
Die Nike-Aktie fiel nachbörslich stark, nachdem das Unternehmen einen Umsatzrückgang für das laufende Quartal angekündigt hatte. Dies unterstreicht anhaltende Probleme auf dem wichtigen Markt China und einen ungleichmäßigen Erholungsverlauf.
Der Sneaker-Hersteller erklärte, er erwarte, dass der Umsatz im laufenden Quartal um 2% bis 4% zurückgehen werde, vor allem bedingt durch einen prognostizierten Rückgang der Umsätze in China um 20%.
Die Prognose überschattete eine sonst besser als erwartete Quartalsleistung, wodurch die Aktie im außerbörslichen Handel um fast 9% nachgab; im vorbörslichen Handel am Mittwoch lag das Minus in ähnlicher Größenordnung.
Chinas Schwäche bleibt eine Hauptbremse
Nikes Schwierigkeiten in China belasten weiterhin die Gesamtentwicklung.
Die Umsätze in der Region sanken im Quartal zum 28. Februar um 7%, eine Verbesserung gegenüber dem stärkeren Rückgang von 17% im vorangegangenen Quartal, aber weiterhin ein Hinweis auf gedämpfte Nachfrage.
Manager signalisierten, dass der kurzfristige Ausblick schwierig bleibe und im laufenden Quartal mit weiterer Verschlechterung zu rechnen sei.
Die Schwäche in China sowie eine geringere Nachfrage nach Converse- und Sportbekleidungsserien hat Zuwächse in anderen Märkten aufgewogen.
Im Gegensatz dazu zeigte Nordamerika Anzeichen von Widerstandskraft: Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 3%.
Die Umsätze stiegen zudem in Europa, im Nahen Osten und in Afrika sowie in Asien-Pazifik und Lateinamerika, was dem Gesamtumsatz etwas Unterstützung bot.
Gewinnüberraschung beruhigt Anleger nicht
Nike meldete einen Quartalsumsatz von $11.3 billion, im Wesentlichen unverändert gegenüber dem Vorjahreszeitraum, aber über den Erwartungen der Wall Street.
Die Profitabilität sank jedoch, was an anhaltenden Kostendruck und verstärkten Rabattaktivitäten widerspiegelt.
Der Nettogewinn fiel auf $520 million bzw. 35 Cent je Aktie, von $794 million bzw. 54 Cent je Aktie im Vorjahr.
Trotz des Rückgangs lagen die Gewinne mit 35 Cent je Aktie über den Analystenschätzungen von 29 Cent je Aktie.
CEO Elliott Hill räumte ein, dass der Turnaround des Unternehmens langsamer voranschreite als erwartet.
„Teile davon dauern länger, als ich es mir wünschen würde, aber die Richtung ist klar“, sagte er.
Lagerabbau und Rabattaktionen belasten die Margen
Eine zentrale Herausforderung für Nike bleibt der Abbau von Überbeständen, die sich in den vergangenen Quartalen aufgebaut haben.
Das Unternehmen hat die Werbe- und Rabattaktivitäten global verstärkt, insbesondere in Europa und auf seinen digitalen Plattformen, um die Lagerbestände zu reduzieren.
Finanzchef Matt Friend sagte, dass die Promotions im Markt im Vergleich zum Vorjahr zugenommen hätten, und fügte hinzu, dass das Unternehmen auf seinen digitalen Kanälen „aggressiver“ beim Rabattieren vorgegangen sei.
Trotz dieser Maßnahmen erwartet Nike, dass die Lagerbestände bis ins nächste Quartal erhöht bleiben, und nannte anhaltende Nachfrageschwäche, fortgesetzte Promotions und durch geopolitische Spannungen im Nahen Osten verursachte Störungen als Gründe.
Der langwierige Lagerabbau hat bei Anlegern Befürchtungen geweckt.
Morningstar-Analyst David Swartz sagte, dass der Zeitrahmen länger gewesen sei als erwartet, was Fragen zur Umsetzung aufwerfe.
„Sie sagen, sie würden das seit dem vierten Quartal des letzten Geschäftsjahres tun, sodass sich Anleger fragen könnten: ‚Warum reichte das nicht aus?‘“ sagte er.
Kostensenkungen und langfristige Neuaufstellung laufen
Nike hat zudem Maßnahmen zur Straffung der Abläufe im Rahmen der umfassenderen Umstrukturierung ergriffen.
Anfang dieses Monats teilte das Unternehmen mit, es erwarte, im Zusammenhang mit Kostensenkungsmaßnahmen, darunter Stellenkürzungen, Vorsteuerbelastungen in Höhe von $300 million zu verbuchen.
Rund 775 Stellen sollen gestrichen werden, überwiegend in Vertriebszentren in den USA.
Hill, der 2024 zur Leitung des Unternehmens zurückgekehrt ist, sagte, dass sich organisatorische Änderungen zu formieren beginnen, deren Wirkung jedoch Zeit brauchen werde.
„Im Frühjahr 2027 werden wir erstmals die Früchte der Zusammenarbeit dieser Teams sehen“, sagte er.
Während das Unternehmen in einzelnen Regionen Fortschritte erzielt, sagen Analysten, dass das Tempo der Erholung davon abhänge, die Nachfrage in China zu stabilisieren und in den kommenden Quartalen Lagerbestände und Margen erfolgreich zu steuern.
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