Die Aktie von Berkshire Hathaway (WKN: A0YJQ2) ist eine Legende am Aktienmarkt, nicht zuletzt wegen Warren Buffett. Wir können darüber diskutieren, ob die Anteilsscheine jetzt preiswert sind. Das Kurs-Buchwert-Verhältnis liegt jedenfalls wieder unter 1,5. Greg Abel, der neue CEO, nutzt diese nun preiswertere Bewertung, um eigene Aktien zu kaufen und einzuziehen. Sie erscheint zumindest nicht zu teuer.

Eines ist jedoch relativ sicher: Wir bekommen die Aktie von Berkshire Hathaway wohl nicht zu ihrem Substanzwert. Dafür ist die Qualität einfach zu hoch. Was ist aber mit der KKR-Aktie (WKN: A2LQV6)? Handelt es sich hierbei um eine günstige Alternative zu der bekannten Beteiligungsgesellschaft? Das Geschäftsmodell ist jedenfalls vergleichbar, denn KKR zählt zu den größten Investmentgesellschaften unseres Planeten.

In einem kürzlichen Blog-Eintrag las ich, dass KKR jetzt zumindest eine günstige Aktie sein könnte, ohne Bezug zu Berkshire Hathaway. Aber handelt es sich bei den Anteilsscheinen um ein Substitut? Schauen wir einmal!

Die KKR-Aktie: Eine günstige Alternative zu Berkshire Hathaway?!

Natürlich bleibt eine große Preisfrage, ob KKR eine ähnliche Qualität besitzt, wie Berkshire Hathaway. Ob der Auswahlprozess ähnlich unternehmensorientiert ist. Für heute nehme ich das einfach als gegeben hin. Auch wenn ich es mir dabei zu einfach mache: Aber KKR und Berkshire Hathaway haben es beide in die erste Liga der Investoren geschafft. Deshalb glaube ich, dass wir zumindest eine gewisse grundsätzliche Vergleichbarkeit voraussetzen können.

Gehen wir nun also ans Eingemachte: Ein wesentlicher Teil der Argumentation basierte darauf, dass KKR eine günstige Aktie aufgrund ihres Enterprise Values sei. Was das ist? Vereinfacht gesagt: Der Unternehmenswert, wenn wir die Marktkapitalisierung betrachten. Dazu die Schulden hinzurechnen, da sie zum Unternehmen und einem fiktiven Kaufpreis dazuzählen. Den Cashberg ziehen wir hingegen ab, weil wir hiermit die Schulden refinanzieren würden. Heraus kommt ein Wert, der einer Art Kaufpreis ähneln soll. Dieser liegt bei der KKR-Aktie momentan bei etwa 4,6 Mrd. US-Dollar. Das bedeutet, dass wir bei dem enormen Cashberg (einschließlich kurzfristiger Investitionen) in Höhe von 132 Mrd. US-Dollar das eigentliche Geschäftsmodell quasi für einen kleinen Euro bekommen. Zumindest, wenn wir den Enterprise Value betrachten.

Ein wenig anders sieht es hingegen aus, wenn wir den Buchwert je Aktie in den Mittelpunkt rücken. Ausgehend von 34,67 US-Dollar liegt das Kurs-Buchwert-Verhältnis momentan bei über 2. Das wiederum zeigt, dass das Geschäft zwar einerseits sehr preiswert ist. Aber dass die Werte in guten Teilen mit Fremdmitteln finanziert sind. Ist das ein Problem? Nein, durchaus nicht. Denn KKR arbeitet an vielen Fronten. Zum Beispiel als institutioneller Vermögensverwalter, der Gelder Dritter bilanziell auszuweisen hat. Dennoch können wir sehen, dass wir bei der Bewertung sehr genau hinsehen müssen.

Was ist mit der Holding von Warren Buffett?!

Ganz anders sieht das Bild bei Berkshire Hathaway aus, der Holding von Warren Buffett. Der Enterprise Value liegt hier im Billionen-Dollar-Bereich und tänzelt ein wenig um die Marktkapitalisierung. Der enorme Cashberg von 373 Mrd. US-Dollar wird natürlich in Abzug gebracht. Trotzdem entspricht der Unternehmenswert (Enterprise Value) hier in etwa der Marktkapitalisierung. Es deutet auf deutlich mehr Substanz im Geschäft hin. Keinen so großen Kredithebel, wie es bei KKR der Fall ist.

Aber ist die Aktie dadurch teurer? Hm. Kommt darauf an, welche Kennzahl wir in den Fokus rücken. Der Buchwert je Aktie liegt hier jedenfalls bei rund 332 US-Dollar (B-Aktie). Das bedeutet, dass das Kurs-Buchwert-Verhältnis hier mit einem Wert von 1,45 deutlich preiswerter ist. Meine finale Einschätzung ist daher eher, dass die beiden Vermögensverwalter in ihren Bilanzstrukturen zu unterschiedlich sind, als dass wir sie effektiv verwalten können.

Bei KKR mag der Enterprise Value auf eine Unterbewertung hindeuten. Keine Frage: Dass das eigentliche Geschäft mit 4,6 Mrd. US-Dollar bewertet ist, halte ich auch zugegebenermaßen für eher sehr preiswert. Bei Berkshire Hathaway sind die Werte hingegen substanzieller finanziert. Das fördert einen höheren Unternehmenswert. Dafür ist der Buchwert je Aktie deutlich höher, das Kurs-Buchwert-Verhältnis hingegen preiswerter.

Mein Fazit zur günstigen Berkshire Hathaway

Um daher zu einem Fazit zu kommen: KKR ist nicht die günstige Berkshire Hathaway. Das Geschäftsmodell ist dann unterm Strich doch anders. Aber trotzdem erscheint die Aktie preiswert. Ähnliches gilt aber für den Moment auch für Berkshire Hathaway. Deshalb glaube ich, dass beide Aktien einen Blick verdient haben. Wer solide Werte und Substanz haben will, der kommt um Berkshire Hathaway aber nicht herum.

Der Artikel Ist diese Aktie die „günstige Berkshire Hathaway“? ist zuerst erschienen auf Aktienwelt360.