
Japanische Aktien und der Yen schossen am Mittwoch nach oben, da Anleger die vorübergehende Waffenruhe zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran begrüßten. Das USD/JPY-Paar fiel auf 158.45, den tiefsten Stand seit dem 24. März, während der Blue-Chip-Index Nikkei 225 um über 5% auf ¥56,000 stieg.
Japanischer Yen und Aktien profitieren von der US-Iran-Waffenruhe
Der Nikkei 225 und der japanische Yen stiegen, nachdem die USA und der Iran einer zweiwöchigen Waffenruhe zugestimmt hatten, in deren Rahmen die beiden Seiten über zentrale Fragen verhandeln werden.
Die USA haben einen 15-Punkte-Plan vorgelegt, während der Iran seinen Fünf-Punkte-Plan auf zehn Punkte erweitert hat. Die beiden Seiten werden nun versuchen, die Differenzen zu überbrücken und zu prüfen, ob ein Abkommen erzielt werden kann.
Iran und die USA haben maximalistische Forderungen zur Beendigung des Krieges gestellt. Zum Beispiel hat Iran die Aufhebung von Sanktionen, Entschädigungen, ein Ende des Krieges zwischen Israel und seinen regionalen Verbündeten wie Hamas und Hezbollah sowie eine Verpflichtung gefordert, dass die USA und Iran nicht erneut angreifen werden.
Die USA hingegen haben vom Iran dessen angereichertes Uran, die Zusage zur Beendigung seines Raketen‑ und Drohnenprogramms sowie ein Ende seiner Unterstützung für Hamas und andere Widerstandsgruppen gefordert.
Das sind alles anspruchsvolle Ziele, und es ist schwer vorstellbar, wie die drei Seiten in den nächsten zwei Wochen zu einer Einigung gelangen sollen. Das bedeutet, dass der Krieg wieder aufflammen könnte, da Benjamin Netanyahu einer Waffenruhe widersprochen hatte.
Dennoch ist die neue Waffenruhe positiv für den Nikkei 225 und den japanischen Yen aufgrund der Auswirkungen auf den Energiemarkt. Daten zeigen, dass die Rohölpreise am Mittwoch um über 15% eingebrochen sind, wobei West Texas Intermediate und Brent unter $95 fielen.
Der Iran hat zudem zugesagt, die Straße von Hormuz wieder zu öffnen, was Schiffen aus der Golfregion die Fahrt zu Ländern wie Japan ermöglichen würde. Allerdings erheben Beamte Mautgebühren von mindestens $2 million pro Barrel, Mittel, die der Iran für den Wiederaufbau verwenden will.
Daher besteht ein erhöhtes Risiko, dass die Verhandlungen nicht erfolgreich sein werden, insbesondere wenn Israel involviert ist.
Japan gehört zu den am stärksten betroffenen Ländern, da es den Großteil seines Öl‑ und Gasbedarfs aus dem Nahen Osten bezieht. Ebenso importieren Unternehmen der Halbleiterindustrie große Mengen Helium aus der Region.
Zu den stärksten Gewinnern gehörten heute Unternehmen wie Furukawa Electric, Sumitomo Electric, Mitsui Kinzoku, Advantest und Fujikura, die alle um über 10% zulegten. Weitere Top-Gewinner waren Renesas Electronics, Ebara, Mitsui Chemicals und Tokyo Electron.
Technische Analyse des Nikkei 225
Das Tageschart zeigt, dass der Nikkei 225 von einem März-Tief von ¥50,557 auf aktuell ¥56,000 zurückgeprallt ist. Er hat eine kleine umgekehrte Kopf‑Schulter‑Formation ausgebildet, die auf weitere Kursgewinne hindeutet.
Der Index liegt zudem weiterhin über den 50‑Tage‑ und 100‑Tage‑Exponentiellen Gleitenden Durchschnitten (EMA), ein Zeichen dafür, dass die Bullen das Sagen haben. Daher dürfte der Nikkei 225 voraussichtlich weiter steigen, da die Bullen das Allzeithoch von ¥59,330 ins Visier nehmen.

Nikkei-Index-Chart | Quelle: TradingView
Technische Analyse USD/JPY
Das Tageschart zeigt, dass das USD/JPY-Paar deutlich eingebrochen ist und sich von einem Hoch von 160.81 auf aktuell 158 bewegt hat. Es ist unter das wichtige Unterstützungsniveau bei 159.01 gefallen, das seinen höchsten Punkt im Januar dieses Jahres markierte.

USD/JPY-Chart | Quelle: TradingView
Positiv zu vermerken ist, dass das Paar weiterhin über den 50‑Tage‑ und 100‑Tage‑EMA liegt. Es hat zudem eine große umgekehrte Kopf‑Schulter‑Formation ausgebildet, die auf weitere Schwäche des japanischen Yen hindeutet. Sollte dies eintreten, könnte das Paar bis zum Jahreshoch von 160 ansteigen.
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