Bei Berkshire Hathaway (WKN: A0YJQ2) gibt es keine Dividende. Das ist in der Vergangenheit bereits so gewesen. Selbst unter Greg Abel, dem Nachfolger von Warren Buffett, gibt es keine Ausschüttungen. Zwar hat er die Aktienrückkäufe bereits reaktiviert. Ein passives Einkommen ist damit jedoch nicht möglich.

Der Druck wächst insbesondere, weil Berkshire Hathaway über so viel Geld verfügt. Mit 373 Mrd. US-Dollar in Cash, die das Konglomerat primär in kurzfristig laufenden US-Staatsanleihen parkt, wären die Mittel vorhanden. Doch warum gibt es eigentlich keine Dividende? Es liegt einerseits daran, dass das Geschäftsmodell darauf basiert, dass man das Geld weiter arbeiten lässt.

Grundsätzlich können Berkshire Hathaway und Greg Abel das Cash nehmen und in neue Unternehmen und deren Aktien investieren. Aber mit den 373 Mrd. US-Dollar in Cash kommen auch hier Zweifel auf. Ich persönlich sehe einen guten Grund, um auch in Zukunft auf eine Dividende zu verzichten. Den teile ich gerne mit dir.

Berkshire Hathaway: Keine gute Dividende möglich?!

Um es kurz zu machen: Berkshire Hathaway ist nicht die perfekte Aktie, um sich eine Dividende aufzubauen. Wann ist eine solche Dividende gut? Nun, wir können verschiedene Merkmale heranziehen. Aber ausgezeichnet sind sie vor allem dann, wenn es ein stabiles Geschäftsmodell mit einem festen Gewinnwachstum gibt. Das wiederum stets höhere Ausschüttungen finanziert.

Natürlich liefern die Beteiligungen und Unternehmen von Berkshire Hathaway Cash. Eisenbahn, Infrastruktur und Versicherungen: Das spült jedes Jahr Milliarden an neuem Geld in die Kassen. Aber die börsennotierten Beteiligungen eignen sich nicht wirklich, um einen hohen Anteil des Gewinns auszuschütten. Sie verlieren von Zeit zu Zeit bedeutend an Wert. Würde man hingegen nur deren eigene Ausschüttungen nehmen, stellt sich die Frage: Wozu dann auch Berkshire Hathaway in der Mitte? Es wäre steuerlich ungünstig und die Aktie somit nur ein Verteiler verschiedener Einkommensströme. Mein persönliches Fazit lautet daher: Aufgrund der Wertschwankungen ist eine Dividende nicht ideal.

Mal angenommen, Berkshire Hathaway würde die 373 Mrd. US-Dollar investiert bekommen und wollte trotzdem jedes Jahr 2 % Dividende auszahlen. Die globalen Aktienmärkte entwickeln sich aber rückläufig. Was wäre die Folge? Klar: Greg Abel müsste Aktien verkaufen, um eine zuverlässige Dividende zu bezahlen. Das wäre weder unternehmensorientiert, noch wertschöpfend gedacht. Die Dividende würde quasi Werte vernichten. Zumal gerade in einer solchen Marktphase kein Geld in eine Ausschüttung fließen sollte, sondern eher in eine neue Beteiligung.

Kapitalrückführungen bleiben tendenziell eher flexibel

Man könnte natürlich eine Sonderdividende bei Berkshire Hathaway diskutieren. Vielleicht einfach mal 50 Mrd. US-Dollar, die das Management unter den Investoren verteilt. Aber was würde dann passieren? Es gäbe einmalig knapp unter 5 % Dividendenrendite. Mit Steuern und allen anderen Merkmalen, die die Rendite schmälern. Das Geld müssten wir dann wiederum woanders reinvestieren. Es ist die gängige Kritik bei der Dividende, die dann wirkt. Aber speziell bei einer Sonderdividende, wo es nicht um planbares passives Einkommen geht, wirkt der Effekt besonders schwerwiegend. Es hilft daher eigentlich nicht, sondern würde nur einmalig Wert aus dem Unternehmen entfernen.

Aus all diesen Gründen denke ich, dass wir bei Berkshire Hathaway wohl nie eine Dividende sehen werden. Das Geschäft ist dazu nicht planbar genug. Greg Abel benötigt das Geld tendenziell eher für neue Investitionen. Aus der Substanz heraus auszuschütten wäre mit weniger Cash und rückläufigen Märkten zur Aufrechterhaltung der Ausschüttungshistorie nicht zielführend. Deshalb dürfte auch Greg Abel weiterhin auf Aktienrückkäufe setzen. Sie dienen als flexiblere Form der Kapitalrückführung, die außerdem langfristige Werte für die Investoren schafft. Das ist das, was Warren Buffett stets wollte. Und auch Greg Abel offensichtlich für uns haben will.

Der Artikel Berkshire Hathaway: Darum keine Dividende ist zuerst erschienen auf Aktienwelt360.