Der Kurs der Airbus-Aktie ist in einen Bärenmarkt gerutscht, nachdem er seit dem Jahreshoch um mehr als 27 % gefallen ist. Diese Woche fiel er auf €157, deutlich unter dem Jahreshoch von €220. Dieser Artikel erläutert, was im April zu erwarten ist, wenn das Unternehmen seine Quartalszahlen veröffentlicht.

Technische Analyse der Airbus-Aktie deutet auf eine kurze Erholung hin 

Der Tageschart zeigt, dass der Kurs der Airbus-Aktie in diesem Jahr in einem starken Abwärtstrend verlaufen ist. Dieser Rückzug erfolgte, nachdem die Aktie eine Kopf-Schulter-Formation ausgebildet hatte, die in der technischen Analyse häufig als bärisches Umkehrsignal gilt.

Die Aktie fiel am February 20th unter die Nackenlinie dieser Formation bei €190, nachdem das Unternehmen seine Finanzergebnisse veröffentlicht und eine schwache Prognose abgegeben hatte.

Am March 16 bildete die Aktie ein Todeskreuz, als sich die 50-day und 200-day Exponential Moving Averages (EMA) kreuzten. Ein Todeskreuz gilt als eines der riskantesten Muster in der technischen Analyse.

Die Airbus-Aktie liegt unterhalb von Supertrend- und Ichimoku-Wolken-Indikatoren, ein Zeichen dafür, dass die Bären weiterhin das Ruder in der Hand haben. Die Aktie notiert am 61.8 % Fibonacci-Retracement-Niveau, wo sich ein kleiner Doppelboden ausgebildet hat.

Es gibt Hinweise darauf, dass die Aktie einen fallenden Keil ausgebildet hat, der aus zwei abwärts gerichteten und konvergierenden Trendlinien besteht. In den meisten Fällen führt dieses Muster häufig zu einem starken bullischen Ausbruch.

Wenn dies eintritt, könnte die Aktie bis zum 50 % Fibonacci-Retracement-Niveau bei €172 zurückprallen, was einem Anstieg von 8 % gegenüber dem aktuellen Kurs entspräche. Ein Anstieg über dieses Niveau würde auf weitere Gewinne hindeuten, möglicherweise bis zur psychologischen Marke von €200.

Chartkurs der AIR-Aktie | Quelle: TradingView 

Airbus sieht sich in diesem Jahr erheblichen Gegenwinden ausgesetzt 

Der Kurs der Airbus-Aktie geriet in den vergangenen Monaten unter Druck, da die Gegenwinde weiter zunahmen.

Die bedeutendste Belastung ist der andauernde Iran‑US-Krieg, der zu einem Anstieg der Vorleistungskosten geführt hat. Eine der Hauptprobleme ist der stark gestiegene Aluminiumpreis, der nach dem Bombenanschlag Irans auf eine große Anlage in den Vereinigten Arabischen Emiraten beschleunigte.

Airbus und andere Flugzeughersteller verwenden Aluminium umfangreich wegen seiner Festigkeit, seines geringen Gewichts und seiner Korrosionsbeständigkeit. Das erklärt, warum Analysten der Bank of America das Kursziel für Airbus von €259 auf €255 senkten.

Das Unternehmen warnte außerdem, dass die Auslieferungen in diesem Jahr schwächer ausfallen werden als erwartet. Es rechnet damit, in diesem Jahr 870 Flugzeuge auszuliefern, deutlich weniger als von Analysten erwartet.

Zugleich steht das Unternehmen weiterhin in erheblicher Konkurrenz zu Boeing, das bei Kunden an Zuspruch gewinnt, da dessen Flugzeuge als sicherer gelten. Ein gutes Beispiel dafür ist der chinesische Markt, wo Fluggesellschaften des Landes Vorbereitungen treffen, mehr als 500 Bestellungen aufzugeben, wenn Präsident Donald Trump das Land nächsten Monat besucht.

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Die jüngsten Zahlen zeigten, dass der Umsatz im vergangenen Jahr auf über €73,4 Milliarden sprang, nach €69,2 Milliarden im Jahr 2024. Ein Großteil dieses Umsatzes stammte von der A320-Familie, die 82 % des Verkaufsvolumens bei Verkehrsflugzeugen ausmachte.

Das EBIT stieg auf €7,1 Milliarden gegenüber €5,4 Milliarden ein Jahr zuvor. Das Quartal schloss das Unternehmen mit einem Auftragsbestand von 8.754 Flugzeugen im Wert von über $539 billion ab. 

Der Hubschrauber-Auftragsbestand lag bei 1.037, während das Ordersheet für Verteidigung und Raumfahrt auf über 50.770 anstieg. Dieses Auftragsbuch dürfte in absehbarer Zukunft weiter wachsen, da die anhaltenden geopolitischen Spannungen zu höheren Ausgaben führen, insbesondere in Europa.

Zusammenfassend steht Airbus vor erheblichen Gegenwinden, darunter die nach unten korrigierte Auslieferungsprognose, der Wettbewerbsdruck und steigende Vorleistungskosten. Die technische Analyse deutet jedoch darauf hin, dass die Aktie in den kommenden Wochen oder Monaten eine Erholungsrallye erleben könnte.

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