Autoliners mit einer einzigartigen Marktposition im Fahrzeugtransport. Gleichzeitig zeigen beide Unternehmen, dass hohe Ausschüttungen immer auch mit spezifischen Risiken verbunden sind. Wer diese kennt und langfristig denkt, erhöht die Chancen, dass aus einer attraktiven Dividende auch ein nachhaltiger Vermögensaufbau wird.

Der Artikel Über 7 % Rendite! Diese 2 Dividenden-Aktien zahlen jetzt extrem aus! ist zuerst erschienen auf Aktienwelt360.