
Die Micron (MU)-Aktie verzeichnete eine starke Rallye vor den fiskalischen Q3-Ergebnissen des Speicherchip-Spezialisten, die für den 24. Juni nach Börsenschluss angesetzt sind.
Der Konsens erwartet, dass MUs Umsatz im dritten Quartal im Jahresvergleich nahezu vervierfacht und bei etwa 35 Mrd. $ liegen wird, bei einem 10-fachen Anstieg des Gewinns je Aktie (EPS) auf 19,72 $.
Kurz gesagt rechnet die Wall Street mit einem absolut herausragenden Quartal, das vollständig vom explosiven weltweiten Ausbau der künstlichen Intelligenz (KI)-Infrastruktur getrieben wird.
Seit Jahresbeginn liegt die Micron-Aktie aktuell rund 250 % im Plus, doch Bernstein-Analyst Mark Li ist der Ansicht, dass der Rallye noch nicht die Luft ausgeht.
Zum Zeitpunkt der Niederschrift steigt die Aktie am Montag um rund 4 %. Die Rallye erfolgt, obwohl der breitere Technologiesektor an den Börsen schwächelt.
Alphabet verlor rund 6 % inmitten von Bedenken über prominente KI-Talentabgänge, während Amazon und Meta Platforms jeweils 4 % bzw. 3 % einbüßten.
Warum Bernstein bei der Micron-Aktie weiterhin optimistisch ist
Am Montag bekräftigte Li seine Einstufung „Outperform“ für MU und verdoppelte sein Kursziel auf 1.300 $, was ein potenzielles Aufwärtspotenzial von etwa 10 % gegenüber dem aktuellen Niveau signalisiert.
Lis sehr bullische These basiert in erster Linie auf dem schweren, strukturellen Engpass im Markt für dynamischen Direktzugriffsspeicher (DRAM).
Historisch war der Halbleiterspeichersektor notorisch zyklisch und von häufigen Angebotsüberhängen und anschließenden Preiszusammenbrüchen geprägt.
Der Bernstein-Analyst sieht das aktuelle Angebotsdefizit jedoch als grundlegend anders — deutlich akuter und langlebiger als bisher angenommen.
Tech-Giganten und Betreiber von Rechenzentren kaufen hochentwickelte Speicherarchitekturen in beispiellosem Tempo, um Hochleistungs-GPUs (Graphics Processing Units, GPUs) abzusichern.
Da Produktionskapazitäten in spezialisierte KI-Speicher verlagert werden, verringert sich die konventionelle DRAM-Produktion, sodass das Angebot in der gesamten Branche enger wird.
Bernstein prognostiziert, dass dieses disziplinierte Ungleichgewicht von Angebot und Nachfrage Micron bis weit ins Kalenderjahr 2027 hinein eine enorme Preissetzungsmacht sichern wird.
Folglich unterschätzen die üblichen Wall-Street-Modelle wahrscheinlich die Dauer dieses Aufschwungs, sodass für aufeinanderfolgende Quartale mit Gewinnüberraschungen und nach oben revidierten Konsensschätzungen Raum bleibt.
Was MU-Aktien sonst noch weiter antreiben könnte
Der zweite Katalysator für Lis Überzeugung ist der enorme Preishebel, der im High-Bandwidth-Memory (HBM) liegt.
Um diese strukturelle Entwicklung widerzuspiegeln, hat die Firma ihr Bewertungsmodell für Micron bemerkenswert von Price-to-Book (P/B) auf Price-to-Earnings (P/E) umgestellt und modelliert beispiellose Margenschwellen für den Chiphersteller.
Bernstein betont, dass die Vertragspreise für HBM deutlich beschleunigen müssen, um die verbleibende Rentabilitätslücke gegenüber der konventionellen DRAM-Verarbeitung vollständig zu schließen.
Microns HBM-Kapazitäten für das Kalenderjahr 2026 sind bereits vollständig zugewiesen, und die Sicht für Anfang 2027 bleibt außerordentlich stark.
Wenn die Volumina der höherpreisigen HBM4- und HBM3E-Produkte zunehmen, wird die hochwertigere Produktmischung die Bruttomargen des Unternehmens erheblich ausweiten — diese werden bereits für Q3 in der Nähe eines rekordverdächtigen Werts von 81 % erwartet.
Bernstein weist darauf hin, dass diese positiven Vertragsneupreisungen massive Aufwärtskorrekturen der prognostizierten künftigen Gewinne auslösen werden.
Li prognostiziert, dass Microns Ergebnisfähigkeit für das Fiskaljahr 2027 letztlich deutlich über den Schätzungen der Wall Street liegen wird, was grundlegend ein deutlich höheres Bewertungs-Multiple für Micron-Aktien rechtfertigt.
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