Nachdem die SAP-Aktie bereits in den letzten drei Handelstagen um gut +9% zugelegt hat, setzt sie sich am Dienstag mit einem weiteren Kursplus von +5% an die Spitze des DAX. Was steckt hinter dem Comeback des deutschen Software-Riesen und wird es noch weitergehen?
Gleich drei Kurskatalysatoren
Die SAP-Aktie bekommt dieser Tage von gleich Kurskatalysatoren Rückenwind: der Hausmesse Sapphire, der Beteiligung an einem KI-Startup und positiven Analystenstimmen. Doch der Reihe nach:
Plötzliche KI-Begeisterung
Vor wenigen Tagen fand die Hausmesse des Software-Konzerns SAP Sapphire in Orlando in Florida statt. Die dort präsentierten Neuerungen haben die Sorgen vieler Anleger, SAP könnte den KI-Trend verschlafen, offenbar zerstreuen können.
SAP präsentierte auf der Messe eine weitreichende Vision für das „Autonomous Enterprise“. Statt simpler Chatbots setzt der Konzern künftig auf mehr als 50 domänenspezifische „Joule Assistants“, die ein Netzwerk aus über 200 spezialisierten KI-Agenten steuern, um komplexe Geschäftsprozesse vollautomatisch auszuführen (z. B. im Finanz- oder Lieferkettenmanagement).
Zudem arbeitet SAP kontinuierlich am Ausbau seiner strategischen Partnerschaften. Dazu zählen vor allem der Chipkonzern Nvidia (Integration der Omniverse-Plattform für industrielle Automation) und der KI-Modellentwickler Anthropic (Einbindung von Claude). Aber auch die Verzahnung mit den Produkten von Google, Microsoft und Palantir wird stetig ausgebaut.
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Eine zukunftsweisende Beteiligung
Als großen Vertrauensbeweis in die Innovationskraft von SAP wertete die Börse auch die Bekanntgabe der Beteiligung von SAP am deutschen Workflow-Automatisierer n8n. Durch das Investment des Software-Konzerns verdoppelte sich die Bewertung des Berliner Startups auf 5,2 Milliarden US$, womit n8n zum wertvollsten KI-Unternehmen Deutschlands aufstieg.
Für Investoren ist die n8n-Beteiligung der Beweis, dass SAP seine „Cloud-Story“ konsequent mit moderner Agentic AI auflädt und gleichzeitig seine KI-Fähigkeiten im Low-Code-Bereich aggressiv ausbaut. Dieser Schritt stellt eine Art Bewertungshebel an der Börse dar, da die SAP-Aktie damit zunehmend als KI-Titel eingestuft wird.
Optimistische Analysten
Nicht zuletzt stützten führende Bankhäuser den Kurs der SAP-Aktie mit Kaufempfehlungen und optimistischen Kurszielen. Die Investmentbank Jefferies sieht mit einem Kursziel von 230 € ein Upside von über +45% gegenüber dem aktuellen Kursniveau.
Auch die Schweizer Großbank UBS und die Deutsche Bank raten mit dem Kurszielen von 205 bzw. 200 € zum Kauf der SAP-Aktie. Alle Banken lobten in ihren jüngsten Kommentaren die KI-Strategie des Software-Konzerns.
Kommt die Trendwende?
Die SAP-Aktie befindet sich dieser Tage in einer hochspannenden Chartsituation. Der seit Juni 2025 bestehende Abwärtskanal könnte bei weiteren Kurssteigerungen nach oben durchbrochen werden. Das wäre ein charttechnisch hervorragendes Signal und könnte den Beginn einer Trendwende einläuten.
Die Spreu vom Weizen trennen
Meiner Meinung nach hat die Börse mit ihrer monatelangen Abstrafung der SAP-Aktie dem deutschen Software-Konzern Unrecht getan. Sicherlich muss man die Gefahr von KI-Modellen für das Geschäftsmodell von SAP ernst nehmen. Aber ernst nehmen bedeutet nicht, den Abgesang auf die SAP-Aktie einzuläuten.
Die Softwarepakete von SAP sind von so großer Bedeutung für die Steuerung von Unternehmen und in der Regel seit Jahrzehnten so tief in die Unternehmensprozesse eingebettet, dass man sie nicht von heute auf morgen durch irgendein KI-Modell ersetzen kann. Die Gefahr von geschäftsschädigenden Auswirkungen wäre viel zu groß.
Das versetzt SAP im Gegensatz zu vielen anderen Software-Unternehmen in die gute Lage, KI für sich selbst arbeiten zu lassen und die Software noch besser, schneller und kostengünstiger zu machen. Meiner Einschätzung nach ist SAP unter dem Strich eher ein KI-Gewinner als ein KI-Verlierer.
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Zudem halte ich die aktuelle Bewertung mit einem Forward-KGV von 20 für recht moderat. Wir sprechen hier über ein immer noch dynamisch wachsendes, hochprofitables Unternehmen mit einer exzellenten Marktposition.
Die Angst vor der SaaSpocalyse wird an der Börse nicht von heute auf morgen verschwinden. Aber ich glaube, dass der Markt inzwischen erkannt hat, dass man in der Software-Branche die Spreu vom Weizen trennen muss. Und SAP gehört meiner Meinung nach ganz klar zum Weizen.
SAP in Kürze
- Die SAP SE (WKN: 716460) gehört weltweit zu den größten Softwareunternehmen im Bereich der Unternehmenssteuerung. Für kleinere und mittelgroße Unternehmen bietet der Konzern Standardlösungen an, für größere Unternehmen gibt es individuelle Angebote.
- Der Hauptsitz des Konzerns ist im baden-württembergischen Walldorf, weltweit verfügt der IT-Konzern über zahlreiche Niederlassungen.
- Die Aktie des Unternehmens ist in den Leitindizes DAX und EuroStoxx 50 geleistet und wird an der Börse aktuell mit rund 195 Milliarden € bewertet.
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