
Während die Aktien von Seagate Technology an den Börsen schwächeln, sieht JPMorgan den Rücksetzer als Kaufgelegenheit und verweist auf starke Nachfragetrends und sich verbessernde Fundamentaldaten im Datenspeichermarkt.
Die Aktie fiel während der Handelssitzung um etwa 7 %, nachdem sie sich von den jüngsten Höchstständen abgekühlt hatte, nachdem sie sich in den letzten 12 Monaten mehr als vervierfacht hatte.
Die Aktie liegt im letzten Monat über 5 % im Minus, hat sich jedoch im vergangenen Jahr um mehr als 320 % erhöht.
JPMorgan hat die Coverage mit einer Einstufung „Overweight“ und einem Kursziel von $525 aufgenommen, was von den aktuellen Kursen aus ein erhebliches Aufwärtspotenzial impliziert.
Nachfrageboom durch KI-Infrastruktur
Seagate hat zusammen mit seinem wichtigsten Wettbewerber Western Digital vom starken Nachfrageanstieg nach hochkapazitiven Festplatten für Rechenzentren profitiert.
Der Anstieg von KI-Workloads hat zu einem starken Bedarf an Datenspeicher geführt, insbesondere an hochmargigen, hochdichten Laufwerken.
Analyst Samik Chatterjee sagte, die Finanzprognosen des Unternehmens deuteten für 2027 auf Aufwärtspotenzial gegenüber den Konsensschätzungen hin, getragen von höheren Preisen und anhaltenden Investitionen in Cloud-Infrastruktur.
Die Investmentbank stellte fest, dass ihre Bewertungsannahmen konservativ bleiben und ein 22-faches Kurs-Gewinn-Verhältnis auf die projizierten Gewinne für 2027 zugrunde gelegt wird.
Das steht im Vergleich zu einem durchschnittlichen Multiple von rund 25-fach für Unternehmen, die vom KI-getriebenen Wachstum profitieren, und lässt Raum für eine weitere Neubewertung, sollten sich die Marktbedingungen verbessern.
Marktstruktur stärkt Preissetzungsmacht
Ein zentraler Pfeiler der bullischen Einschätzung ist die Struktur des Festplattenmarktes, der de facto ein Oligopol ist, das von Seagate und Western Digital dominiert wird.
Gemeinsam kontrollieren die beiden Unternehmen schätzungsweise 80–90 % des weltweiten Angebots.
Anders als in früheren Zyklen, in denen Überkapazitäten häufig zu Preisrückgängen führten, konzentrieren sich beide Firmen nun darauf, die Speicherdichte zu erhöhen, statt die Stückzahlen auszubauen.
Dieser Ansatz dürfte die Angebotsdisziplin wahren und die Preissetzungsmacht stützen.
Chatterjee sagte, dieser Wandel könne den aktuellen Aufschwung im Sektor verlängern und es den Unternehmen ermöglichen, höhere Margen und Bewertungen im Vergleich zu historischen Niveaus aufrechtzuerhalten.
Margen- und Gewinnwachstum dürfte sich beschleunigen
JPMorgan erwartet, dass sich Seagates Bruttomargen deutlich ausweiten und bis 2027 etwa 50 % erreichen, verglichen mit einer historischen Spanne von 25 % bis 30 % vor dem jüngsten KI-bedingten Nachfrageboom.
Die Bank prognostiziert ein Umsatzwachstum mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von etwa 25 % mittelfristig, wobei das operative Ergebnis voraussichtlich um mehr als 50 % pro Jahr wachsen wird.
Diese Kombination aus Margenausweitung und Umsatzwachstum wird als Schlüsselfaktor für eine mögliche Neubewertung der Aktie gesehen.
Technologiewechsel erhöht Aufwärtspotenzial
Ein weiterer von Analysten hervorgehobener Katalysator ist Seagates Umstellung auf HAMR (heat-assisted magnetic recording), eine Technologie der nächsten Generation, die darauf abzielt, die Speicherkapazität zu erhöhen.
Das Unternehmen hat seine Mozaic 4-Plattform, die pro Laufwerk rund 40 Terabyte liefern kann, bereits bei einem zweiten Kunden qualifiziert.
JPMorgan erwartet, dass eine schnellere als erwartete Adoption dieser Technologie weiteres Wachstum der Speichervolumina stützen wird.
Risiken bleiben jedoch bestehen.
Analysten warnten, dass eine Verlangsamung der Cloud-Kapitalausgaben, Einschränkungen in der Produktionskapazität oder ein schnellerer Übergang zu flashbasiertem Speicher die Aussichten belasten könnten.
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