Die Merck-Aktie setzte sich am Freitag mit einem Kursgewinn von über +5% an die Spitze im Dow Jones-Index und kletterte fast auf ein neues 12-Monatshoch. Was gab dem US-Pharmariesen Rückenwind und können Anleger bald mit einem neuen Höchststand rechnen?
Positive Studienergebnisse
Rückenwind bekam die Merck-Aktie zum Wochenschluss durch hoffnungsvolle Daten aus einer entscheidenden klinischen Phase-III-Studie. Das Krebsmedikament Keytruda – ohnehin das umsatzstärkste Medikament der Welt – hat in einer erweiterten Kombinationstherapie bei der Erstlinienbehandlung von Patienten mit fortgeschrittenem Magenkrebs hervorragende Ergebnisse erzielt.
Konkret wurde Keytruda in Kombination mit Sacituzumab Tirumotecan bei der Behandlung von nicht-kleinzelligem Lungenkrebs getestet. Bei Sac-TMT handelt es sich um ein Antikörper-Wirkstoffkonjugat, das Merck gemein mit Kelun Biotech entwickelt hat.
Die Studiendaten zeigten eine statistisch signifikante und klinisch bedeutsame Verlängerung des Gesamtüberlebens der Patienten. Da Keytruda in den kommenden Jahren vor dem Ablauf wichtiger Patente steht, ist jeder Erfolg bei der Zulassung für neue, erweiterte Anwendungsbereiche extrem wichtig für die Wall Street, um die langfristigen Umsatzströme des Konzerns abzusichern. Mit einem Erfolg der neuen Kombinationstherapie könnte Merck seine führende Position in der Immunonkologie weiter festigen.
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Im Aufwind
Das Chartbild der Merck-Aktie hat sich zuletzt deutlich verbessert. Ende April hat der Dow Jones-Titel Halt bei der Unterstützung von 110 US$ gefunden. Seitdem befindet sich der Pharmawert in einem leichten Aufwärtstrend und notierte zum Wochenschluss nur noch hauchdünn unter seinem 12-Monatshoch bei 124 US$.
Dünne Luft bei dieser Bewertung
Das durchschnittliche Kursziel der Merck-Aktie liegt gegenwärtig bei ca. 130 US$. Bankanalysten attestieren dem Pharmakonzern damit nur noch ein Aufwärtspotenzial von ca. +8%.
Auch ich sehe derzeit nicht mehr viel Luft nach oben für die Merck-Aktie. Zwar wird der Pharmagigant auf der bevorstehenden ASCO-Tagung voraussichtlich umfangreiche Daten aus seiner Pipeline in den Bereichen Onkologie und chronische Krankheiten vorstellen. Aber mit einem Forward-KGV von 22 ist die Merck-Aktie für einen sehr wachstumsschwachen Konzern recht ambitioniert bewertet.
Die große Frage bei Merck ist, ob es der Pharmakonzern schaffen wird, das Risiko des anstehenden Patentablaufs seines Blockbusters Keytruda in den kommenden Jahren schrittweise durch Erweiterungen des Einsatzbereichs des Medikaments und durch Neuentwicklungen aufzufangen. Mit einer tiefen klinischen Pipeline hat Merck gute Erfolgsvoraussetzungen, aber der Erfolgsdruck ist auch sehr hoch.
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Für mich stimmt aktuell das Rendite-Risiko-Verhältnis bei der Merck-Aktie nicht mehr. Die Bewertung preist zu viel Hoffnung in die Pipeline des Pharmakonzerns ein. Eine Hoffnung, die Merck meiner Meinung nach nicht einlösen kann.
Merck in Kürze
- Merck & Co. (WKN: A0YD8Q) mit Sitz in Kenilworth im US-Bundesstaat New Jersey ist einer der größten Pharmakonzerne der Welt.
- Kerngeschäftsfeld von Merck ist die Entwicklung und Herstellung von Arzneimitteln.
- Der Pharmakonzern ist vor allem auf die Therapie von Krebs und Multiple Sklerose spezialisiert. Sein Krebsmedikament Keytruda war 2024 das umsatzstärkste Arzneimittel der Welt.
- Darüber hinaus ist Merck in den Bereichen Life Science (Produkte und Dienstleistungen für wissenschaftliche Forschungsinstitute) und Performance Materials (Spezialchemikalien) tätig.
- Merck notiert an der New York Stock Exchange und ist Mitglied in den US-Leitindizes Dow Jones Industrial und S&P 500. Der Pharmakonzern ist aktuell ca. 192 Milliarden US$ wert.
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