Der Absturz des Intuit-Aktienkurses setzte heute, am 9. April, fort und erreichte vor dem Hintergrund wachsender Bedenken über die Auswirkungen von künstlicher Intelligenz (KI)-Tools auf das Geschäft den niedrigsten Stand seit dem 26. Februar. INTU fiel auf $360 und liegt damit 55% unter seinem Höchststand im Jahr 2025.

Intuit-Aktie stürzt angesichts SaaSpocalypse-Befürchtungen ab 

Intuit ist eines der weltweit führenden Softwareunternehmen und hält einen starken Marktanteil in der Rechnungswesenbranche. QuickBooks, das wichtigste Produkt, wird täglich von Millionen Menschen genutzt.

Das Unternehmen betreibt außerdem TurboTax, den größten Konkurrenten von H&R Block, dem führenden Steuererklärungsunternehmen in den USA. Zudem gehören CreditKarma und MailChimp zum Portfolio.

Der Kurs der Intuit-Aktie ist in den letzten Monaten stark gefallen und spiegelt die Entwicklung anderer Softwareunternehmen wie Atlassian, AppLovin und Workday wider. Investoren befürchten, dass führende KI-Tools die angebotenen Dienste erheblich beeinträchtigen könnten.

Das Unternehmen ist zudem von der anhaltenden Schwäche bei MailChimp betroffen, einem vor einigen Jahren übernommenen Anbieter von Online-Marketing-Lösungen für Firmen weltweit.

Bis zu einem gewissen Grad glauben wir, dass KI-Tools einige der von Intuit angebotenen Produkte ersetzen können. Allerdings sind Lösungen wie QuickBooks und TurboTax nur schwer vollständig ersetzbar. Vielmehr werden KI-Funktionen diese Lösungen ergänzen und verbessern. Intuit bezeichnet dies als die Kombination von KI und menschlicher Intelligenz (HI).

Die jüngsten Zahlen zeigen, dass das Unternehmen trotz zunehmender Nutzung von KI-Tools wächst. Der Umsatz stieg im zweiten Quartal um 17% auf $4.7 billion. 

Die Sparte Global Business Solutions erzielte $3.2 billion, während das Online-Ökosystem um 21% auf $2.5 billion wuchs. Die Umsätze von Mailchimp gingen im zweiten Quartal in Folge zurück, und die Kundenabwanderung bleibt hoch.

Analysten erwarten, dass das Umsatzwachstum des Unternehmens trotz Preisdrucks weiterhin im zweistelligen Bereich liegen wird. Der durchschnittliche Konsens geht davon aus, dass der Umsatz in diesem Jahr um 12,6% auf über $21.2 billion steigen wird, gefolgt von 12,5% im nächsten Jahr auf $23 billion. Das sind starke Zahlen für ein Unternehmen, das 1983 gegründet wurde.

Dasselbe Ergebniswachstum bei der Profitabilität wird erwartet: Das Ergebnis je Aktie (EPS) soll in diesem Jahr auf $23.22 steigen gegenüber $20.15 zuvor. 

Bemerkenswert ist, dass das Management das Unternehmen für unterbewertet hält und Aktien aggressiv zurückkauft. Im letzten Quartal wurden Aktien im Wert von über $961 million zurückgekauft – ein Trend, der sich in diesem Jahr fortsetzen dürfte.

Daten zeigen, dass die Aktie im Vergleich zu historischen Maßstäben stark unterbewertet ist. Das Forward-KGV liegt derzeit bei 30, unter dem Fünfjahresdurchschnitt von 40. Das erwartete Umsatzwachstum liegt bei 13%, während EBITDA- und Nettomargen bei 25% bzw. 30% liegen. Damit ergibt sich eine Rule-of-40-Quote zwischen 39% und 43%, was das Unternehmen relativ günstig erscheinen lässt.

Wir sind der Ansicht, dass SaaS-Unternehmen sich letztlich erholen werden, sobald Investoren beginnen, den Dip zu kaufen und die Befürchtungen über ein Auslaufen der Geschäftsmodelle nachlassen. Sollte dies eintreten, dürften Unternehmen wie Intuit von der Beruhigung der Verkaufspanik profitieren.

Technische Analyse des INTU-Aktienkurses 

Intuit-Aktienchart  |Quelle: TradingView 

Der Wochenchart zeigt, dass der INTU-Kurs in den vergangenen Monaten eingebrochen ist und sich von einem Hoch bei $808 auf aktuell $360 bewegt hat. 

Ein genauerer Blick zeigt, dass Versuche einer Erholung auf erheblichen Widerstand gestoßen sind. Positiv ist jedoch, dass die Aktie kurz davorsteht, bei $348 ein Doppelbodenmuster mit einer Nackenlinie bei $480 auszubilden.

Dieses Muster deutet darauf hin, dass die Aktie kurzfristig wahrscheinlich eine Erholung zeigen wird. Sollte dies eintreten, liegt das erste Kursziel bei $480, was etwa 32% über dem aktuellen Niveau liegt.

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