
Die Aktien von Zhipu AI schossen am Mittwoch nach oben, nachdem das Unternehmen in seinem ersten Ergebnisbericht seit dem Börsengang ein robustes Umsatzwachstum gemeldet hatte, was die Anlegerbegeisterung für Chinas sich schnell entwickelnden Bereich der künstlichen Intelligenz trotz fortdauernder Verluste unterstreicht.
Das in Peking ansässige Unternehmen, offiziell bekannt als Knowledge Atlas Technology, stieg im frühen Handel zeitweise um bis zu 35% und verringerte die Gewinne bis zum Nachmittag auf rund 30%.
Die Aktie hat seit dem Hongkonger Börsendebüt im Januar erhebliche Aufmerksamkeit auf sich gezogen, als sie rund $558 million in einer der ersten Notierungen eines reinen KI-Modellentwicklers einnahm.
Umsatzwachstum übertrifft Erwartungen trotz verfehlter Prognose
Zhipu gab an, dass der Umsatz im Jahresvergleich um 132% auf 724 million yuan im Jahr 2025 gestiegen sei, was die starke Nachfrage nach seinen KI-Modellen und zugehörigen Dienstleistungen widerspiegelt.
Die Zahl lag jedoch leicht unter den Analystenerwartungen von 760 million yuan, laut einer Reuters-Umfrage.
Das Unternehmen meldete einen bereinigten Nettoverlust von 3.18 billion yuan, der sich gegenüber dem Vorjahr um 29.1% ausweitete, da es seine Ausgaben für Forschung und Entwicklung erhöhte, um im sich schnell entwickelnden KI-Umfeld konkurrenzfähig zu bleiben.
Gegründet 2019 von Forschern der Tsinghua-Universität, hat Zhipu sich als eines der führenden KI-Startups Chinas positioniert.
Das Unternehmen wird häufig zu den sogenannten „KI-Tigern“ des Landes gezählt, einer Gruppe, die darauf abzielt, mit globalen Marktführern wie OpenAI und Anthropic zu konkurrieren.
Modell-Updates verschärfen den Wettbewerb
Das Unternehmen brachte kürzlich sein Modell GLM-5 auf den Markt, das laut Angaben wettbewerbsfähige Leistungen in mehreren Benchmarks erzielt.
Nach Angaben von Zhipu kommt das Modell bei Programmieraufgaben an die Fähigkeiten von Anthropic’s Claude Opus 4.5 heran und übertrifft Googles Gemini 3 Pro in bestimmten Kennzahlen.
Die Open-Source-Veröffentlichung, die im Februar vorgestellt wurde, enthält verbesserte Programmierfähigkeiten und unterstützt langfristige, agentenbasierte Aufgaben – ein Beleg für das schnelle Innovationstempo chinesischer KI-Firmen.
Der Wettbewerb auf dem heimischen Markt hat sich verschärft, da Unternehmen darum wetteifern, fortschrittlichere Modelle einzuführen und ihre Nutzerbasis zu vergrößern.
Zhipu konkurriert mit Startups wie MiniMax, Moonshot AI und DeepSeek sowie mit großen Technologiekonzernen wie ByteDance und Alibaba.
Inländische Chips und staatliche Unterstützung im Fokus
CEO Zhang Peng sagte, das Unternehmen beschleunige den Einsatz inländischer Halbleiter, um der steigenden Rechenanforderung gerecht zu werden, was Pekings breitere Bestrebungen widerspiegelt, ein eigenständiges Chip-Ökosystem aufzubauen.
Die Umstellung ist besonders bedeutsam, da Zhipu aufgrund von US-Exportbeschränkungen mit Einschränkungen konfrontiert war, die den Zugang zu fortschrittlichen Chips und zugehörigen Technologien begrenzt haben.
Das Unternehmen wurde im vergangenen Jahr außerdem in die Entity List des US-Handelsministeriums aufgenommen, was seine Möglichkeit, bestimmte Komponenten zu beziehen, einschränkt.
Trotz dieser Herausforderungen profitiert Zhipu weiterhin von starker staatlicher Unterstützung im Inland und bleibt ein wichtiger Gradmesser für Chinas KI-Ambitionen.
Pläne zur globalen Expansion gewinnen an Fahrt
Während China weiterhin der wichtigste Markt bleibt, hat Zhipu begonnen, ins Ausland zu expandieren, insbesondere nach Südostasien.
Das Unternehmen erklärte, die internationalen Umsätze nähmen an Fahrt auf, obwohl es noch nicht direkt mit US-Unternehmen in konsumorientierten Abo-Märkten konkurriere.
Der breitere Sektor verzeichnet ebenfalls starkes Anlegerinteresse.
Die Aktien des Konkurrenten MiniMax, der ebenfalls Anfang des Jahres in Hongkong gelistet wurde, stiegen am Mittwoch um rund 16%, obwohl auch dort erhebliche Verluste gemeldet wurden.
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