Der globale Pharmakonzern Eli Lilly hat eine Vereinbarung zur Wirkstoffforschung mit Insilico Medicine unterzeichnet, die bis zu $2.75 billion wert sein könnte.

Das Abkommen unterstreicht die wachsende Rolle von künstlicher Intelligenz und Chinas Biotech-Ökosystem bei der Gestaltung der Zukunft der Wirkstoffentwicklung.

Das am Sonntag angekündigte Abkommen sieht vor, dass Insilico eine Vorauszahlung in Höhe von $115 million erhalten wird, zudem sind potenzielle Meilensteinzahlungen vorgesehen, die den Gesamtwert deutlich erhöhen könnten.

Das Unternehmen ist ferner für gestaffelte Lizenzzahlungen auf künftig kommerzialisierte Produkte aus der Zusammenarbeit berechtigt.

KI-gestützte Wirkstoffforschung gewinnt an Fahrt

Gemäß der Vereinbarung sichert sich Eli Lilly exklusive weltweite Rechte zur Herstellung und Vermarktung einer Reihe oraler Therapien, die mithilfe von Insilicos proprietärer KI-Plattform Pharma.AI entdeckt werden.

Die Partnerschaft umfasst mehrere Therapiegebiete; beide Unternehmen werden Forschungsprogramme zu von Lilly ausgewählten Zielmolekülen gemeinsam vorantreiben.

Die Zusammenarbeit baut auf einer bestehenden Beziehung der beiden Firmen auf, die 2023 begonnen hat, und folgt einem kleineren, auf KI ausgerichteten Deal, der im vergangenen Jahr angekündigt wurde.

Sie spiegelt einen breiteren Wandel globaler Arzneimittelhersteller wider, die Machine-Learning-Tools in die frühphasige Wirkstoffforschung integrieren, um Entwicklungszeiten zu beschleunigen und Kosten zu senken.

Die Aktien von Insilico, das an der Hongkonger Börse notiert ist, stiegen nach der Bekanntgabe deutlich und gewannen im frühen Handel bis zu 15%, bevor sie Gewinne reduzierten und den Handel rund 4.4% höher schlossen.

China etabliert sich als Innovationszentrum

Die Vereinbarung ist der jüngste Schritt von Eli Lilly, seine Präsenz in Chinas rasant wachsender Forschungslandschaft für Pharmazeutika zu vertiefen.

Das Unternehmen hat bereits $3 billion zugesagt, um seine Lieferkettenkapazitäten in dem Land auszubauen, und ist mehrere Partnerschaften mit lokalen Biotech-Firmen eingegangen.

Dazu gehört eine bedeutende Zusammenarbeit mit Innovent Biologics, die sich auf die Entwicklung von Therapien gegen Krebs und immunbedingte Erkrankungen konzentriert und einen potenziellen Wert von bis zu $8.5 billion hat.

Chinas Aufstieg zum Zentrum für Arzneimittelinnovation hat eine Welle von Lizenzvereinbarungen globaler Pharmakonzerne ausgelöst, die Zugang zu kosteneffizienter und zugleich hochmoderner Forschung suchen.

Branchenanalysten stellen fest, dass chinesische Unternehmen zunehmend First-in-class-Wirkstoffkandidaten in schnellerem Tempo vorlegen als Wettbewerber in den USA, Europa und Japan.

Wettbewerbsdruck treibt Dealaktivität

Auch andere globale Akteure haben ihre Investitionen in der Region ausgeweitet.

AstraZeneca hat Pläne skizziert, $15 billion in China zu investieren, und hat kürzlich eine Lizenzvereinbarung mit CSPC Pharmaceuticals unterzeichnet, die einen Wert von bis zu $18.5 billion haben kann.

Unterdessen schloss Takeda Pharmaceutical einen Deal mit Innovent ab, der mit bis zu $11.4 billion bewertet wird.

Analysten sagen, dass solche Partnerschaften sowohl durch Innovationsdruck als auch durch wirtschaftliche Erwägungen getrieben werden.

Der Zugang zu chinesisch entwickelten Assets kann multinationalen Pharmaunternehmen helfen, Preisdrücke zu adressieren und gleichzeitig ihre Entwicklungs-Pipelines effizienter zu erweitern.

Insilico, das in Nordamerika, Großchina und dem Nahen Osten tätig ist, konzentriert sich darauf, künstliche Intelligenz mit Automatisierung zu kombinieren, um die Wirkstoffforschung zu straffen.

Das Unternehmen hat im vergangenen Jahr über sein Börsendebüt in Hongkong rund $291 million aufgenommen und dabei Rückhalt von Investoren wie Tencent und Temasek erhalten.

Der jüngste Deal verdeutlicht, wie KI-getriebene Plattformen zur zentralen Säule der nächsten Wachstumsphase der Pharmaindustrie werden, da Unternehmen schnellere und skalierbarere Ansätze zur Entwicklung neuer Therapien suchen.

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