Die Pfizer-Aktie befindet sich seit Anfang April in einem leichten Abwärtstrend, doch am Dienstagmittag kann sie im europäischen Handel um gut +1,0% zulegen. Honoriert die Börse die vorgelegten Quartalszahlen und sollten Anleger in das Comeback dieses Pharmaschwergewichts investieren?
Unerwartet gute Quartalszahlen
Während BioNTech heute mit seinen Zahlen für das erste Quartal 2026 für eine herbe Enttäuschung sorgte, gelang dem Corona-Impfstoffpartner Pfizer eine positive Überraschung. Umsatz und Gewinn lagen im abgelaufenen Vierteljahr über den Erwartungen des Marktes.
Pfizer steigerte zum Jahresauftakt seinen Umsatz um 5% auf 14,5 Milliarden US$. Analysten hatten im Vorfeld nur 13,8 Milliarden US$ auf dem Zettel. Rechnet man die Corona-Produkte heraus, wäre der Umsatz sogar um 7% gewachsen.
Der bereinigte Gewinn je Aktie sank zwar im Jahresvergleich um 18% auf 0,75 US$. Analysten gingen jedoch von einem stärkeren Rückgang auf 0,72 US$ aus.
Das Pfizer-Management bestätigte im Rahmen der Zahlenvorstellung die Jahresprognose. Die Erlöse sollen sich 2026 auf 59,5 bis 62,5 Milliarden US$ belaufen. Beim bereinigten Gewinn rechnet der Pharmariese mit einer Spanne von 2,80 bis 3,00 US$.
Auftakt zur Wende?
Die Pfizer-Aktie kämpft dieser Tage mit ihrem 3-Monatstief bei 26,30 US$. Allerdings notiert sie auch nicht weit von ihrem 12-Monatshoch bei 28,60 US$ entfernt. Möglicherweise sind die Quartalszahlen der Auftakt zu einer charttechnischen Wende nach oben.
Ein hochspannendes Jahr
2026 wird ein hochspannendes Jahr für die Pfizer-Aktie. Der US-Pharmakonzern hat derzeit rund 30 Studienprogramm in der Phase 3 laufen.
Kursentscheidend wird unter anderem die Entwicklung eines Wirkstoffs gegen Adipositas. Seit geraumer Zeit versucht Pfizer verzweifelt, den Anschluss an Novo Nordisk und Eli Lilly zu finden — bislang jedoch vergeblich. Nach dem Entwicklungsaus für die orale Abnehmpille Danuglipron im Mai 2025 hat der Konzern seine Ressourcen auf alternative Ansätze umgelenkt, darunter einen GIPR-Antagonisten, der sich aktuell in Phase 2 befindet. Zudem könnte die Wirkstoffe, die durch die Übernahme von Metsera eingekauft wurden, einen Erfolg in der Behandlung von Fettleibigkeit bringen.
Gleichzeitig ist durch die Übernahme von Seagon die Onkologie das neue Herzstück von Pfizer geworden. Der Pharmakonzern hat sich zu einem weltweit führenden Akteur bei Antikörper-Wirkstoff-Konjugaten entwickelt. Neues Flaggschiffmedikament in diesem Bereich ist Padcev gegen Blasenkrebs. Aber auch Atirmociclib, ein hochselektiver CDK4-Inhibitor der nächsten Generation gegen Brustkrebs, könnte ein großer Erfolg werden. Zudem zeigen Talzenna und Xtandi gute Erfolge bei der Behandlung von metastasiertem Prostatakrebs.
Obwohl auch bei Pfizer das Geschäft mit dem Corona-Impfstoff bis zur Bedeutungslosigkeit geschrumpft ist, bleibt die Pipeline bei Impfstoffen aktiv. Ein mRNA-Vakzin gegen Grippe und COVID-19 befindet sich in der finalen Phase. Der Impfstoff-Kandidat VLA15 (in Kooperation mit Valneva) gegen Lyme-Borreliose steht kurz vor dem entscheidenden Daten-Readout der Phase-3-Studie. Und bei RSV & Gruppe-B-Streptokokken laufen Erweiterungsstudien, um den Schutz auf weitere Personengruppen wie Schwangere und Säuglinge auszudehnen.
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Kurssteigerungen und Dividenden
Ich bin und bleibe ein Fan der Pfizer-Aktie. Die extrem breite Aufstellung des Pharmakonzerns und die prall gefüllte Pipeline geben der Aktie meiner Ansicht nach sehr gute Chancen auf weitere Kurssteigerungen.
Zudem ist die Pfizer-Aktie mein Dividendenfavorit in der gesamten Pharmabranche. Die Dividendenrendite von 6,5% gehört zu den höchsten unter allen Pharmaunternehmen. Zudem gilt Pfizer als einer der verlässlichsten Gewinnausschütter überhaupt.
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Interessenkonflikt: Der Autor hält Anteile an Pfizer. Somit besteht konkret und eindeutig ein Interessenkonflikt. Er beabsichtigt, die Anteile – je nach Marktsituation auch kurzfristig – zu kaufen oder zu veräußern und könnten dabei von erhöhter Handelsliquidität profitieren.
Pfizer in Kürze
- Pfizer (WKN: 852009) ist einer der weltweit größten Pharma- und Biotechnologiekonzerne. Das Unternehmen erforscht, entwickelt, produziert und vertreibt vor allem verschreibungspflichtige Arzneimittel. Kernbereiche der Tätigkeit sind Entzündungskrankheiten, Immunologie, Impfstoffe, Innere Medizin, Onkologie und seltene Krankheiten.
- Neben dem Hauptsitz in New York City unterhält der Konzern weltweit Niederlassungen.
- Pfizer ist Mitglied im US-Leitindex S&P 500 und gehört mit einem Börsenwert von rund 150 Milliarden US$ zu den größten Pharmakonzernen weltweit.
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