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Stellen Sie sich das vor: Sie geben eine Bestellung in einer E‑Commerce‑ oder Quick‑Commerce‑Liefer‑App auf.

Statt dass ein Zusteller über Straßen zu Ihnen fährt, bringt nun eine Drohne das Paket zu Ihrem Wohnkomplex, legt es in ein vorgesehenes Pod oder einen Abholkasten ab, und ein Zusteller erledigt den letzten Abschnitt bis zur Haustür.

Drohnenbasierte Lieferungen, lange als futuristisches Konzept betrachtet, nehmen in Indien Gestalt an.

Skye Air Mobility, ein in Gurugram ansässiges Unternehmen, hat Tür‑zu‑Tür‑Drohnenlieferdienste in Gurugram und Bengaluru eingeführt.

Das Unternehmen gibt an, bereits mehr als 2,6 Millionen Lieferungen abgeschlossen zu haben, was auf eine potenzielle Verschiebung im schnell wachsenden hyperlokalen Liefermarkt Indiens hindeutet.

Der indische Drohnenmarkt wurde 2024 mit $940,6 Millionen bewertet und soll bis 2030 $3,23 Milliarden erreichen.

Indien führt den Bereich Drohnenlieferungen mit einer CAGR von 50,4 % an, vor China.

„Der Markt hat sich schneller entwickelt, als die meisten erwartet hatten“, sagt Ankit Kumar, CEO und Gründer von Skye Air Mobility, im Interview mit Invezz.

Investoren sind optimistisch: Das Startup hat kürzlich eine Finanzierungsrunde über $9 Millionen abgeschlossen, und es laufen Pläne zur Schaffung eines vollständig autonomen Lieferökosystems.

Kumar spricht außerdem über die Kostenvorteile für Unternehmen, die Drohnen einsetzen, seine Einschätzung, dass E‑Commerce‑Riesen eigene Drohnen entwickeln, und über die Zukunft der Drohnenlieferungen in Indien.

Invezz: Sie gehören zu den führenden Anbietern für Drohnenlieferungen in Indien. Wie sind Ihre Markterfahrungen bislang hinsichtlich Kundenreaktionen und der Resonanz von Partnern aus dem E‑Commerce und Quick Commerce? Welche Verhaltens‑ oder Vertrauensbarrieren bestehen bei Verbrauchern und Unternehmen noch?

Der Markt hat sich schneller entwickelt, als die meisten erwartet hatten.

Unsere Unternehmenskunden – aus E‑Commerce, Quick Commerce und Healthcare – prüfen Drohnen nicht mehr nur; sie integrieren sie aktiv, weil die Kalkulation hinsichtlich Geschwindigkeit und Kosten unumgänglich ist.

Auf Seiten der Verbraucher überzeugt die erste Lieferung vollständig.

Sobald jemand ein Paket per Drohne erhält, ist es keine Neuheit mehr, sondern eine Erwartung.

Was ich sagen würde: Die eigentliche verbleibende Herausforderung ist nicht mehr Vertrauen – es ist Integration.

Wie sauber fügen sich Drohnen in einen bestehenden Logistik‑Stack ein?

Genau dieses Problem haben wir Skye Air bauen lassen, durch das, was wir Physical AI nennen – Drohnen, intelligente Pods und Bodenrover, die als ein vereinheitlichtes intelligentes System funktionieren statt als isolierte Hardware.

Invezz: Sie haben kürzlich $9 Millionen an Finanzierung erhalten. Was planen Sie mit den erhaltenen Mitteln?

Die $9 Millionen fließen in drei klare Prioritäten.

Erstens: Ausbau unserer Drohnenflotte – mehr Flugzeuge bedeuten mehr Kapazität, mehr gleichzeitige Lieferungen und die Möglichkeit, Kunden in einem Umfang zu bedienen, der wirklich einen Unterschied für ihr Geschäft macht.

Zweitens: Ausbau unseres Skye‑Pod‑Netzwerks – Pods sind das Rückgrat unseres verteilten Logistiknetzes, und jeder neue Pod eröffnet einen neuen Lieferadius.

Drittens: Verbesserung der Gesamteffizienz des Systems – intelligentere Routenführung, bessere Verfügbarkeit, engere Integration über die gesamte Flotte.

Das Ergebnis, wenn alle drei zusammenwirken, ist eindeutig: Mehr bediente Postleitzahlen, mehr an Bord genommene Kunden und ein Netzwerk, das mit jedem eingesetzten Rupie deutlich schneller und zuverlässiger wird.

Invezz: Welchen Kosten‑Nutzen haben Unternehmen, die Ihre Drohnen für Lieferungen nutzen, im Vergleich zu traditionellen Liefermethoden? Können Sie ein Beispiel quantifizieren? Gibt es ein angestrebtes Lieferkosten‑Ziel?

Last‑Mile‑Logistik kostet Unternehmen heute zwischen 12 % und 15 % des Bestellwerts.

Das ist ein erheblicher Kostentreiber, der die Margen bei jeder einzelnen Sendung drückt.

Our target is to bring that down to 6–9% through a combination of drone-based mid-mile, pod-based consolidation, and rover-assisted last-mile.

Um es konkret zu machen: Eine Lieferung über 5 bis 7 Kilometer, die auf der Straße 30 bis 60 Minuten dauert, benötigt bei uns 7 bis 10 Minuten.

Im großen Maßstab rechnen wir mit Kosteneinsparungen von 20 % bis 30 %.

Aber ehrlich gesagt ist die Kostenstory nur die halbe Geschichte.

Die andere Hälfte ist Konsistenz – Physical AI beseitigt die Unvorhersehbarkeiten, die in manuellen Systemen verankert sind, und genau diese Vorhersehbarkeit ist es, die Unternehmenskunden wirklich schätzen.

Invezz: Wie sehen Sie die Konkurrenz durch große E‑Commerce‑Player, die eigene Inhouse‑Drohnenkapazitäten aufbauen?

Ich sehe das als die stärkste Bestätigung, die unsere Branche erhalten kann. Es zeigt, dass das Feld real ist und die Chance groß ist.

Aber hier ist der Unterschied – Drohnenlogistik bedeutet nicht nur fliegende Hardware.

Es geht darum, ein Full‑Stack‑Physical‑AI‑Ökosystem aufzubauen, das Luftraummanagement, Bodenintegration, regulatorische Compliance und Echtzeit‑Intelligenz abdeckt.

Große Player, die intern bauen, werden naturgemäß für ihre eigenen Anwendungsfälle optimieren.

Wir bauen geteilte Infrastruktur für das gesamte Ökosystem.

Ich erwarte, dass sich die Branche ähnlich entwickelt wie Cloud‑Computing – einige Unternehmen bauen intern, aber die Mehrheit wird auf spezialisierte Infrastruktur‑Anbieter zurückgreifen.

Genau dort ist Skye Air positioniert.

Invezz: Wie unterstützend ist Indiens Drohnenpolitikrahmen für kommerzielle Skalierbarkeit, und welche regulatorischen Engpässe müssen noch gelöst werden?

Indien hat wirklich einen der fortschrittlichsten Drohnenpolitikrahmen der Welt, und das sage ich ohne Zögern.

Die Absicht der Regierung ist klar, und die Stoßrichtung stimmt.

Was wir jetzt brauchen, ist eine schnellere Umsetzung – konkret schnellere Genehmigungen für BVLOS (außerhalb der Sichtweite des Piloten)‑Operationen im großen Maßstab, klar definierte städtische Luftkorridore und standardisierte Rahmenwerke für letzte‑Meile‑Drohnenlieferungen.

Das sind keine unüberwindbaren Probleme; sie sind lösbar durch fokussierte Koordination zwischen Industrie und Regulierungsbehörden.

Wenn diese adressiert sind, führt Indien nicht nur in der Drohnenlogistik – es wird zum globalen Referenzmarkt dafür, wie man es richtig macht.

Invezz: Sie haben auch einen Zusteller, der das Paket aus dem Skye‑Pod abholt und zur Haustür des Kunden bringt. Erhöht diese Funktion nicht Ihre Kosten? Sehen Sie ein vollständig autonomes Liefersystem vor, und ist auch eine D2C‑App geplant?

Der Zusteller in unserem aktuellen Modell ist eine bewusste Designentscheidung, keine Beschränkung.

Er sorgt für hohe Erfolgsraten bei Lieferungen, ein besseres Kundenerlebnis an der Haustür und hält uns innerhalb der aktuellen regulatorischen Grenzen compliant.

Das ist jedoch ein Übergangszustand.

The end state I'm building toward is a fully autonomous delivery ecosystem — drones handling mid-mile, Skye Pods acting as intelligent neighbourhood hubs, and rovers completing the last mile without any human in the loop.

Physical AI macht das möglich. Zur D2C‑Frage: Unser Fokus liegt aktuell klar auf dem Aufbau der B2B‑Infrastrukturebene.

Jede D2C‑Initiative, falls und wenn wir sie verfolgen, wird auf diesem autonomen Netzwerk aufbauen, nicht davor.

Invezz: Wie erwarten Sie, dass sich die Drohnenlieferung in den nächsten 5–10 Jahren in Bezug auf Umfang und breite Akzeptanz entwickelt? Sehen Sie sie als einen praktikablen Ersatz für Segmente der Gig Economy oder eher als ergänzende Ebene, die bestehende Liefernetzwerke verbessert?

Drohnenlieferung wird zur zentralen Logistikinfrastruktur, insbesondere für zeitkritische, hochfrequente Anwendungsfälle.

But I want to be clear on one thing — this will not replace the gig economy. It will reshape it.

Die Art der menschlichen Beteiligung bei Lieferungen wird sich von Ausführung zu Aufsicht wandeln, vom Fahrradfahren zum Management eines intelligenten Systems.

Das ist tatsächlich eine qualifiziertere, würdevollere Rolle. Die tiefere Transformation sind nicht die Drohnen – es ist Physical AI in der Logistik.

In den nächsten zehn Jahren wechseln wir von manuellen, fragmentierten Lieferungen zu autonomen, intelligenten Netzwerken.

Und wenn dieser Übergang abgeschlossen ist, wird die Frage nicht mehr sein „Können Drohnen das wirklich?“ – sondern „Warum sollte ein seriöser Logistikanbieter sie nicht nutzen?“

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