
Der IAG-Aktienkurs geriet in diesem Jahr unter Druck, da der andauernde US‑Iran‑Krieg sein Geschäft beeinträchtigt hat. Am Mittwoch fiel er auf 366p, nach einem Jahreshoch von 465p. Der Fokus richtet sich nun auf die Ergebnisse, die mehr Aufschluss über das Geschäftsverhalten während des Krieges geben werden.
Steigende Kerosinpreise belasten Fluggesellschaften
IAG und andere Fluggesellschaften stehen vor einer großen Herausforderung, da der anhaltende US‑Iran‑Konflikt die Kerosinpreise stark nach oben treibt. Daten zeigen, dass der durchschnittliche Kerosinpreis bei $181 pro Barrel liegt, ein Anstieg von 101% gegenüber dem Vorjahr. Gegenüber dem Vormonat ist er um 3.8% gesunken.
Der starke Anstieg des Kerosinpreises ist einer der Hauptgründe, warum Spirit Airlines am vergangenen Wochenende zusammengebrochen ist. Er ist auch der Hauptgrund dafür, dass die Lufthansa kürzlich 20.000 Flüge gestrichen hat.
Positiv ist, dass IAG weniger stark von der Krise betroffen sein dürfte als seine US‑Konkurrenten, da das Unternehmen Hedging‑Instrumente einsetzt. Historisch gesehen gibt das Unternehmen Millionen Dollar für die Absicherung künftiger Preise aus. Das unterscheidet es von Unternehmen wie Delta und United, die stärker auf den Spotmarkt setzen.
Ein weiterer Vorteil ist, dass IAG weniger im Nahen Osten exponiert ist, wo der Verkehr seit Kriegsbeginn unter Druck steht. Der Großteil des Geschäfts liegt stattdessen in Europa und auf den transatlantischen Strecken, die am profitabelsten sind.
Der Verkehr von und in den Nahen Osten hat sich zu stabilisieren begonnen, da der Waffenstillstand anhält. In seiner Trading‑Statement stellte Rolls‑Royce Holdings fest, dass das Geschäft in der Region wieder mit dem Vorkriegsniveau vergleichbar sei.
IAG veröffentlicht am Freitag seine Finanzergebnisse
IAG wird diese Woche die nächste wichtige FTSE‑100‑Aktie sein, auf die Anleger achten sollten, wenn das Unternehmen am Freitag seine Finanzergebnisse veröffentlicht. Diese Ergebnisse werden mehr Einblick in die Performance dieses Jahres geben und eine Orientierung für die Erwartungen liefern.
Die letzten Ergebnisse zeigten, dass IAG im vergangenen Jahr gut abgeschnitten hat, wobei der Großteil des Wachstums in der ersten Jahreshälfte stattfand. Der Umsatz stieg auf ein Rekordhoch von €33.2 billion, während das Betriebsergebnis um 13% auf €5.02 billion anstieg.
Das Management führte die strukturell anhaltende Langfragentwicklung in den Kernmärkten sowie das allgemein knappe Angebot auf wichtigen Strecken an. Zudem verzeichnete das Unternehmen im Jahresverlauf höhere Margen.
IAG hat sich von einer Beinahe‑Insolvenz während der Pandemie zu einem der größten Dividendenzahler entwickelt. Letztes Jahr erhöhte es die Dividende um 8.9% und startete ein Aktienrückkaufprogramm über €1.5 billion.
Technische Analyse des IAG‑Aktienkurses

IAG‑Aktienchart | Quelle: TradingView
Das Tageschart zeigt, dass der IAG‑Aktienkurs in den letzten Monaten unter Druck geraten ist und sich vom Jahreshoch von 464p am 27. Februar auf aktuell 366p bewegte.
Die Aktie erreichte das 38.2%-Fibonacci‑Retracement‑Niveau und fiel unter den 50‑Tage‑Exponentiellen gleitenden Durchschnitt (EMA). Der jüngste Erholungsversuch stieß bei 413p auf erheblichen Widerstand.
Daher ist der Weg des geringsten Widerstands für die Aktie moderat bärisch, mit dem nächsten wichtigen Ziel bei 335p, dem 50% Fibonacci‑Retracement‑Niveau.
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