
Im Aktienmarkt zeichnet sich ein großer Wandel ab: Anleger verlassen den beliebten SPDR S&P 500 (SPY) ETF und rotieren in diesem Jahr zu seinen größten Wettbewerbern.
SPY, der älteste ETF, verliert in Milliardenhöhe an Assets – und der Trend beschleunigt sich. Daten zeigen, dass der Fonds in diesem Jahr über 20 Milliarden US-Dollar abgegeben hat, womit sein Gesamtvermögen auf 651 Milliarden US-Dollar gesunken ist. Seit Januar letzten Jahres verlor er 31 Milliarden US-Dollar.
Im Gegensatz dazu ist der Vanguard S&P 500 ETF (VOO) zum größten Fonds der Welt geworden. Er verzeichnete in diesem Jahr Zuflüsse von über 35 Milliarden US-Dollar und satte 173 Milliarden US-Dollar seit Januar letzten Jahres. Damit stiegen seine Assets auf über 830 Milliarden US-Dollar.
Warum Anleger von SPY zu VOO und SPYM rotieren
Der State Street SPDR Portfolio S&P 500 ETF (SPYM) hat 31 Milliarden US-Dollar hinzugewonnen in diesem Jahr, wodurch seine Assets auf 128 Milliarden US-Dollar gestiegen sind. Insgesamt haben VOO und SPYM in diesem Jahr gemeinsam 66 Milliarden US-Dollar an Assets gewonnen.
Hauptursache für die anhaltende Entwicklung ist vor allem der Gebührenunterschied zwischen diesen Fonds. Zwar sind alle drei sehr kostengünstig, doch der SPY-ETF ist im Vergleich teurer. Er hat eine Expense Ratio von 0,09 %, was bedeutet, dass eine Anlage von 100.000 US-Dollar jährlich nur 90 US-Dollar kostet.
VOO von Vanguard hat dagegen eine Expense Ratio von 0,03 %, während SPYM nur 0,02 % kostet. Dieselbe Anlage würde demnach 30 bzw. 20 US-Dollar pro Jahr kosten.
Der Gebührenunterschied zwischen VOO bzw. SPYM und SPY ist relativ gering. Dennoch rotieren Anleger von SPY zu den beiden Alternativen, weil sich die Gebührendifferenz im Zeitverlauf aufsummieren kann.
Wichtig ist: Diese Fonds bilden den S&P 500-Index ab und erzielen ähnliche Renditen. Deshalb ist die Meinung unter Anlegern verbreitet, dass es wenig Sinn macht, eine höhere Gebühr zu zahlen, nur um SPY zu halten. Morningstar brachte es treffend auf den Punkt, als man darauf hinwies:
„Was die Gebühren betrifft, verlangt VOO 0,03 %, während SPY 0,0945 % berechnet. Der Unterschied mag gering erscheinen, doch es gibt keinen Grund, Geld auf dem Tisch liegen zu lassen. Bei sonst gleichen Bedingungen ist der Fonds mit der niedrigeren Gebühr eher im Interesse der Anleger.“
Wie geht es weiter mit dem S&P 500-Index?
Der S&P 500-Index schloss die Woche bei $6,816, in der Nähe seines höchsten Standes seit dem 10. März dieses Jahres. Er ist seit seinem diesjährigen Tief um über 7,3 % gestiegen und liegt nur wenige Punkte unter seinem Allzeithoch.
Mit Blick nach vorn wird der Hauptkatalysator für den Index das Ergebnis der laufenden Gespräche zwischen den USA und dem Iran in Pakistan sein. Anzeichen für Fortschritte zwischen den Parteien wären sehr bullish für den Index und seine ETFs.
Der Fonds wird zudem auf die bevorstehenden Quartalszahlen reagieren, die weiteren Aufschluss über die Performance geben. Große Konzerne wie JPMorgan, Goldman Sachs und Citigroup veröffentlichen ihre Zahlen in der nächsten Woche.
Analysten sind optimistisch, dass diese Unternehmen starke Zahlen vorlegen. Nach Angaben von FactSet liegt die durchschnittliche Schätzung für das Gewinnwachstum im ersten Quartal bei über 13 %, die beste Performance seit Jahren.
Das wahrscheinlichste Szenario ist, dass der S&P 500-Index und andere Leitindizes wie der Dow Jones und der Nasdaq 100 ihre Allzeithochs erneut testen.
Genau das ist in der Vergangenheit immer passiert, wenn ein Black-Swan-Ereignis wie die COVID-19-Pandemie oder die Ankündigung von Zöllen durch Donald Trump eintrat: Die Märkte fallen in Panik und erholen sich dann wieder, sobald Anleger sich an die neue Normalität anpassen.
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