
Der aktivistische Investor Pershing Square Capital Management erklärte am Dienstag, er plane, Universal Music Group in einer Bar- und Aktientransaktion zu übernehmen, die auf etwa €55.8 billion ($64.4 billion) bewertet wird. Dieser Schritt könnte das weltweit größte Plattenlabel in Richtung eines US-Listings lenken und den Aktionären eine deutliche Prämie bieten.
Der am Dienstag vorgestellte Deal bewertet UMG mit €30.4 pro Aktie und entspricht damit einer Prämie von 78% gegenüber dem Schlusskurs vom 2. April.
Den Bedingungen zufolge würden die Aktionäre €5.05 pro Aktie in bar sowie 0.77 Aktien an einem neu gegründeten Unternehmen erhalten, was einer gesamten Barabfindung von €9.4 billion ($10.85 billion) entspricht.
Deal-Struktur und Reaktion des Aktienkurses
Die UMG-Aktien sprangen nach der Bekanntgabe in Amsterdam in der Frühbörse zeitweise um bis zu 28% nach oben, bauten die Gewinne jedoch wieder ab und notierten etwa 15% höher.
Die Aktie liegt in diesem Jahr rund 11% im Minus. Auch die Kurse von Vivendi und der Bollore Group, beides bedeutende Anteilseigner, zogen an.
Die vorgeschlagene Struktur sieht die Verschmelzung von UMG mit Pershing Square SPARC Holdings Ltd., einer bei der SEC registrierten Special Purpose Acquisition Rights Company, vor; das kombinierte Unternehmen soll voraussichtlich an der New York Stock Exchange gelistet werden.
Der Abschluss der Transaktion ist bis Ende des Jahres anvisiert.
Ackman hebt Bewertungsdiskrepanz hervor
Bill Ackman, CEO von Pershing Square, sagte, der Deal ziele darauf ab, anhaltende Probleme zu beheben, die die Kursentwicklung von UMG seit dem Listing belastet hätten.
„Seit dem Listing von UMG haben Sir Lucian Grainge und das Management des Unternehmens hervorragende Arbeit geleistet, ein erstklassiges Künstlerportfolio zu pflegen und weiterhin starke Geschäftsergebnisse zu erzielen“, sagte Ackman.
„Die Aktie von UMG hat sich jedoch aufgrund einer Kombination von Faktoren, die nichts mit der Performance des Musikgeschäfts zu tun haben, schwächer entwickelt, und wichtig ist: Alle diese Punkte lassen sich mit dieser Transaktion beheben.“
Ackman nannte Faktoren wie die Unsicherheit rund um die etwa 18%ige Beteiligung der Bollore Group, die Verschiebung eines US-Listings und das seiner Ansicht nach „suboptimale“ Vorgehen in der Aktionärskommunikation als zentrale Gründe für die Underperformance der Aktie.
Er verwies auch auf einen „fehlenden Investorenaufschlag“ in der Bewertung der €2.7 billion-Beteiligung des Unternehmens am Musik-Streaming-Dienst Spotify.
Musikrechte haben sich in den letzten Jahren zu einer der überzeugendsten alternativen Assetklassen entwickelt, angetrieben durch stabile Streaming-Einnahmen, Sync-Deals in Film und Fernsehen sowie zunehmende Monetarisierung über Social-Media-Plattformen.
Ackman befürwortet US-Listing von UMG
UMG, Heimat globaler Künstler wie Taylor Swift, Drake und Lady Gaga, wurde aus Vivendi ausgegliedert und 2021 an der Euronext Amsterdam gelistet – mit einer Anfangsbewertung von €46 billion.
In den vergangenen Monaten hatte das Unternehmen ein US-Listing geprüft, verschob diese Pläne jedoch letztlich im letzten Monat mit der Begründung, die Marktbedingungen würden das Geschäft unterbewerten.
Ackman hat sich offen dafür eingesetzt, das primäre Listing von UMG in die USA zu verlegen, mit der Begründung, tiefere Kapitalmärkte und verbesserte Liquidität könnten dazu beitragen, die Lücke zwischen dem Handelskurs und dem inneren Wert zu schließen.
Starke Fundamentaldaten stützen die Deal-Argumentation
Die vorgeschlagene Transaktion kommt vor dem Hintergrund solider operativer Leistungen.
UMG meldete für 2025 einen Umsatz von €12.5 billion, was einem Zuwachs von 8.7% bei konstanten Wechselkursen entspricht.
Das Unternehmen behauptete außerdem seine führende Position in den globalen Musikwertungen: Neun der Top-Ten-Platzierungen der IFPI Global Artist Chart 2025 gingen an UMG-Künstler, was die Stärke des Künstlerportfolios unterstreicht.
Würde der Deal zustande kommen, markierte er eine bedeutende Verschiebung in UMGs Marktpositionierung, die potenziell mehr Investoreninteresse freisetzen und das Unternehmen näher an US-notierte Unterhaltungs- und Technologiepeer rücken könnte.
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