Der Kurs der Lloyds-Aktie gab am Dienstag dieser Woche nach und erreichte sein tiefstes Niveau seit mehr als einer Woche, da Investoren Bankaktien nach dem schwachen HSBC-Gewinnbericht verkauften. Er fiel auf 94.90p, leicht unter dem Monatshoch von 105.06. Dieser Artikel beleuchtet, was kurzfristig zu erwarten ist.

Lloyds Bank steht trotz großer Herausforderungen gut da 

Der Kurs der Lloyds-Aktie brach deutlich ein, als Investoren auf die jüngsten HSBC-Ergebnisse reagierten, die zeigten, dass das Institut aufgrund seiner Verflechtung mit MFS unerwartet einen Verlust erlitt; MFS war Ende letzten Jahres zusammengebrochen. Zudem traten Schwächen infolge des anhaltenden US‑Iran-Konflikts zutage.

Das MFS-Problem setzte HSBC dem angeschlagenen Private-Credit-Segment aus, in dem die Bank eine Exposure von 111 Mrd. USD hat. Dadurch fiel LLOY wegen der anhaltenden Korrelation innerhalb der Branche.

HSBC und Lloyds verfolgen jedoch unterschiedliche Geschäftsmodelle. Lloyds hat nur eine geringe Private-Credit-Exponierung und ist eine inländische Bank. HSBC hingegen ist ein globales Unternehmen mit erheblichen Aktivitäten im Nahen Osten und in Asien.

Darüber hinaus fiel Lloyds auch infolge der Entwicklung am Rentenmarkt, wo britische Staatsanleihen stark nachgaben und die 30‑jährige Rendite auf den höchsten Stand seit Jahrzehnten stieg.

Positiv zu vermerken ist jedoch, dass Lloyds solide Ergebnisse vorlegte. Diese Zahlen zeigten, dass das Net Interest Income im ersten Quartal um 8 % auf über £3.56 Mrd. stieg. Die sonstigen Erträge kletterten um 11 % und erhöhten das Gesamtergebnis auf £4.87 Mrd.

Anders als in früheren Quartalen meldete Lloyds einen starken Quartalsgewinn, wobei das zugrundeliegende Ergebnis auf über £2 Mrd. anstieg. Diese Kennzahl verbesserte sich, da die Aufwendungen für Remediation auf nur noch £11 Mio. sanken. Zuvor hatte das Unternehmen wegen der Motorversicherungs‑Krise höhere Remediation‑Aufwendungen ausgewiesen. 

Der einzige Makel im Bericht waren die gestiegenen Wertberichtigungen, die auf £295 Mio. zulegten gegenüber £295 Mio. im Vorquartal. Diese Kosten dürften während einer Phase von Stagflation — gekennzeichnet durch hohe Inflation und langsames Wirtschaftswachstum — erhöht bleiben.

Der nächste wichtige Katalysator für den LLOY‑Kurs ist, dass die Bank of England einen restriktiven Ton beibehält und andeutet, die Zinsen im Juni zur Bekämpfung der steigenden Inflation anzuheben. 

Ein hohes Zinsniveau wird über die Zeit die Net Interest Margin stärken. Das Management steuerte auf ein jährliches Net Interest Income von £14.9 Mrd. zu.

Die zentrale Herausforderung bleibt jedoch der Druck im Wohnungssektor, wobei die Hypothekenzinsen zurückgegangen sind.

Technische Analyse des Lloyds‑Kurses

Kurs der Lloyds‑Aktie

LLOY‑Kurschart | Quelle: TradingView 

Die Tages-Chart‑Ansicht zeigt, dass der LLOY‑Kurs am 17. April dieses Jahres auf 105.06p sprang. Diese Erholung folgte auf die Ausbildung eines deutlich bullischen Falling‑Wedge‑Chartmusters.

Am 8. April bildete sich anschließend ein Aufwärtsgap. In der Folge versucht die laufende Konsolidierung, dieses Gap zu schließen.

Ein genauerer Blick zeigt, dass sich inzwischen eine Doppelbodenformation auf dem Strong‑Pivot‑Reverse‑Level des Murrey‑Math‑Lines‑Tools ausgebildet hat. Die Nackenlinie liegt bei 105p.

Daher ist das wahrscheinlichste Szenario, dass die Aktie anzieht und den Major S/R‑Pivot bei 100p erneut testet. Ein Bruch unter die wichtige Unterstützung bei 90p würde das bullische Szenario ungültig machen.

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