Ralf Anders: Ottobock

Unter dem Begriff „Human Bionics“ bündelt Ottobock (WKN: BCK222) sein gesamtes Leistungsportfolio – von Prothesen und Orthesen bis zu den unter der Marke SuitX entwickelten Exoskeletten, die körperlich belastende Tätigkeiten erleichtern und Menschen mit Einschränkungen im Alltag unterstützen. Das Unternehmen ist mit eigenen Vertriebsstandorten und Versorgungszentren in rund 50 Ländern präsent.

Seine marktführenden Produkte basieren längst auf Mikroprozessoren, 3D-Scannern, additiver Fertigung, fortschrittlicher Sensorik und selbstlernenden Systemen. Parallel arbeitet Ottobock an der direkten Anbindung an Muskel- und Nervenzellen, um eine noch natürlichere Steuerung zu ermöglichen. Zusätzliche Kundengruppen erschließt das Unternehmen über Elektrostimulation.

Die Ottobock-Aktie ist noch jung am Markt und hat zuletzt deutlich korrigiert. Operativ entwickelt sich das Geschäft jedoch solide weiter – was im April eine interessante Einstiegsgelegenheit eröffnen könnte.

Ralf Anders besitzt keine Aktien von Ottobock.


Caio Reimertshofer: Royal Gold

Royal Gold (WKN: 885652) könnte im April eine lohnende Gelegenheit bieten. Die Aktie verlor zuletzt deutlich an Wert. Allein seit dem Allzeithoch Anfang März fiel der Kurs um knapp 30 %. Das Papier steht unter Druck, da die Aktienkursentwicklung stark an die Goldpreisentwicklung gekoppelt ist.

Genau dieser Umstand macht den Wert jetzt so spannend. Denn Royal Gold arbeitet nicht als klassischer Minenbetreiber, sondern verdient über Lizenzgebühren direkt an der Goldproduktion. Dieses Modell sichert hohe Margen und senkt das Risiko erheblich. Gleichzeitig steigert der Konzern seinen Umsatz stark – zuletzt um 85 % im Jahresvergleich – und steht finanziell auf einem sehr soliden Fundament.

Ein fallender Aktienkurs ist bei einem sinkenden Goldpreis die logische Konsequenz. Immerhin verringern sich dann auch die Lizenzgebühren von Royal Gold in Relation.

Aber: Wer davon ausgeht, dass der Goldpreis langfristig steigt, steht nun vor der Chance, sich bei einem Unternehmen einzukaufen, das direkt von diesem Trend profitiert und zusätzlich ein hochmargiges Geschäftsmodell aufweist.

Caio Reimertshofer besitzt keine Aktien von Royal Gold.


Peter Roegner: Talanx AG

Meine Aktie des Monats kann im April nur eine sein, und zwar der Versicherungskonzern Talanx (WKN: TLX100). Denn der hat für 2025 einen Rekordgewinn vorgelegt und hebt seine Ausschüttung deutlich an, und zwar um ein Drittel auf 3,60 Euro je Aktie.

Währungsbereinigt konnten die Hannoveraner ihre Prämieneinnahmen um 5 % auf 49 Mrd. Euro steigern. Stark waren vor allem das internationale Geschäft und die Industrieversicherung. Ferner profitierte die Gruppe von einem günstigen Verlauf bei den Großschäden. Als Nettogewinn standen für 2025 2,48 Mrd. Euro oder 9,60 Euro je Aktie in den Büchern.

Einen solch günstigen Schadensverlauf wird es nicht jedes Jahr geben. Dennoch bleibt die Talanx eine attraktive Dividendenaktie mit einer Rendite von derzeit 3,5 % und einem gedrückten Aktienkurs, der langfristig Chancen eröffnet.

Peter Roegner besitzt Aktien der Talanx AG.


Frank Seehawer: Chevron

Meine Top-Aktie für April 2026 ist Chevron (WKN: 852552). Der US-Energiekonzern profitiert wie kaum ein anderes Unternehmen von den jüngsten Verwerfungen am Ölmarkt.

Operativ überzeugt der Dividendenaristokrat durch steigende Fördermengen, insbesondere im Permian Basin, sowie durch eine effiziente Auslastung seiner Raffinerien. Höhere Ölpreise dürften in den kommenden Quartalen zu explodierenden Gewinnen führen.

Zwar bestehen Risiken durch regulatorische Eingriffe und Schwankungen am Rohstoffmarkt, doch insgesamt bleibt das Chancen-Risiko-Verhältnis für mich überzeugend. Die Aktie notiert auf Allzeithochs und zahlt eine weiterhin attraktive Einstandsrendite von 3,5 %. Für April sehe ich gute Aussichten auf eine noch bessere Kursentwicklung – vor allem, wenn sich der Konflikt im Nahen Osten nicht schnell beendet.

Frank Seehawer besitzt Aktien von Chevron.


Hendrik Vanheiden: Gartner

Wer sich – wie wir bei der Aktienwelt360 – mit Technologieunternehmen beschäftigt, kommt um den Namen Gartner (WKN: 887957) kaum herum. Das Marktforschungs- und Beratungsunternehmen ist auf die IT-Branche spezialisiert und weltweit für Analysewerkzeuge wie den „Magischen Quadranten“ oder den „Hype Cycle“ bekannt.

Angetrieben vom Digitalisierungsrückenwind stiegen Umsatz, Gewinn und Free Cashflow in den letzten zehn Jahren im Durchschnitt mit zweistelligen Raten. Im Jahr 2025 gingen Gewinne und Cashflows jedoch zurück, und auch für 2026 wird nur mit einem geringen Wachstum gerechnet. Die Gründe dafür sind vielfältig: Einsparungen der US-Regierung sowie eine konjunkturbedingte Zurückhaltung bei privaten Unternehmen schlagen derzeit voll durch. Darüber hinaus belastet die Sorge den Kurs, dass das klassische Beratungsgeschäft durch generative KI disruptiert werden könnte.

In der Konsequenz stürzte der Aktienkurs im letzten Jahr um über 60 % ab. Damit liegt das Multiple auf den Free Cashflow aktuell nur noch bei 8. Gemessen an der langfristigen Unternehmensprognose, die wieder zweistellige Wachstumsraten vorsieht, wirkt die Bewertung derzeit attraktiv.

Hendrik Vanheiden besitzt keine Aktien von Gartner.


Henning Lindhoff: SAP

Der Kurs von SAP (WKN: 716460) liegt mehr als 30 % unter dem Allzeithoch, zeitweise sogar unter 150 Euro. Warum? Ein KI-Start-up präsentierte ein neues Tool, und schon schickten Investoren Europas wertvollsten Softwarekonzern in den Keller. Eine klassische Überreaktion, sage ich.

Dabei lieferte SAP 2025 schlicht Rekorde ab. Der Cloud-Umsatz kletterte auf satte 21 Mrd. Euro. Das ist ein Plus von 23 %. Der Cloud-Auftragsbestand? Gigantische 77 Mrd. Euro. Der Free Cashflow verdoppelte sich nahezu auf 8,2 Mrd. Euro, für 2026 sind sogar 10 Mrd. angepeilt.

Zudem stecken rund 40 % aller SAP-Kunden in alten Systemen, die bis Ende 2027 zwingend auf S/4HANA migriert werden müssen. Das ist planbare Nachfrage für Jahre. SAP wächst, verdient und kauft eigene Aktien zurück – bis zu 10 Milliarden Euro über zwei Jahre. Für April 2026 lautet mein Urteil: kaufen.

Henning Lindhoff besitzt Aktien von SAP.


Der Artikel Top-Aktien für April 2026 ist zuerst erschienen auf Aktienwelt360.