Die japanischen Aktien erholten sich am Mittwoch und folgten damit anderen globalen Märkten. Der Nikkei-225-Index sprang um 2,6 % und liegt damit 5,5 % über seinem Tiefpunkt in dieser Woche. Halten diese Gewinne an?

Nikkei-225-Rallye steht vor erheblichen Risiken 

Der Nikkei stieg und spiegelte die Entwicklung der amerikanischen Futures wider, wobei jene auf den Dow Jones bzw. den Nasdaq 100 um über 340 bzw. 130 Punkte zulegten. 

Auch andere globale Indizes legten zu: Der DAX stieg um 210 Punkte und der KOSPI sprang um mehr als 2 %. Spitzenindizes wie der CAC 40, der Hang Seng und der China A50 zogen ebenfalls an.

Die Rallye folgte auf eine Ankündigung von Präsident Donald Trump, wonach Gespräche zwischen den USA und Iran andauerten. Er ergänzte, Iran habe den USA ein bedeutendes ölbezogenes Geschenk geschickt.

Ein Abkommen zwischen den USA und Iran wäre hochgradig positiv, da Japan überwiegend auf importiertes Rohöl und Gas aus dem Nahen Osten angewiesen ist.

Es gibt jedoch Bedenken, dass der zunehmende Optimismus nur von kurzer Dauer sein könnte, da Iran Berichte über Gesprächsvereinbarungen mit den USA zurückgewiesen hat. Iranische Beamte argumentierten, Trumps erste Mitteilung am Montag habe darauf abgezielt, die Aktienmärkte zu stützen und die Energiepreise zu senken.

Iran ist der Ansicht, in dem laufenden Konflikt einen Vorteil zu haben, weil es die Straße von Hormus kontrolliert. Durch eine Schließung der Straße hat das Land die Energiepreise nach oben getrieben. In einer Erklärung am Mittwoch warnte der Chef von Chevron, Kalifornien laufe Gefahr einer schweren Energiekrise, da 20 % seines Kraftstoffs aus den asiatischen Märkten stammt. 

Zudem wird Iran wahrscheinlich nicht die Bedingungen akzeptieren, die die Vereinigten Staaten gestellt haben. Laut der New York Times hat die Trump-Administration einen 15-Punkte-Plan vorgelegt, den Iran nicht annehmen wird. Beispielsweise fordert der Plan, dass Iran die Finanzierung von Stellvertretern einstellt, sein ballistisches Raketenprogramm beendet und sein angereichertes Uran herausgibt.

Iran glaubt außerdem, die USA könnten die Gespräche nutzen, um eine Landinvasion zu verzögern, während Tausende von Truppen in die Region verlegt werden. Daher ist es wahrscheinlich, dass der Krieg noch eine Weile andauert, was im Zeitverlauf zu höheren Ölpreisen führen würde.

Die meisten japanischen Aktien notierten am Mittwoch im Plus. Der Aktienkurs von Tokio Marine sprang um 12 %, nachdem Warren Buffetts Berkshire Hathaway Anteile an dem Unternehmen gekauft hatte.

Furukawa Electric, Ebara Corporation, Softbank, Fujikura, Sumitomo Electric Industries und SUMCO gehörten zu den größten Gewinnern und stiegen um mehr als 6 %. 

Auf der anderen Seite waren unter den größten Verlierern im Nikkei-225-Unternehmen Namen wie Nomura Research Institute, Recruit Holdings, BayCurrent, Inpex und Konami Group, die um mehr als 1,1 % fielen.

Technische Analyse des Nikkei-Index 

Nikkei-Index-Chart | Quelle: TradingView 

Der Tageschart zeigt, dass sich der Nikkei-225-Index in den letzten Tagen erholt hat. Er sprang von einem Tief bei ¥50,557 auf aktuell ¥53,600.

Der Index liegt jedoch weiterhin unter dem 50-Tage-EMA (Exponentiell gleitender Durchschnitt). Der Supertrend-Indikator befindet sich weiterhin im roten Bereich, während der Relative-Stärke-Index (RSI) und der Percentage Price Oscillator (PPO) weiter nachgeben.

Daher dürfte der Index kurzfristig nervös bleiben. Sollte dies der Fall sein, dürfte der Index zurückziehen und die Unterstützung bei ¥50,557 erneut testen.

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