Die Kursentwicklung der Workday-Aktie trieb Anlegern zuletzt nur Tränen in die Augen. Innerhalb der letzten zwölf Monate büßte der Software-Konzern ganze -55% an Wert ein. Doch am Freitagmorgen sendet Workday mit einem Kurssprung von +12% ein starkes Lebenszeichen. Was hat den Kurssprung ausgelöst und sollten Anleger auf ein Comeback der Aktie setzen?

Überraschend starke Zahlen

Grund für den heutigen Kurssprung der Workday-Aktie sind die Zahlen für das ersten Quartal des neuen Geschäftsjahres, das Ende April abgeschlossen wurde. Sie fielen überraschend stark aus und übertrafen die Erwartungen der Analysten zum Teil deutlich.

Der Quartalsumsatz von Workday stieg im Jahresvergleich um 13,5% auf 2,54 Milliarden US$ und lag damit leicht über der Prognose von 2,52 Milliarden US$. Noch etwas stärker konnten die Abonnenment-Umsätze mit 14,3% auf 2,35 Milliarden US$ zulegen.

Die größte Überraschung gelang dem Anbieter von HR- und Finanzsoftware allerdings beim Ergebnis und beim Cashflow. Die operative Marge stieg von 30,3% im Vorjahr auf 31,8%. Der Gewinn je Aktie schoss um 19,3% in die Höhe und übertraf mit 2,66 US$ deutlich den Analystenkonsens von 2,52 US$. Und der operative Cashflow explodierte um 53% auf 696 Millionen US$.

Die größte Erleichterung für die Börse war aber wahrscheinlich die Auftragslage. Workday verzeichnete das stärkste Wachstum beim jährlichen Neuvertragswert in einem ersten Quartal seit fünf Jahren.

Vor allem die Nachfrage nach Agentic AI-Lösungen ist nach oben geschossen. Die Anzahl der Firmenkunden, die die KI-Agenten des Tech-Konzerns nutzen, hat sich im Vergleich zum Vorquartal mehr als verdoppelt. Über 4.000 Großkunden nutzen inzwischen mindestens einen Workday-KI-Agenten.

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Anhebung der Prognose

Trotz des starken Auftaktquartals beließ das Management die Prognose für den Abonnement-Umsatz im Gesamtjahr defensiv bei einer Spanne von 9,93 bis 9,95 Milliarden US$, was einem Wachstum von 12 bis 13% entspricht. Dafür schraubte das Management aber das Ergebnisziel nach oben.

Workday rechnet nun mit einer bereinigten operativen Jahresmarge von 30,5% (zuvor waren 30,0% in Aussicht gestellt worden). Grund für die Prognoseerhöhung sind die hohe Skalierungseffizienz der Plattform und eine strikte Ausgabendisziplin.

Raus aus dem Seitwärtstrend

Nach monatelangen Kursverlusten konnte sich die Workday-Aktie in den letzten Wochen in einem Kursband zwischen 112 und 130 US$ stabilisieren. Durch den heutigen Kurssprung gelingt dem Tech-Titel der Ausbruch aus diesem Seitwärtstrend. Nun könnte die Aktie Kurs auf ihr 3-Monatshoch bei 151 US$ nehmen.

Kein Erfolg mit KI

Trotz der guten Zahlen zum Jahresauftakt bin ich auch weiterhin kein Fan der Workday-Aktie und das hat mehrere Gründe. Der Entwickler von Finanz- und HR-Software für Unternehmen ist keine Wachstumsgeschichte mehr. Das Umsatzwachstum hat sich inzwischen auf nur noch knapp zweistellige Werte abgeflacht. In den kommenden Jahren dürfte es meiner Meinung nach auf hohe einstellige Werte zurückgehen.

Daran wird auch die Einführung von KI-Agenten nichts ändern. Sie sind der verzweifelte Versuch von Workday, sich gegen KI-Modelle zu wehren. Trotz guter Anläufe glaube nicht, dass der Tech-Konzern damit langfristig Erfolg haben wird.

Vor allem den HR-Bereich sehe ich als erstes gefährdet. Die Abbildung von Personalmanagement-Funktionen ist für KI-Modelle wahrscheinlich am einfachsten. Das wird Workday in den kommenden Jahren entweder Kunden kosten oder die Preise unter Druck setzen.

Mit einem Forward-KGV von 12 ist die Workday-Aktie zwar im historischen Vergleich spottbillig, aber das eben auch zu Recht. Wir sprechen hier über ein zunehmend wachstumsschwaches Unternehmen, dessen Margen in den kommenden Jahren unter Druck geraten werden.

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Die Workday-Aktie ist deshalb trotz ihres historisch niedrigen Kursniveaus keinen Kauf wert. Die bevorstehende KI-Disruption im Software-Sektor wird viele Unternehmen hart treffen. Workday gehört meiner Meinung nach zu denjenigen Unternehmen, die es am härtesten erwischen wird.

ℹ Workday in Kürze

  • Workday (WKN: A1J39P) ist ein US-amerikanischer Anbieter von cloudbasierter Unternehmenssoftware mit Sitz in Pleasanton in Kalifornien.
  • Das Unternehmen hat sich darauf spezialisiert, komplexe Geschäftsprozesse in einer einzigen, zentralen Plattform zusammenzuführen.
  • Kernmodule von Workday sind die Personalverwaltung, das Finanzwesen und die Unternehmensplanung.
  • Seit 2025 setzt Workday massiv auf KI-Agenten, die Aufgaben wie die Terminplanung für Vorstellungsgespräche oder komplexe Datenanalysen autonom erledigen können.
  • Das Unternehmen ist Mitglied im Nasdaq 100 und ca. 30 Milliarden US$ wert.

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