Die Dividende allein ist in der Regel nur ein Teil der Gesamtrendite. Selbst starke Aktien liefern vielleicht 2 bis 4 % pro Jahr. In Anbetracht des mit Aktien verbundenen Risikos ist es daher nicht besonders ratsam, nur für eine solche Rendite ein Wertpapier zu kaufen.

Deshalb gilt auch für heute, dass die Dividende einfach ein Teil der Investition bleibt. Es handelt sich um eine Entscheidung. Einen variablen Anteil am Gewinn. Nicht mehr, nicht weniger. Trotzdem bin ich der Überzeugung, dass wir mit der Dividende allein den Markt bereits schlagen können. Auch dann handelt es sich lediglich um einen Teil der Gesamtrendite. Aber das Gedankenspiel zeigt, wie auch hier der Zinseszinseffekt wirken kann. Legen wir also los mit unseren Gedanken!

Die Dividende allein soll den Markt schlagen!

Um das kurz vorwegzunehmen: Es geht mir nicht um High-Yield-Aktien, also um Aktien mit hoher Dividendenrendite, die 8 oder 10 % zu Beginn auszahlen. Solche Werte sind in der Regel mit hohen Risiken verbunden. Ob sie den Markt schlagen, sei im Einzelfall dahingestellt. In der Regel sind die Risiken jedoch so groß, dass sie es nicht tun. Es gibt bei 8 oder 10 % pro Jahr keinen Free Lunch und keine magische Renditemaschine. Selbst qualitative REITs oder BDCs besitzen, wenn, eher 5 oder 6 % und zahlen dabei einen sehr großen Anteil ihrer Gewinne aus.

Wie kann man dann also mit der Dividende allein den Markt schlagen? Die einfache Antwort: Mit dem Zinseszinseffekt. Wer zum Beispiel 3 % initiale Dividendenrendite bekommt, seine Dividende konsequent reinvestiert und bloß 4 % Dividendenwachstum pro Jahr erzielt, der kommt innerhalb von 20 Jahren auf eine Dividendenrendite von knapp über 10 % pro Jahr. Das wäre ausreichend, um vor der Steuer eine annähernd marktschlagende Rendite zu erzielen.

Aber es geht noch deutlich stärker. Wer selbst zu Anfang eine Dividendenrendite von 2 % in Kauf nimmt, aber rund 15 % Dividendenwachstum pro Jahr erzielt, schafft es mit reinvestierten Ausschüttungen innerhalb von 15 Jahren auf eine Dividendenrendite von über 19 %. Solche Rechenbeispiele zeigen, dass es mit der Dividende möglich ist, allein den Markt zu schlagen. Es braucht zu Beginn gar keine maximal hohen Ausschüttungen pro Jahr. Wachstum ist der Schlüssel für den langfristigen Erfolg.

Der Aktienkurs steigt, mit weiterem Wachstum nur ein Etappenziel

Natürlich ist es wichtig, dass die Dividende konsequent wächst und zuverlässig ausgeschüttet wird. Dann können solche Aktien allein mit den Ausschüttungen den Markt schlagen. Vergessen sollten wir zudem nicht, dass solche Dividendenwachstumsaktien oft den Markt schlagen. Wenn sich die Dividende je Aktie verdreifacht, neigt der Aktienkurs in der Regel dazu, eine ähnliche Performance zu liefern.

Besonders wichtig ist jedoch, dass diese Rendite bei einer zuverlässigen Aktie bleibt. Mehr noch: Es handelt sich teilweise bloß um ein Etappenziel. Denn starkes Wachstum besitzt häufig Qualitätsmerkmale wie eine gute Wettbewerbsposition, Pricing-Power oder noch vorhandenen Raum, um weiter zu wachsen. Wenn die Dividende je Aktie dann immer weiter steigt, sind die beispielhaften 10 % oder auch 19 % nur eine Wegmarkierung hin zu einer guten Gesamtrendite.

Übrigens: Solche Aktien gibt es nicht nur in der Theorie. Münchener Rück, Allianz oder auch American Tower und die Kreditkartenkonzerne wie Visa zeigen, dass hohe Wachstumsraten bei der Dividende möglich sind. Nicht alle Aktien mögen jederzeit ein Kauf sein. Ja, nicht einmal aktuell mit hohen Dividenden überzeugen. Aber das Wachstum ist der Schlüssel, um mit solchen Chancen den Markt zu schlagen.

Der Artikel Wie du mit der Dividende allein den Markt schlägst! ist zuerst erschienen auf Aktienwelt360.