
Das auf KI-Infrastruktur spezialisierte Unternehmen Nebius Group beschleunigt seine Expansion in Europa und plant den Bau eines 310-Megawatt-Rechenzentrums in Finnland.
Das in Amsterdam ansässige Unternehmen erklärte, die Anlage in Lappeenranta nahe der russischen Grenze werde von seinem finnischen Partner Polarnode entwickelt und soll ab 2027 in mehreren Phasen in Betrieb genommen werden.
Mit einem Wert von mehr als $10 billion wird das Projekt eines der größten Rechenzentren Europas und stellt einen bedeutenden Schritt in Nebius’ langfristiger Expansionsstrategie dar.
„Dies ist eine mehrjährige Investition, die dem Umfang der Nachfrage nach KI-Infrastruktur entspricht“, sagte ein Unternehmenssprecher und fügte hinzu, dass Nebius mit einer breiten Palette von Kunden in Gesprächen stehe, von Unternehmen über KI-native Firmen bis hin zu Forschungseinrichtungen.
Die Nebius-Aktie stieg nach der Bekanntgabe im vorbörslichen Handel um etwa 4.5%, was das erneute Anlegerinteresse an KI-Infrastrukturwerten nach einer Phase der Volatilität widerspiegelt.
Steigende Nachfrage treibt Kapazitätsausbau an
Die neue Anlage wird das Training von KI-Modellen und die Bereitstellung von Anwendungen unterstützen und sei nicht einem einzelnen Kunden vorbehalten, erklärte das Unternehmen.
Die Investition spiegelt die zunehmende Konkurrenz zwischen Cloud- und Infrastruktur-Anbietern wider, Kapazitäten für GPU-intensive Workloads zu sichern.
Nebius hat bereits große Lieferverträge mit globalen Technologieunternehmen, darunter Microsoft und Meta Platforms, gesichert, deren Gesamtkontraktwerte $40 billion übersteigen.
Das Finnland-Projekt wird die zuvor angekündigte 240-Megawatt-Anlage bei Lille übertreffen und erweitert das bestehende Portfolio, zu dem auch ein 75-Megawatt-Betriebsstandort in Mantsala gehört.
Geschäftsführer Arkady Volozh sagte, die Entwicklung in Lappeenranta werde einen „wesentlichen Beitrag“ zu dem Ziel des Unternehmens leisten, bis Jahresende mehr als 3 gigawatts an vertraglicher Kapazität zu sichern.
Anlegerinteresse wächst trotz Volatilität
Das Unternehmen hat sich als Schlüsselakteur im sogenannten „Neocloud“-Segment etabliert, das sich auf den Aufbau von Cloud-Plattformen spezialisiert, die auf KI-Workloads zugeschnitten sind.
Analysten der Bank of America hoben kürzlich hervor, dass Nebius und CoreWeave zu den am besten positionierten Unternehmen gehören, um vom steigenden Bedarf an Hochleistungsrechnen zu profitieren.
Der Aktienkurs des Unternehmens ist im letzten Jahr um etwa 337% gestiegen; derzeit notiert er jedoch unter dem Vorjahreshoch von $130, bei $92.25.
Nebius meldete für das vierte Quartal 2025 einen Umsatz von $227.7 million, befindet sich jedoch aufgrund hoher Investitionsausgaben weiterhin in einer Verlustphase.
Strategische Partnerschaften und zukünftige Projekte
Die Wachstumsstrategie des Unternehmens wird durch bedeutende Partnerschaften und Investitionen gestützt.
Nvidia verpflichtete sich kürzlich zu $2 billion für einen 8.3%-Anteil an Nebius, was seine Position im KI-Ökosystem stärkt.
Außerdem hat Nebius eine Reihe groß angelegter Kapazitätsvereinbarungen gesichert, einschließlich eines Vertrags mit Meta zur Lieferung von bis zu $27 billion an KI-Rechenkapazität bis 2027 und darüber hinaus.
Dies folgt auf eine zuvor bekannt gegebene $17.4 billion schwere, auf fünf Jahre angelegte Vereinbarung mit Microsoft, die 2025 unterzeichnet wurde.
Nebius hat außerdem die Genehmigung erhalten, eine auf Gigawatt-Skala ausgelegte KI-Anlage in Independence, Missouri, zu entwickeln, mit einer möglichen Kapazität von bis zu 1.2 gigawatts.
Neocloud-Aktien haben starke Schwankungen erlebt, getrieben von großem Retail-Interesse und wechselnder Stimmung rund um KI, doch Nebius sticht derzeit als Spitzenreiter hervor.
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